Kenia

06.02. - 09.03.2025

Einreiseort: Namanga
Währung: 1€ = 134,- Kenia Shilling
Dieselpreis: 1L = 163,- KSH

Wir wechseln den Schalter im einzigen Gebäude der "all in one border". Die Ausreise aus Tansania ist erledigt, die Einreise nach Kenia steht uns nun bevor. Das im Vorfeld organisierte und ausgedruckte "electronical visa" überreichen wir der Beamtin und auf ihre Frage, wieviele Tage wir bleiben wollen, antworten wir natürlich mit "90", das Maximum eines Touristenvisums. Beim Zollschalter bekommen wir den Stempel in das Carnet, 101,-US für 3 Monate Road tax sind zu bezahlen. Keiner interessiert sich für das Innere des Amigos, also sind wir bald durch und verlassen das moderne Grenzgebäude.

Auf den ersten Blick erscheint Kenia nicht viel anders als Tansania. Auch hier leben viele Maasais, die Häuser und Landschaft sind ähnlich. Der Unterschied lässt sich erst in der ersten Kleinstadt erkennen. Nichts verschlafenes, stattdessen turbulenter Verkehr und viele verschiedene Geschäfte. Wir sind auf der Suche - neues Land, neue SIM Karte und aufladen mit Daten wollen wir das Handy auch noch. Bei den vielen kleinen Ständen, die aus einem Tisch, einem Plastiksessel und einem Sonnenschirm bestehen, werden wir fündig, allerdings dauert die Registrierung sehr lange. Bei uns Ausländern wird die Passnummer benötigt und dann muss man auf das Freischalten der Zentrale warten. Es werden noch 2 Hocker organisiert und so warten wir halt, betrachten die vielen verschiedenen Menschenrassen. Kleine, runde Gesichter mit extrem breiten Nasen, helle oder dunkle schwarze Haut, kleine stämmige Menschen, die großen schlanken mit heller Haut sind meist aus dem Norden Afrikas. Mittlerweile sind wir schon recht gut im Unterscheiden der verschiedenen Volksstämme und Landeszugehörigkeit. Nach 3 Stunden haben wir unsere kenianische Telefonnummer bei Airtel und 18GB Data für 1.000,-KSH.

Später Nachmittag: wir wollen nicht mehr in die Metropole Nairobi hineinfahren. Lieber parken wir uns auf dem Parkplatz neben dem geschlossenen Restaurant. Morgen früh geht es weiter. Die B19 ist recht eng. Ausgefranster Asphalt, hohe Kante zum Bankett, bei Lkw Gegenverkehr ist der halbe Reifen in der Luft. Zugebaut, verdreckt, versmogt. Es geht über eine Brücke und wir stehen plötzlich in einer anderen Welt. Große Anwesen auf parkähnlichen Anlagen. Mit Hecken eingezäunt und Wachpersonal am schmiedeeisernen Tor. Wir sind im Viertel Karen, hier wohnt der Geldadel. Es gibt einen Boy, der am Morgen die Hunde ausführt und einen Boy, der die edlen Pferde entlang der Baumallee spazieren führt.
Inmitten dieser Gegend ist das Jungle Junction Camp vom Chris. Ein Deutscher, der schon lange Jahre in Kenia lebt. Eine große Wiesenfläche, auf der man campen und sein Auto parken kann, wenn man zum Beispiel in die Heimat fliegt. Leider ist er nicht der günstigste mit seinen Campingpreisen, sodass wir nach nur wenigen Tagen weiterziehen.

Aber vorerst genießen wir die Atmosphäre im Camp, treffen nette Leute, staunen über das Produktangebot im Supermarkt ums Eck, was natürlich unserem Speiseplan positiv beeinflusst. Es gibt leckeren Burger und wir probieren uns im indischen Birjani.

Am Wochenende spazieren wir zum Organic Farmer Market. Es wird Bioobst und Biogemüse angeboten, selbstgemachtes Sauerkraut und frisch gespresste Säfte. Käse, Wurstwaren und Chutneys. Es duftet verführerisch von den Street food stalls, an denen es von Currys, Gyros, Pizza und Co über gegrilltes Schaf und Ziege alles gibt. Wir kosten uns durch, ratschen mit Pablo aus Argentinien und nehmen uns ein Mopedtaxi nach Hause, denn die Taschen sind prall gefüllt mit allerlei Leckereien.

Unser Wechselrichter ist schon vor einigen Wochen kaputt gegangen, jetzt kommt noch der Solarladeregler dazu. Wo man das in Nairobi bekommt? Ganz einfach, man durchforstet die eine website, (jiji.co.ke) auf der so ziemlich alles angeboten wird, was in der Stadt verkauft wird. Hat man das gewünschte Stück gefunden, bestellt man es online und ein Bodaboda Fahrer (Mopedtaxi) kommt max. 1 Stunde später mit der Ware angefahren. Passt sie, zahlt man es dem Fahrer, passt sie nicht, gibt man sie dem Fahrer wieder mit retour. Bequemes Bestellen von der Couch gibt es auch in Afrika. Da es schon finster wird und somit Wolfi nicht mehr feststellen kann, ob der Regler mit den Solarpanelen Hand in Hand geht, behalten wir die Ware und wollen den Verkäufer in den nächsten Tagen besuchen, auch kein Problem.
Aber vorerst parken wir uns um, ans andere Ende vom Karen Viertel. Das Karen Camp wird von Gathoni betrieben und dessen Tage sind gezählt, denn das Anwesen wird auf die 4 Kinder aufgeteilt und man kann noch nichts konkretes sagen, ob der Camping dann weitergeführt wird.

 

Ca. 23km sind es bis Downtown. Die ersten Meter zu Fuß, dann mit dem Bodaboda weiter zur Bushaltestelle und nun nur noch den richtigen Bus unter den vielen hunderten finden, der uns ins Zentrum bringt. Die Menschen staunen über die Wazungu, nehmen die doch normal ein Taxi, Weiße hier im Minibus? Jedoch sind sie alle sehr freundlich und hilfsbereit, weisen uns die besten Plätze zu. Später beim Nachhausefahren dürfen wir sogar im Fahrerhaus neben dem Fahrer Platz nehmen. Es ist heiß, auf den Plastiküberzügen kleben wir fast fest und sind über jeden Windhauch durch das offene Fenster dankbar, auch wenn er noch so smogverseucht und rauchgeschwängert ist. Hinter dem Busparkplatz ist der Shop des Verkäufers. Wir müssen dazu in den 3. Stock, durch den engen, dunklen Gang. Links und rechts sind kleinste Zimmer mit Nummern versehen. Nein, C7 ist es nicht, die verkaufen Toaster und Küchenartikel, vielleicht daneben? Jawohl, der Amir, mit dem wir telefoniert haben, ist bekannt. All die Kleinstgeschäfte sind reine Onlineverkaufsshops, in denen sich die Produkte stapeln. Bei erfolgter Bestellung wird das Mopedtaxi gerufen und ab geht´s zum Käufer. Wir bezahlen unsere Schulden, denn der Solarregler funktioniert wunderbar.
Einen Sinus-Wechselrichter mit 2000Watt zu finden, gestaltet sich sehr schwierig bis unmöglich. Nach stundenlangen Rumfragen geben wir auf, wir müssen das Teil aus Europa mitbringen. Gibt es halt kein Warmwasser, der Fön ist momentan auch nicht wichtig und unsere Zähne sind noch gut genug, da hat der Pürierstab eben Pause. Wenn wir Landstrom am Camping haben, ist es sowieso kein Problem.

Wir schlendern durch die Straßen mit vielen Wolkenkratzern, vorbei am Parliamentsgebäude - die Stadt ist solala. Die modernen Geschäfte und Restaurants sind in den vielen Malls untergebracht. Für uns ist Nairobi definitiv die Stadt der Shopping Malls. An jedem Eingang wird man vom Security durchsucht, das Gepäck durchleuchtet und der Unterboden des Fahrzeugs mit Spiegeln kontrolliert. Die Angst vor weiteren Anschlägen der Terrororganisation Al Shaabab ist groß.
Wir genießen den Tag mit all den Annehmlichkeiten, guten Cappuccino, leckeres italienisches Eis und gutem somalischen Mittagessen.

Seit Tagen grübeln wir nun schon rum: Wir sind in Kenia, aber wie geht es nun weiter? Sollen wir solange es noch trocken ist, den Westen des Landes bereisen und die Regenzeit dann an der Küste aussitzen? Sollen wir im Herbst nach Österreich fliegen oder bald, wenn das 3monatige Visum zu Ende ist? Sollen wir den Amigo in Kenia, Tansania oder Uganda unterstellen? Wie sieht es in den jeweiligen Ländern mit Visumsbestimmungen und Road taxes aus? Von wo aus sind die Flüge günstiger? Fragen über Fragen. Unser Nairobiaufenthalt geht nun dem Ende zu und es wäre nicht schlecht, wenn wir wüssten, in welche Richtung wir dann weiterfahren sollen ;-)

Also unternehmen wir einen Nachdenk-, Recherche- und Diskussionstag bis eine Lösung gefunden ist. Da wir ja sehr spontan sind, werden gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Flug wird gebucht und Reiseroute umgeworfen. Poahhh... das fühlt sich doch gleich viel leichter an. Neuer Plan: wir fahren an die Küste, wollen uns dort mit Bini & Peter treffen und bereisen den Westen des Landes dann im Herbst. Den Sommer verbringen wir in Europa, denn wir fliegen im Mai nach Österreich.

Der Verkehr durch die Stadt hält sich in Grenzen. In der Mitte gibt es den kostenpflichtigen Express Highway, daneben die normale Hauptstraße und nochmals daneben die kleinen Straßen, die in die verschiedenen Stadtviertel führen. Autobahnkreuze, Auf- und Abfahrten, Verena navigiert uns durch Nairobi und wir freuen uns, als nach ca. 50km die Vor- und Vorvororte endlich ein Ende nehmen. Nun geht es einspurig weiter auf der Hauptverbindung Nairobi - Mombasa, Kenias wichtigster Straße. Die unzähligen schwer beladenen Lkws quälen sich auf der Gegenfahrbahn hoch. Die Hauptstadt liegt auf 1.700m und für uns geht es nun runter auf Meereshöhe. Wenn wir das so sehen, freuen wir uns jetzt schon auf die Rückfahrt...
Viele der Werkstätten sind open air, die Fahrzeuge stehen neben der Straße und werden auch dort repariert.


Wir setzen den Blinker rechts und fahren abermals den Kilimandscharo an, diesmal von der kenianischen Seite. Der bekannte Amboseli NP liegt dem Berg zu Füßen und die Postkartenmotive von Wildtieren und im Hintergrund der schneebedeckte Berg, kommen allesamt aus dieser Gegend. Am Rand des Nationalparks liegen die verschiedenen Conservancies, die von den hier lebenden Maasais selbst verwaltet werden. Das Hirtenvolk lebt mit der Gefahr von Löwen und Elefanten. Da der NP nicht eingezäunt ist, die Wildtiere frei umherwandern, schützen sich die Menschen mit Zäunen. Der Garten ist mit viel Draht drumherum, auch die Pferche der Tiere sind mit starken Bohlen gesichert und dann nochmals einen Zaun rund um das gesamte Dorf. Es ist genau umgekehrt, nicht die Tiere leben hinter dem Zaun, sondern die Menschen.
Sonnenaufgang um 7.00 Uhr: Nach nur wenigen Metern treffen wir auf Giraffen und Zebras, eine tolle Morgenstimmung mit dem höchsten Berg Afrikas im Hintergrund. Wir können uns gar nicht sattsehen.

Die Gegend ist toll. Afrikastimmung pur - Schirmakazienbäume, Giraffen und Antilopen, auch der Kilimandscharo zeigt sich in seiner ganzen Pracht. Ein Eland quert die staubige Piste und schau, da links sind Strauße. Ein prächtiges Männchen, ein braunes Weibchen und 37 Teenagerstrauße. Ist das all ihr Nachwuchs? Nein, es gibt so eine Art Rotation von Kindergärtnern, die abwechselnd auf die vielen Jungen aufpassen. Die Eltern sind derweil auf Wellness ;-)

Beim Frühstück werden wir von der Dorfbevölkerung besucht. Mit selbstgebastelten Schmuck behangen, mit Brandings im Gesicht versehen präsentieren sich die stolzen Maasai. Unsere Campingsessel werden probegesessen und der Amigo interessiert bestaunt. Ihr ganzer Stolz sind ihre Rinder und heutzutage auch Ziegen. Umso mehr Tiere, desto angesehener ist man im Dorf. Ein lästiges Übel bringen die Tiere mit sich. Die vielen Fliegen! Wie ruhig die Menschen bleiben, wenn sich die Biester in deren Nasenlöchern, Augen oder Ohren bequem machen. Wir schaffen es nicht ruhig zu bleiben und fuchteln immer wieder mit unseren Händen herum, um die Plagegeister zu verscheuchen, ein sinnloses Unterfangen, es sind zuviele.

Nun fehlen nur noch die Elefanten, die mit den langen Stoßzähnen "big tusker" genannt. Kaum ausgesprochen, erblicken wir sie hinter den Büschen am Wasserloch. Sofort biegen wir ab und schon lehnen wir uns weit aus dem geöffneten Fenster, um einen noch besseren Blick zu ergattern. Was sind wir doch für Glückskinder! Mega geil!

Da wir es ja nicht so einfach wie die Einheimischen haben und die Grenzen ohne Visum überqueren können, müssen wir anstatt mit der guten tansanischen Asphaltstraße mit der üblen kenianischen Holperpiste vorlieb nehmen. 80km rattern wir über Löcher, Wellblech, zusammengestürzte Betonfurten und tiefen Wasserrillen. Wenn es nicht regnet, ist es staubig, wenn es regnet, ist es schlammig. Also die Situation so nehmen, wie sie ist und wir holpern weiter über dem Rübenacker gen Süden.
Um das Trinkwasser von den oft weit entfernten Brunnen nicht schleppen zu müssen, werden die Esel damit beladen. Wasser - ein kostbares Gut. Auch wir laufen oft mit Gießkannen und Eimern, um unsere Wassertanks mit sauberen Wasser voll zu bekommen. Abends sind wir dann hundemüde von der konzentrierten Fahrerei.

Eine gut ausgebaute Asphaltstraße führt uns tags darauf durch den Nationalpark Tsavo West. Bei Transit darf man ohne Ticket durchfahren, allerdings nur auf der Hauptstraße und weder links noch rechts abbiegen. Zuerst ist sie recht einsam, allerdings nach und nach sehen wir Zebras und Giraffen, viele Thompson Gazellen und auch Elefanten.

Palmenbäume werden mehr, aus Korallengestein werden Ziegel geschnitten, jede Menge Mangos neben der Straße, die salzige Luft können wir schon riechen. Bei der netten Maria kaufen wir Mangos und Bananen ein und sie freut sich. Ananas sind gerade reif, aufgetürmt neben der Straße bekommt man das Stück für 100,-KSH. Die Küste ist nicht mehr weit. In Kilifi wollen wir uns mit Bini & Peter treffen.

Das Boma Camping ist ein ungepflegter Platz, welcher früher einmal als Adventure Camp mit Hochseilrutschen und diversen Klettergerüsten genutzt wurde. Die Einrichtung ist halb verfallen und von Termiten zerfressen, nun wird er als Campingplatz genutzt. Also suchen wir etwas anderes, auf einem Wildcampingspot nahe am Meer parken wir uns ein und warten auf die beiden Österreicher.
Der Strand ist nett, wir sitzen auf geschnitzten Bänken, schlürfen eine Kokosnuss und beobachten die Wellen im Wasser. Aus dem Sandloch blitzt ein Paar Augen und schon flitzt die Krabbe über den feinen Korallensand.


Die Küste ist vornehmlich muslimisch geprägt mit vielen Moscheen und wir werden wieder vom Muezzin am Morgen geweckt. Der Fastenmonat Ramadan beginnt bald, wo die Menschen dann tagsüber nichts trinken, essen und rauchen dürfen. Bei diesen hohen Temperaturen ist der Flüssigkeitsmangel nicht zu unterschätzen. Wir machen das mit Mangosaft und einem Schuss Rum drinnen. Mit dem "Old Monk" kommen tolle Erinnerungen an Indien hoch und wir schwelgen in der Vergangenheit... Liebe Grüße an Marja und Paul! Aber nun Schluss damit, wir wollen weiter... in ein Paar Tagen kommen wir wieder in das beschauliche Kilifi zurück, doch vorerst fahren wir mal die Küste nordwärts hoch.
Verena ist immer wieder von den Frisuren der afrikanischen Frauen entzückt. Kunstvoll geflochten, denn ihre Haare sind von Haus aus kurz und struppig. All die langen Haare sind Kunsthaar, ob in blau, rot oder blond. Die Frauen verbringen viele Stunden mit Zöpfe flechten.

Von Watamu sind wir geflasht, eigentlich haben wir uns nicht viel erwartet und finden nun ein nettes Ortschafterl mit wunderschönem Strand vor. Doch bevor wir uns ins Watamu Beach Cottage reinpressen, müssen noch einige dickere Äste geschnitten werden.
Nun parken wir inmitten eines gepflegten Gartens, 2 Campingstellplätze neben den tented Camps (das sind Fixzelte auf einer Bodenplatte, die man mieten kann), einer tollen Außendusche, die man mit den durstigen Blauaffen teilen muss, einer Gemeinschaftsküche und zum Glück ist ein Stromanschluß vorhanden. Denn die Bäume machen sehr viel Schatten und die Luft steht. So können wir unsere Ventilatoren laufen lassen, besonders Nachts beim Schlafen ist das angenehm.


"Ciao, tutto bene" so werden wir von den Einheimischen am Strand angesprochen. 5000 Italiener zählt die Community, die permanent hier leben und dann kommen noch viele italienische Touristen hinzu. Kein Wunder, es ist wirklich ein toller Platz. Der Strand scheint naturbelassen, die Bauten beginnen erst nach den kleinen Sanddünen. Bei Ebbe kann man weit hinaus ins Meer laufen. Wie in einer Badewanne liegen wir neben roten Seesternen im warmen Wasser, plaudern mit den Urlaubern, sehen den Kitern zu und kommen mit einem Sonnenbrand nach Hause.

Ein Riff ist vorgelagert, das zählt jedoch zum Marine National Park, zu dem man nur mit einem Boot rausfahren kann. Wir begnügen uns morgens bei Ebbe, wenn das Wasser noch ganz ruhig ist, im 40cm hohen Wasser die Papageienfische, Blaupunktrochen, vielen bunten Fische und Seeigeln zu beobachten. Wenn es am Bauch wieder mal kitzelt, ist das Wasser zu seicht und das Seegras zu hoch.

Es fühlt sich an wie Urlaub, im Pool plantschen, im Meer liegen, Sundowner, Fisch grillen, nette Gespräche und Spielenachmittage. Nein, wir wollen nicht weg. Während Bini & Peter weiter in den Norden fahren, um die Insel Lamu zu besuchen, bleiben wir gerne hier und warten auf sie. Carlo bringt uns einen Yellowfin Tuna, ein sehr guter Fisch, von dem wir mehrmals essen können. Mit dem Fahrrad sind wir in der Ortschaft unterwegs. Der Weg ist gepflastert mit Souvenierständen, Restaurants und sogar einem modernen Supermarkt, der auf die italienischen Einwohner abgestimmt ist. Parmesan, Parmaschinken und Mozzarella, aber um das 5fache teurer als im Ursprungsland. Da wir ja in 2 Monaten nach Österreich fliegen, können wir gut darauf verzichten.

Die letzten gemeinsamen Tage verbringen wir wieder in Kilifi, diesmal bei Mike im Garten. Mike ist der Nachbar vom Chris, der das Distant Relatives (Ecolodge & Backpacker) leitet. Die Zufahrt muss mal wieder freigeschnitten werden, sonst passen wir nicht durch. Thimothy erledigt das für uns. Stehend mit der Machete in der Hand am Dach, während Wolfi Zentimeterweise langsam vorfährt.
Mike ist aus Nairobi zurückgekehrt und will aus dem Grundstück seiner Eltern einen Campingplatz machen. Eine tolle Außendusche gibt es schon, der Toilette fehlt noch die Türe oder der Vorhang, Stromanschluß und Wasserhahn sind auch vorhanden. Mit unseren Lichterketten machen wir Vanlife-Stimmung ;-)
Wolfi kocht mal wieder Mangomarmelade. Die Saison geht bald zu Ende und leere Einmachgläser brauchen wir wirklich nicht.

 


Die Atmosphäre im Backpacker nebenan, wo es für uns einen Privatzugang gibt, ist groovig und leger. Ein kleiner Strand am Meeresarm ist auch vorhanden. In dunklen Nächten sollte das Wasser flourezieren. Auf den Weg dorthin raschelt es im Gebüsch. Dicke Krabben laufen uns vor die Füße, gezwickt werden möchten wir von denen lieber nicht. Leider gehen wir ohne dem leuchtenden Spektakel wieder nach Hause. Vielleicht morgen!?


Viel ist nicht mehr los, die Saison neigt sich dem Ende zu, Es wird von Tag zu Tag wärmer, bevor dann die Regenzeit, die nun vor der Türe steht, die Temperatur wieder angenehmer macht. Der Pool ist viel zu warm, beim Drehfußball kommen wir auch ins Schwitzen und beim Radfahren sowieso. Bei unserem Fischhändler des Vertrauens ergattern wir heute einen köstlichen Kingfisch und einen wunderschönen Papageienfisch- welch ein Festmahl.
Am Wochenende gibt es Programm. Designer Awards werden vergeben, eine Modenschau von heimischen Modemachern findet rund um den Pool statt, tags darauf ist der österreichische DJ Doblhoff in Action.

Seit geraumer Zeit vermuten wir schon, dass unsere Stoßdämpfer kaputt sind. Endlich schraubt sie Wolfi ab und siehe da, die können wir gleich in die nächste Mülltonne werfen. Wolfi kontaktiert Chris von der Jungle Junktion in Nairobi und der hat prompt einen Kontakt für uns, der die passenden Dämpfer hat. Wie cool ist das denn, sie werden gleich bestellt. Um sie bezahlen zu können, brauchen wir MPesa, also rein in die Stadt und in den nächsten Handyladen, um uns dafür zu registrieren und mit der Telefonnummer zu verknüpfen. Dann weiter zum ATM, um Geld abzuheben, das abgehobene Geld wird auf das Mpesa Konto transferiert und nun können wir die Stoßdämpfer bezahlen. Wenige Sekunden später ist das Geld beim Verkäufer eingegangen.
Jeder Kenianer hat Mpesa und es wird fast alles damit bezahlt, sogar am Straßenrand das Kilo Tomaten. Manche nehmen gar kein Bargeld mehr und bevorzugen die Onlinebezahlung. Da viele Menschen kein Bankkonto besitzen wurde dieses System kreiert, als die Mikrokredite eingeführt wurden. Viele Frauen in Afrika konnten dadurch ein kleines Geschäft eröffnen und so aktiv zum Familieneinkommen beitragen.
Die Stoßdämpfer werden beim Lieferservice abgegeben und bereits am nächsten Tag liegen sie vor unserer Haustüre. Der Nummer nach haben wir ja gehofft, dass es die heavy duty Stossdämpfer sind, welche wir bereits seit 5 Jahren suchen und die in Europa nicht mehr hergestellt werden. Und tatsächlich "Original Sachs und heavy duty Ausführung" - Wolfi freut sich wie ein Schneekönig.
Der Amigo liegt nun wieder wunderbar auf der Straße, kein Nachschaukeln und -wippen mehr.

So, nun ist es wieder mal so weit. Beim Reisen muss man immer wieder Abschiednehmen und richtig gewöhnen wird sich Verena nie daran. Kurz und schmerzlos: Tschüß!
Unsere Freunde fahren landeinwärts und wir in den Süden.

 

 

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