Tansania 3
05.01. - 06.02.2024
Währung: 1€ = 2.700,-
Tansania Shilling
Dieselpreis: 1l = 2.800,- TS
Ausreise: Namanga
Wir parken unter den mächtigen Urwaldriesen
und sind mit dem Manager der Irente Farm noch am Preisverhandeln, als wir
ein bekanntes Motorengeräusch durch den Wald hochfahren hören. August
der Reisewagen mit seinen Piloten Bini und Peter - wir haben uns verabredet
und freuen uns, sie wieder zu treffen!
Die Campingwiese ist eingerahmt von großen Bäumen, etwas uneben
und die Zufahrt dorthin ziemlich eng, doch mit Umwegen kommen wir alle hoch.
Die nächsten 2 Wochen wollen wir hier verbringen. Die Farm ist weitläufig mit landwirtschaftlichen Nutzflächen und Rinderhaltung, weiters gibt es einige Gästebungalows und ein Restaurant. Auch frische Milch haben sie zu verkaufen. Die Duschen sind neu, sehr spartanisch, ein paar dünne Äste müssen als Steher herhalten und drumherum ist eine blaue Plane gespannt. Das Warmwasser kommt, wie fast immer in Afrika, auch hier aus dem falschen Hahn :-), doch der Donkey (Heisswasserboiler), der läuft Tag und Nacht und wird mit Holz befeuert. Der Traktor kommt angefahren, die Jungs laden dicke Holzstämme für den Donkey ab und schneiden auch gleich die tiefhängenden Äste in der Zufahrt weg.
Die Usambara Berge sind Teil einer langgezogenen
Gebirgskette mit einigen über 2.000m hohen Bergen, an manchen Stellen
fallen die Flanken des Gebirges fast senkrecht in die Tiefe, man hat herrliche
Ausblicke auf die Maasai-Ebene. Die Irente Farm liegt auf 1.450m, die Temperaturen
sind tagsüber an die 30° Grad, abends brauchen wir eine Jacke und
die Nächte sind angenehm kühl. Was für ein Unterschied zur
schwülheißen Küstenregion und dabei sind wir nur ca. 100km
Luftlinie entfernt.
Ursprünglicher Wald ist leider nicht mehr sehr viel erhalten, die rasant
wachsende Bevölkerung hat sehr viel davon abgeholzt, aber wer will es
ihnen verdenken? Gas ist teuer und sie brauchen das Holz zum Kochen. Die restlichen
Waldstücke sind nun als Nationalparks gekennzeichnet, einerseits um sie
zu schützen und andererseits, um den Touristen zu melken. Denn kein Waldbesuch
ohne Eintrittsgebühr. Da gibt es auch für den selbsternannten Supermuzungu
(Superweißer!) keine Ausnahme. Die Einheimischen fangen immer zum Lachen
an, wenn sich Wolfi so vorstellt. Rufen die Kinder "Muzungu" ruft
Wolfi sofort zurück "Supermuzungu" und dann kichern sie.
Noch vor dem Frühstück sind wir in der Umgebung unterwegs. Durch die Dörfer, vorbei an Dukas, die täglich Tomaten, Zwiebel und Mangos anbieten. An der Kreuzung stehen die Mopedtaxis und warten auf Kundschaft. Die vielen Kinder sind in ihrer Schuluniform und mit selbstgebastelten Taschen unterwegs zur Schule. Vom Friseur schallt laute Musik aus der offenen Tür, der Kuh gefällt es am angebundenen Strick gar nicht, denn sie muht die ganze Zeit. Allerdings ist auch jede freie Fläche in ein Feld umgewandelt, Mais, Kraut, Paprika und vieles mehr. Es ist eine fruchtbare Erde, momentan sind gerade die Pflaumen reif. Weidefläche für Tiere gibt es kaum bis gar nicht. Die Aussichten von den diversen Viewpoints sind wunderschön. Der Traktor hat schon bessere Zeiten gesehen und "Nein Wolfi, das frischgeborene Zicklein wird nicht gegrillt! Lass es wieder runter!"
Nach so einer Runde am Morgen schmeckt das Frühstück besonders gut. Guacamole und selbstgebackenes Sauerteigbrot. Der Käse von den St. Eugine Schwestern schmeckt würzig und ist eine Abwechslung. Die Hornbills fliegen über uns hinweg zum großen Palmenbaum, deren Früchte gerade reif sind. Auch den farmeigenen Käse verkosten wir.
Die lokale Bevölkerung ist besonders nett. Immer freundlich und sie freuen sich, wenn man ein paar Wörter Suaheli spricht. Wanderwege in dem Sinn gibt es eigentlich nicht, wir sind auf irgendwelchen Dorfpisten oder Pfaden unterwegs, die zu all den abgelegenen Häusern hoch oder runter führen. Oft müssen wir den Hof der Privathäuser queren, um auf der anderen Seite weiter zu kommen. Doch immer werden wir mit "Karibuni sana" willkommen geheißen und sie weisen uns gerne den Weg weiter.
Wir wollen tiefer in die Bergwelt eintauchen, also überlegen wir, ob wir zum Mambo Viewpoint wandern oder mit unseren Womos fahren sollen. Wandern wäre ein 4 Tagesmarsch, für den wir einen Guide brauchen würden. Touristenguide ist ein beliebter Job und man verdient überdurchschnittlich gut. Mit €20,- pro Person und Tag oder gerne auch mehr, ist man dabei. Eigentlich muss man in den Bergen Tansanias mit Guide unterwegs sein, zusätzlich kommen die Nationalparkgebühren hinzu (fast jeder Wald ist als Nationalpark deklariert), doch wir können uns ihrer gut erwehren und da sie uns dann jeden Tag rumlaufen sehen, gewöhnen sich auch alle an uns. Viel Bewegung macht hungrig. Also sollen wir heute Mittag auf eine gegrillte Ziegenhaxe gehen oder doch lieber beim Dorfwirt einkehren?
Wir entscheiden gegen das Wandern und
fürs Fahren. Das ist gut so. Die Landschaft ist herrlich. Die Felder
reichen bis weit hinauf zu den Bergen. Das Kraut leuchtet bläulich in
der Sonne. Wenn man so über die Felder mit den kleinen Höfen blickt,
hat man sofort eine romantische Bergbauernidylle im Kopf. Kleines Haus, drumherum
die Felder, die gesamte Familie hilft mit - allerdings ist es ein beschwerliches
Leben. ALLES wird händisch gemacht, vom Feld umpflügen bis zur Ernte.
Man würde auch meinen, dass all die Produkte feinste Bioware wäre,
aber dafür müsste man die vielen Männer mit ihren Spritzutensilien
ausblenden.
Wenn wir Halt machen sind wir die Attraktion schlechthin. Das gesamte Dorf
trifft sich vor unseren Lkws. Die Kinder kommen gerade vom Wasserholen zurück.
Mühsam muss das kostbare Nass in schweren Eimern oft kilometerweit, herangeschleppt
werden. Der Opa ist noch nie in einem Campingstuhl gesessen und freut sich
sichtlich über die bequeme Rückenlehne.
Dann quert ein Hornchamäleon die Straße. Gemütlich setzt es einen Fuß vor dem anderen. Überall in den Usambarabergen sollte es sie geben, nun sehen wir unser erstes Exemplar. Als ihn Verena hochhebt, ist er wahrscheinlich so aufgeregt, dass er seinen Darm sofort entleeren muss. Für solch ein kleines Tier, ist die Hinterlassenschaft mal gar nicht so klein. Zwischen den Fingern tropft es dann saftig runter.
Der letzte Kilometer durch die Ortschaft ist etwas eng, alles geht gut, auch weil es schön trocken und nicht rutschig ist. Beim Mambo Viewpoint haben wir in der Uwi Lodge keinen Platz, zu klein ist die Einfahrt für unsere Brummis. Also bleiben wir gegenüber neben dem großen Fußballplatz stehen. Die Abende verbringen wir auf der Terrasse der Lodge mit toller Aussicht.
Es ist Freitag und fast alle Bewohner
vom Mambo sind Muslime. Zu Mittag treffen sie sich in der Moschee und am Nachmittag
ist großes Freizeitprogramm am Fußballfeld für die vielen
Dorfkinder angesagt. Nach der Segnung bekommen sie verschiedene Bälle
zum Spielen, es gibt ein Wettrennen und einfache Spiele, für die man
nicht viel Spielzeug braucht. Wahrscheinlich ist es für die Kinder das
Highlight der Woche. Jemand, der sich um sie kümmert und mit ihnen spielt.
Fast jeden Tag werden sie zu Alltagsarbeiten eingeteilt und die älteren
Geschwister müssen auf die Jüngeren aufpassen.
Allerdings sind heute unsere Lkws noch interessanter, denn sobald wir die
Haustüre öffnen, stehen unzählige Kinder vor der Tür und
beobachten jeden einzelnen Schritt von uns.
Wir wandern der Abbruchkante entlang
in der Hoffnung auf schöne Blicke ins Tal, leider bleiben uns diese tollen
Momente verwehrt, denn der Nebel hält sich hartnäckig. Die Häuser
sind nett angemalt und meist aus Lehm gebaut. Am Dorfplatz schauen sich Lokale
und Besucher gegenseitig interessiert an. Es wurde eine Kuh geschlachtet,
eine Hälfte hängt noch zum Verkauf, das Fell wird bereits in der
Sonne getrocknet. Im Teehaus gibt es eine Stärkung. Süßer
Milchtee und gebackene Brotfladen genannt Chapati.
Die Menschen sind genügsam, haben nicht viel, die Kinder tragen oft durchlöcherte
Kleidung und zwei verschiedene Schuhe. Allerdings haben sie immer ein Lachen
im Gesicht und winken uns freundlich zu. Der Weg von Mtae zurück ist
weit, heute nehmen wir uns ein Boda-Boda, das ist ein Mopedtaxi. Locker haben
wir alle am Sitz und am Gepäcksträger Platz. Wenn es steiler bergauf
geht, müssen wir ein bißchen nach vor rücken, der Fahrer sitzt
dann komplett am Tank, ansonsten könnte evt. das Vorderad auf der unebenen
Piste abheben.
Regen ist angekündigt und wir schauen,
dass wir schleunigst das Weite suchen, denn der schmale Weg ist im feuchten
Zustand mit Vorsicht zu genießen. Links und rechts von den Reifen geht
es fast einen Meter tief in eine ausgewaschene Rinne. Wenn man da hinein rutscht,
kann man sich gratulieren...
Ein letzter gemeinsamer Abend im Wald. Geile Idee! Wir machen Pizza im Potjie.
Der Regen hat den Weg in einen Bach verwandelt, der Boden nimmt nichts auf.
Zum Glück hört es nach einiger Zeit auf und das Wasser sucht auch
das Weite.
Leider gehen viele Erdrutsche ab, zuviele Bäume wurden geschlagen um
Feldern Platz zu machen, nun rächt sich die Natur. Der Parkranger erscheint,
es hat sich herumgesprochen, dass da Weiße im Wald kochen. Er ist nicht
erfreut, dass wir hier parken, aber unser Versprechen, dass wir aufpassen
und den nassen Wald nicht anzünden, beruhigt ihn. Außerdem wird
er noch mit Pizza bestochen. Danach gibt es noch ein kleines Lagerfeuer, das
braucht man auch, denn auf 2.000m Höhe ist es recht frisch.
Beim Runterfahren ist im Dorf Lukozi Markt, welcher 2x die Woche stattfindet. Der Platz auf der Straße durchs Dorf ist recht eng. Rechts müssen die Frauen ihre Eimer mit Kartoffel und Karotten zur Seite räumen, der Sonnenschirm muss abgespannt werden und auch der Verkaufsladen nebenan, eine Plane am Boden, wo die überschüssige Ernte verkauft wird, muss etwas eingeklappt werden, damit wir mit unseren Lkws durchkommen. Niemand ärgert sich, im Gegenteil sie freuen sich, dass wir bei ihnen einkaufen, nachdem wir einen geeigneten Parkplatz gefunden haben. Auberginen, Ingwer, Karotten und gefüllte Bananenblätter mit Mais- und Süßkartoffelpüree.
Unsere Wege trennen sich mal wieder. Bini & Peter fahren an die Küste und wir müssen nach Arusha, wollen davor aber noch etwas Zeit in den Bergen verbringen und dann im Landesinneren nach Kenia ausreisen. Dort werden wir uns hoffentlich in ein paar Wochen wieder treffen?!
Die südlichen Pareberge umrunden
wir, in die nördlichen fahren wir hoch. Sofort bemerken wir einen großen
Unterschied zu den Usambarabergen. Viel mehr Wald ist noch vorhanden, welcher
im saftigen Grün erscheint und wir wandern durch ganze Bananenbaumwälder.
Die Volksgruppe der Pare besitzt große, moderne Ziegelhäuser, viele
haben Wassertanks erhöht im Garten stehen und jeder hat eine Satelitenschüssel
am Dach. Auf uns macht es den Eindruck, als ob es den Menschen sehr gut geht.
An einem Stausee parken wir uns für zwei Tage ein. Direkt vor unserem
Lkw werden Lehmziegel hergestellt und uns wird erlaubt hier zu parken - es
ist Platz genug. Wir erkunden die Gegend und kehren auf Chai ein. Die ganze
Nacht regnet es durch, auch nach dem Frühstück hört es nicht
auf und so fahren wir weiter. Es ist schwierig für den Amigo einen Stellplatz
zu finden, eine touristische Infrastruktur gibt es nicht. Als wir dann 20km
weiter eine Wiese hinter den kleinen Geschäften entdecken, freuen wir
uns doppelt, denn es hat aufgehört zu regnen.
Auf geht´s zur ersten Wanderung, wir wollen den Berg hoch zu den Sendemasten
und versuchen von dort oben den Kili zu sehen. Den höchsten Berg sehen
wir nicht, erfolgreich verbirgt er sich seit Tagen vor uns und so kommen wir
3 Stunden danach mit einigen Kindern im Schlepptau zurück. Nicht viel
später bekommen wir Besuch vom 82jährigen Chief (Dorfoberhaupt)
in Begleitung von einem Polizisten und ein paar jungen Burschen. Natürlich
hat man uns schon entdeckt und es hat sich rumgesprochen, dass hier "Weiße
im Lastwagen" parken. Nachdem wir das wer, wie, wohin und warum geklärt
haben, sind wir herzlich willkommen und dürfen bleiben solange wir wollen.
Die Gegend ist herrlich. Wir wandern
die verschiedenen Dörfer ab, haben von oben einen tollen Blick in die
Tiefebene, sehen den Jipe Lake, den sich Tansania und Kenia teilen. Jeder
Garten hat mindestens einen Jackfruchtbaum. Auf jeden Baum hängen unzählige
schwere Früchte. Wir beobachten die Jungs, wie sie hochklettern und die
"richtige Reife" für den Verzehr aussuchen. Masijd schneidet
sie mit einer Machete runter, die erste zerbricht am Boden, die zweite ist
ein Gaumenschmaus. Sie schneiden sie in Teile, wischen mit den Messerrücken
den klebrigen Milchsaft weg und reichen uns ein paar der köstlichen Früchte.
Die Gotteshäuser sind riesig und scheinen recht neu zu sein.
Mitten in der Nacht stehen wir putzmunter
im Bett. 4.00 Uhr, es ist noch stockfinster, jedoch der Muezzin weckt durch
den Lautsprecher die Gläubigen. Wir haben das Haus nebenan gar nicht
als Moschee ausgemacht und auch gar nicht auf die riesige Tröte geachtet,
den Lautsprecher, der geradewegs auf unseren Amigo zielt.
Dienstag ist Markttag und wir werden bereits als "Dazugehörige"
gesehen. Die Leute kennen uns schon, grüßen und schwätzen
mit uns, auch der Chief rennt uns über den Weg. Nach dem Einkauf kehren
wir noch schnell auf einen Imbiss bei Manto ein. Chipsi mayai - Pommes mit
Ei.
Seit Tagen regnet es immer wieder, der
Himmel ist oft bewölkt. Eigentlich sollten wir den Kilimandscharo von
hier aus sehen, doch leider sind viel zu viele Wolken am Himmel. Also bleiben
wir am Flussufer über Nacht in der Hoffnung, ihn am Morgen zu erblicken.
Ausgehöhlte Holzstämme hängen hoch oben in den Bäumen,
davor schwirrt es. Aha Bienenkörbe. Solange sie uns in Ruhe lassen....
Nächster Morgen: ein Blick aus dem Fenster. Jawohl, der höchste
Berg Afrikas liegt vor uns und er ist frei von Wolken. Aber er sieht gar nicht
spektakulär aus. Eher wie ein großer Maulwurfhügel. Kaum zu
glauben, dass er 5.900m hoch sein soll. 2 Stunden später ist er wieder
in den Wolken verschwunden und so bleibt es auch in den nächsten Tagen,
wo wir ihn umrunden.
Früher haben wir immer davon geträumt den höchsten Berg Afrikas zu besteigen. Doch nach genauerer Recherche ist das inzwischen uninteressant geworden. Es gibt verschiedene Routen auf den Gipfel hoch von 4-6 Tagen. Je länger, desto besser, um der Höhenkrankheit keine Chance zu geben, allerdings kostet jeder Tag gutes Geld. Mehrere Träger, der Koch, ein Guide und noch ein Ranger - alle wollen bezahlt werden. Zusätzlich die Nationalparkgebühren, da ist man bei ca. €2.500,- pro Person ohne Trinkgeld. Ein teures Vergnügen, welches wir uns nicht leisten wollen.
Vorbei geht es an endlosen Sonnenblumenfeldern, einfachen Gehöften, vielen
Rinder- und Schafherden die von Hirten beaufsichtigt werden. Wir sind in Massailand
angekommen. Der bekannte Volksstamm hat hier seine Heimat. Viele sind sesshaft
geworden, leben in einfachen Holzhäusern.
Gleich rechts nebenan ist Kenia, eine offene Grenze, nur mit Grenzsteinen
versehen. Die Piste ist teilweise recht matschig, es schüttet wieder
mal. Getrocknet sieht sie dann aus wie ein Rübenacker. Ein Auto hat sich
in der Nacht festgefahren, von dem Fahrer ist keine Spur. Es dauert ein paar
Stunden, bis es wieder aufgetrocknet hat und der Fahrer retour kommt und sich
aus dem Matsch befreien kann. Weiter geht es durch den Nationalpark. Wildtiere
sehen wir keine, dafür schöne Aussichten auf Kenias Ebene. Forstwirtschaft
und Ackerbau wird rund um den Berg an seinen Hängen betrieben. Plätze
zum Nächtigen gibt es kaum. Einmal dürfen wir vor einer großen
Farm auf der Wiese stehenbleiben. Die vielen Arbeiter werden mit dem Traktor
zur Arbeit gebracht. Neben dem Fußballfeld in einem Dorf dürfen
wir auch nächtigen, 30m neben uns beginnt Kenia. Es regnet und es ist
kalt, immerhin sind wir auf 2.000m Höhe.
Noch vor dem Frühstück ziehen wir einen Sattelschlepper aus der Wiese, er hat sich festgefahren. Weit ist es nun nicht mehr zur Simba Farm. Dort angekommen, staunen wir nicht schecht, das gesamte Gelände ist für ein Event gebucht. Das alljährliche Kili-Event findet gerade dieses Wochenende statt. Davin, der nette Besitzer bietet uns stattdessen einen Platz auf seiner großen Farm an, wir können parken, wo wir wollen. Das Angebot nehmen wir gerne an. 1000 sportbegeisterte Menschen werden erwartet, die beim Kili-Marathon oder Kili-Bikerace mitmachen. Essensstände, Musik und allerlei Wettbewerbe finden statt.
Im schönen Garten der Farm lässt es sich gut aushalten. Mit der
tollen Lage zwischen 2 Bergen, dem Kilimandscharo und dem Meru muss der Anblick
bei klarem Himmel ein Traum sein, leider bleibt er uns verwehrt, nur kurz
zeigt sich der Mt. Meru am späten Nachmittag.
Es gibt tolle Wege und Pisten zum Spazieren und Erkunden. Mitten im Dschungel
sind Karottenfelder, so groß wie mehrere Fußballfelder zusammen.
Das Gemüse wird gerade händisch geerntet, in große Säcke
verpackt und mit den Motorrädern zur Straße hinunter gebracht.
Auf der Farm können wir Gemüse aus dem Garten kaufen, wir freuen
uns über Kohlrabi und Karfiol.
Für Kenia brauchen wir das eTA (electronic travel authorization), das im Vorfeld online beantragt werden muss. Sofort sind wir auf der richtigen Seite, auch das Ausfüllen und Hochladen der geforderten Dokumente ist ganz einfach. Allerdings das Bezahlen erfordert Geduld. Nach 10x Probieren mit verschiedenen Kreditkarten, wissen wir nicht mehr weiter. Am nächsten Morgen machen wir den letzten Versuch, deaktivieren das VPN - und siehe da es funktioniert. Nur 2 Tage später haben wir die E-Mail mit dem positiven Bescheid im Posteingang. Mit diesem ausgedruckten Schreiben, fahren wir dann an die Grenze, um dort das Visum in den Pass gestempelt zu bekommen.
Es geht nach Arusha, der drittgrößten Stadt des Landes. Nur wenige Kilometer von der Farm entfernt, bremsen wir ein. Eine große Giraffenherde steht am abgeernteten Maisfeld. Wir zählen 50 Tiere oder mehr. Der Nationalpark beginnt auf der anderen Straßenseite.
Tansania hat einige Nationalparks, darunter äußerst bekannte, wie die Serengeti oder den Ngorogoro Krater. Wenn ihr euch nun wundert, wieso wir die nicht besucht haben, hier ist die Antwort: Sie sind uns einfach viel zu teuer! Besonders für Selbstfahrer mit eigenem Fahrzeug, in unserem Fall über 10t kostet das U$500,- für den Amigo und 70,- bis U$100,- pro Person und Tag Eintritt. Will man im Nationalpark auch Nächtigen, kommen noch die Campinggebühren dazu und den Eintritt muss man verdoppeln. Also insgesamt sind das mindestens U$1.300,- für eine 24 Stunden Safari, ohne Campingplatzgebühr.
Arusha empfängt uns mit viel Verkehr, Lärm und Menschen. Wir müssen
unsere Gastankflasche auffüllen und das dauert. Eilig haben darf man
es in Afrika nicht, denn alles geht sehr entspannt und mit stoischer Ruhe
zu. "Nein die Gasflasche können wir nur füllen, wenn sie leer
ist!" so die Antwort der jungen Verkäuferin. "Soll ich nun
Maisbrei kochen für die nächsten Tage, um die Flasche auszuleeren?
Was soll ich denn machen, wenn ich dann in ein paar Wochen im Busch stehe
und kein Gas mehr zum kochen haben?" Irgendwann zeigt sie Erbarmen mit
uns, greift zum Handy, ruft ihren Chef an und wie durch ein Wunder, dürfen
wir unsere halbvolle Flasche befüllen lassen. Dafür müssen
wir allerdings in die Industriezone fahren. Kein Problem, machen wir doch
gerne!
Noch einen Besuch beim Supermarkt und in einem sehr guten indischen Restaurant,
dann geht es weiter zur Farm, die etwas außerhalb der Stadt ist, denn
dort liegt unser Carnet für den Amigo zum Abholen. Schon seit Wochen,
seit Bini & Peter es aus Österreich mitgenommen haben, wartet das
Zollpapier auf uns. Das werden wir nun auch brauchen, denn die Tage in Tansania
gehen langsam zu Ende. Kenia wartet auf uns.
Der Norden des Landes ist sehr touristisch, liegen hier auch die bekannten Nationalparks und die hohen Berge. Ein eigener internationaler Flughafen wurde zwischen Moshi und Arusha errichtet, um es den vielen Touristen zu erleichtern. Es gibt zahlreiche Unterkünfte, Shoppingmalls mit netten Cafes. In einem davon sitzen wir nun und genießen einen guten Cappuccino, eine Seltenheit seit wir aus Namibia und Südafrika weg sind.
Noch 150km bis zur Grenze, die Maasaisteppe ist wunderbar grün, die Tiere
haben genug zum Fressen. Der rotkarierte Umhang und der Stock quer auf den
Schultern - daran erkennt man die Maasai Hirten auch von hinten sofort. Und
beim Näherkommen fallen noch die Sandalen auf, recycelt und aus alten
Autoreifen geschnitten. Macht ja auch Sinn, denn die fiesen langen Dornen,
die es überall in der Steppe gibt, gehen durch die normalen Flipflops
durch, wie Butter.
Kurz vor der Grenze befindet sich die letzte Wiegestation. Am Anfang sind wir brav auf jede Waage gefahren, doch da wir ja "Privat" sind und keine Ladung haben, wussten die Angestellten mit uns nichts anzufangen. Also sind wir dann immer vorbeigefahren, ohne dass uns irgendwer jemals aufgehalten hat. Doch heute ist es anders. Es fährt uns ein Pickup nach, hält uns an und zwingt uns zum Umkehren, denn sonst könnten wir nicht ausreisen. Auf der Wiegestation sind wir nicht die einzigen, denn ein Schwedenpärchen ist mit ihrem Reisebus auch daran vorbeigefahren. Auf der Kamera sieht man ihr Fahrzeug deutlich bei rot weiterfahren, vorbei an der Station. Letztendlich durften sie statt U$2.000,- Strafe nur 300,- ohne Rechnung bezahlen. So nun sind wir an der Reihe. Bei uns ist kein Bild in der Kamera, wir sind nicht in ihrem Computersystem zu finden. Also was tun? Wir bekommen eine Moralpredigt, dass wir natürlich die Gesetze des Landes kennen und bei Nichtbeachtung eine Strafe zahlen müssten. Lange Rede, kurzer Sinn - wir dürfen weiterfahren, ohne Strafe zu zahlen. Puh, da hatten wir nochmals Glück! Also auf nach Kenia!
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