Botswana 3.Teil

22.09. - 12.10. 2022

Einreiseort: Pandamatenga
Ausreiseort: Ngoma Bridge
Währung: 1€ = 13,- Pula
Dieselpreis: 1l = 17,73 P

Kaum dem Busch entflohen, stehen wir vor einem Grenztor mit Häuschen dahinter. Die botswanische Grenze ist fest in Frauenhand. Auf die Frage, wieviele Tage wir denn das Visa haben wollen, antworten wir mit 30 Tagen. Obwohl wir schon mehrmals gehört und gelesen haben, dass Botswana die Visumsregelung sehr streng nimmt und nur 90 Tage pro Jahr gewährt, haben wir Glück und halten 2 Minuten später unseren Pass mit weiteren 30 Tagen Visum in den Händen. Insgesamt sind das mehr als 90 Tage.
Zoll gibt es keinen, dafür eine Veterinärin, die unseren Kühlschrank nach Fleisch, Obst, Gemüse und Eiern durchsuchen möchte, denn das sind Lebensmittel, deren Einfuhr nicht erlaubt sind. Oje, denn unser Gemüsefach ist voll. Wir haben doch keine Einkaufsmöglichkeit mehr, denn das Camp ist nur wenige Kilometer entfernt. "Do you know how angry my husband can be, if he´s hungry?" Die Beamtin schaut Verena etwas skeptisch an und meint, dass er doch so nett aussieht. "Ja, weil er im Moment nicht hungrig ist!" Da fängt sie zu Lachen an und schließt die Kühlschranktür. Tina und Thomas müssen ihre Schuhe noch desinfizieren, dann sind wir alle durch.

"Touch of Africa", so heißt das Camp, welches außerhalb von Pandamatenga liegt und dem Österreicher Franz gehört, der lebt seit vielen Jahren in Afrika und war früher Berufsjäger.
Karin & Manfred warten schon auf uns, denn mit ihnen sind wir verabredet. Die Wiedersehensfreude ist groß, das letzte Mal haben wir uns im März gesehen. Mitten am Parkplatz, rund um den Baum machen wir eine Wagenburg und genießen die Tage in netter Gesellschaft.

Als uns Franz am Nachmittag von den Skorpionen erzählt, die nun aus ihren Verstecken kommen, hören wir es in der Küche schreien. Tina, seine Angestellte, hat in der Outdoorküche nach einem Gewürzglas gegriffen und den Skorpion nicht gesehen, der sich dahinter versteckt hat. Prompt hat der zugestochen. Tödlich sind sie nicht, aber die ersten 4 Stunden soll es höllisch weh tun, deshalb wird Tina gleich ein doppelter Whiskey verabreicht, die restlichen 8 Stunden hat man auch noch ziemliche Schmerzen, doch dann ist der Spuk vorbei. Am nächsten Tag sehen wir Tina schon wieder arbeiten, die Schwellung am Arm ist weg und auch von der Einstichstelle ist kaum was zu erkennen.
Abends tauschen wir unsere FlipFlops gegen geschlossene Schuhe und ziehen sicherheitshalber eine lange Hose an. Mit der UV Lampe sind die kleinen Biester gut zu erkennen, wir zählen mehr als 10 Stück im näheren Umkreis.

Tina & Thomas verlassen uns Richtung Namibia, die beiden haben Mitte Oktober Termine in Kapstadt, danach geht es für die beiden nach einigen Jahren Südafrikaaufenthalt wieder zurück nach Deutschland. Auch Karin & Manfred zischen los nach Windhoek, dort wartet ein neuerlicher Werkstattbesuch auf Momo, ihren Truck. Wir bleiben noch ein paar Tage beim Franz und stellen uns weg vom Parkplatz, hinüber zu den Bungalows. Mit einem Schlag sind wir nun die Skorpione los, vielleicht passt ihnen der sandige Untergrund hier nicht? Egal, uns freut es!
Haushaltsarbeiten wie Putzen und Wäsche waschen sind angesagt, die Homepage will aktualisiert werden und am Wasserloch direkt am Camp tut sich auch einiges. Morgens marschieren wir unsere Runde. Aber wohin, wenn man nur von Busch umgeben ist? Franz meint, lieber links der Straße bleiben, rechts sollten wir nicht rein, denn da gibt es Löwen. Aha, wissen das die Löwen auch? Nach 500m rechts im Busch auf einer kleinen zugewachsenen Piste wird es Verena etwas mulmig und schlägt vor, die Hauptstraße entlang zu gehen. Zwar nicht sehr schön, aber im Notfall könnte uns ja ein vorbeikommendes Auto Obdach gehen, falls Elefanten oder Löwen die Straße kreuzen. Die schnurgerade Straße verleitet zum Schnellfahren und so ist es kein Wunder, dass wir jeden Tag mindestens einen Roadkill sehen. Schakale, einen Honigdachs und eine kleine Antilope.



Als wir am Nachhauseweg ins Camp abbiegen, sehen wir die Autos abbremsen. Eine riesige Elandherde zieht über die Straße. Verena zählt 98 Tiere und wir beeilen uns zum Wasserloch, denn dahin sind sie unterwegs. Franz erzählt uns, dass während unserer Abwesenheit schon eine große Herde Rappenantilopen hier war.
In der Nacht schlägt Franz sein Hund, ein Buren Mastiff, an. Als er die Haustüre öffnet um nachzusehen, stürmt der Hund hinaus und hat Glück, dass die Hyänen nicht an ihm, sondern nur am jungen Eland interessiert sind. Jedenfalls verschwinden sie in der Nacht und Franz kann seinen Hund wieder ins Haus bugstieren.

Aus dem Gemüsegarten lacht uns Grünes entgegen. Lollo Rosso und Eichblatt, daneben Petersilie. Wir dürfen uns bedienen und schneiden fleißig auf Vorrat ein. Was Wolfi da so macht interessiert den Vogel wiederum nicht, denn sein Spiegelbild ist viel wichtiger.

Wir brechen auf und wollen auf der Hunters Road in den Norden fahren. Direkt im Camp geht die Zufahrt raus. Doch nach 2km müssen wir umdrehen, denn dichter Rauch und meterhoch züngelnde Flammen schlagen uns entgegen. Wenn die Windböe einfährt, hüpft das Feuer sofort einige Meter weiter und es kommt genau in unsere Richtung. Wir schauen, dass wir schnellstmöglich umdrehen und fahren die Piste wieder raus. Nachdem wir Franz gewarnt haben, hüpft dieser in sein Auto und will sich selbst überzeugen, wie schnell das Feuer ist und ob es womöglich sein Camp erreichen wird. Zwar hat er vorsichtshalber rund um sein Anwesen eine Feuerschneise angelegt, doch sicher ist sicher.



Bei der nächsten Möglichkeit biegen wir von der Hauptstraße auf eine andere Zufahrt zur Hunters Road ein. Vorbei an einem weiteren Camp mit künstlichem Wasserloch. Die durstigen Zebras und Pferdeantilopen müssen warten, bis die Elefanten mit Wasser saufen fertig sind, denn die Dickhäuter lieben es, dass Wasserloch für sich alleine zu haben. Und bis sie mit Saufen, Plantschen und Matsch bespritzen fertig sind, kann es dauern.


Unser Mittagessen ist beendet, wir wollen weiter. Die Hunters Road ist die Grenzstraße zwischen Simbabwe und Botswana, wobei "Straße" etwas hochgegriffen ist, denn Feldweg trifft es besser. Es gibt keinen Zaun und die Tiere können frei zwischen den Ländern umherwandern. Alle natürlichen Wasserlöcher sind ausgetrocknet, bis auf eines und bei dem parken wir uns ein. Da braucht man nicht mal auf Safari gehen, denn die durstigen Tiere kommen hier alle mal lang.
Jeden Morgen pünktlich um 9,00 Uhr taucht eine Rappenantilopenherde auf, kurz darauf kommen die Zebras angetrabt. Zwischendurch sind Schakale, Warzenschweine, Pferdeantilopen, Tsessebes und Kudus am Ufer. Die Giraffen sind sehr vorsichtig und kommen nur sehr langsam näher. Bevor sie sich runterbeugen, wird die ganze Gegend haargenau gescannt.

Wir sind bereits den 3. Tag hier. Wolfi macht einen Mittagsschlaf und Verena liest auf der Bank. Auf dem Rückweg vom Badezimmer, wirft sie schnell einen Blick zum Wasserloch. Nein - das gibt es doch nicht - ein Löwe beim Saufen. Keine 20m von uns entfernt. Unter dem Baum im Schatten liegt noch einer. Ihre Bäuche scheinen voll zu sein und so dösen sie den ganzen Nachmittag im Schatten. Wir klappen sicherheitshalber die Stufen hoch, überlegen noch, ob wir die Haustüre schließen sollen, entscheiden uns aber dagegen und machen nur das Moskitonetz davor. Sie dürften eh keinen Hunger haben und sehen sehr zufrieden aus. 2 Löwen im besten Alter, vielleicht sind es Brüder, die letzte Nacht gemeinsam gejagt haben? Irgenwann trollen sie sich und verschwinden im hohen Gras.



In der Nacht hören wir sie brüllen und als wir am Morgen munter werden, erwarten uns die beiden Löwen bereits. Das Wasserloch ist verweist, in der Ferne sehen wir die Zebras, Giraffen und Antilopen, doch niemand traut sich näher ran. Wir entscheiden uns für Hausarrest, obwohl die Sonne vom Himmel heizt, schmachten wir lieber im Amigos Inneren, beobachten die Löwen vom Fenster aus und verschieben unsere Weiterfahrt. Mittags verschwinden die beiden im hohen Gras, um am Nachmittag wieder zurückzukehren und sich diesmal ganz nah an den Amigo zu kuscheln. Manchesmal suchen sie fast Blickkontakt und es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn sie uns so anstarren. Als es dunkel wird, fangen die beiden zu brüllen an, dass es Verena nun fast ein wenig unheimlich wird. Vor uns marschiert die Elefantenherde zum Wasserloch. Wir sind eingekreist.


Ein einzelnes Hippo nennt das Wasserloch sein eigen. Normalerweise verlassen sie am Abend das Wasser, um auf Nahrungssuche zu gehen. Tagsüber würde ihre Haut von der Sonne verbrannt werden. Also staunen wir nicht schlecht, als das Wasserloch den ganzen Tag leer ist und das Hippo erst am Nachmittag von der Seite anmarschiert kommt. Voll mit trockenem Dreck. Vielleicht ist es deswegen etwas aggressiver, denn der Amigo passt ihm gar nicht. Als Wolfi vom Podest aus einige Fotos macht, dreht es sich um, fixiert uns, fängt zu grunzen an, stampft mit dem Vorderfuß ein paar mal in den Boden und startet einen Angriff auf uns. Es sieht ganz schön gefährlich aus und wir schließen sofort mal die Haustüre. Nach ca. 3m bleibt es aprubt stehen, denn der Amigo ist ziemlich unbeeindruckt vom Flusspferd und bewegt sich nicht, also dreht das Hippo ab und trabt grunzend und schimpfend ins Wasser.
Wieder geht ein herrlicher Tag im Busch zu Ende.

Nach 5 aufregenden Tagen verlassen wir das Wasserloch, das jeden Tag weniger Wasser führt. Bald wird auch dieses trocken sein und es dauert noch ein paar Wochen, bis der Regen kommt - eine harte Zeit für die Tiere. Immer wieder kommen uns Elefantenherden entgegen, eine Löwin verschwindet im hellbeigen Schilf, leider haben wir sie nur kurz gesehen. Die sanften Riesen sind unterwegs zu den künstlichen Wasserlöchern der Camps. Sie riechen das Wasser und wissen genau, wohin sie müssen. In der Trockenzeit ist kein Pool oder Kanal vor ihnen sicher, Hauptsache der Durst wird gestillt. Die Bäume sind leergefressen, nun müssen die Rinde und die Äste daran glauben. In dieser Zeit verhungern viele alte Elefanten, denn nach dem 6. Zahnwechsel wachsen ihnen keine weiteren Zähne mehr nach. Die Rinde allein ist zuwenig und das Holz ist einfach zu hart für die abgenutzten Beißerchen, so ist die natürliche Todesursache des Elefanten - das Verhungern, kein so schönes Ende für unsere geliebten Dickhäuter.

Mittlerweile sind wir in der Kleinstadt Kazungula angekommen. Eine Grenzstadt, mit Anbindung zu Sambia und Simbabwe und eingekreist von Nationalparks und Conservancies zum Schutz der Wildtiere, alles ohne Zäune. Die Elefantenpopulation hier ist die größte der Welt, was für die Einheimischen nicht immer einfach ist, denn die Dickhäuter sind nicht gerade berühmte Gärtner und verwüsten ganze Landstriche. Warzenschweine vor dem Supermarkt und zwischen den Bungalows, Impalas in den Gemüsegärten, Hyänen streifen in der Nacht durch die Wohngebiete, Büffel und die Elefanten marschieren quer durch die Stadt an den Fluss Chobe zum Saufen, an dem wir gerade parken.

In der Nacht werden wir munter. Neben uns, nur von einem gemauerten Zaun getrennt, macht sich eine Elefantenherde über das grüne Schilf und die Bäume her. Ein junger Elefantenbulle will das gemauerte Klo inspizieren und muss den Rückweg im Retourgang bewältigen, denn spätestens beim Bauch bleibt er im Eingang stecken. Der Nachbar hat helle Scheinwerfer gegen die Diebe, weil die Nachbarn ja immer die gefährlichsten sind, auf der anderen Uferseite ist Namibia und daneben gleich Sambia. Gut beleuchtet können wir das nächtliche Geschehen super beobachten. Möchte ein Hippo aus dem Fluss, wird es lautstark von den Elefanten wegtrompetet. Was für eine Nacht!

Unser Wassertank wird langsam leer, also sollten wir wieder mal einen Campingplatz aufsuchen. In Kasane parken wir uns bei der Thebe Lodge ein, mit Blick auf einen hohen elektrischen Zaun. Wir verstehen, dass der Zaun für die Sicherheit der vielen Touristen notwendig ist, doch wir bevorzugen es lieber etwas freier. Einen riesigen Vorteil hat der Campingplatz aber, es lässt sich die Hitze am kühlen Pool gut ertragen. Bei 39°C und einem Wind der so heiß bläst als ob man den Haarföhn eingeschaltet hat, ist tagsüber nicht viel anzufangen. Lesen und im Schatten sitzen. Am späten Nachmittag kehren die Lebensgeister wieder retour. Gin Tonic zum Sonnenuntergang, gegrillte Hühnerteile mit Bulgursalat und danach eine Wasserpfeife. Bis wir ins Bett gehen, hat der Amigo schön abgekühlt - perfekt.

Wir haben eine Bootstour gebucht. Mit 18 anderen Touristen aus einem Overlandbus, werden wir den Chobe entlanggeschippert. Flussaufwärts in den Nationalpark umrunden wir die Sedudu Insel, um die zwischen Botswana und Namibia gerangelt wurde. Kein Wunder, alle Boote fahren die selbe Strecke, das sind sehr gute Einnahmen, die keiner verpassen möchte. Unzählige Krokodile liegen auf den Sandbänken, verschiedene Vögel können wir beobachten, die Büffel vertilgen das saftige Gras und einer schwimmt sogar neben uns im Wasser, die Hippos liegen am Ufer und der Waran hat Beute entdeckt. Buschböcke, Letschwes, Impalas - es tut sich einiges. Die Elefanten schaben mit ihrem Vorderfuß im Gras. Da momentan keine mineralhaltigen Blätter vorhanden sind, schaben sie die Grasbüschel lose, um sie mit ihren Rüssel aufheben zu können. Darin sollten viele Vitamine enthalten sein, so erzählt es uns der Guide. Eine nette Bootsfahrt geht mit einem wunderschönen Sonnenuntergang zu Ende.

Heute ist der 11. Oktober und wir haben eine Verabredung mit Lena & Tobias. Die beiden haben Verenas neues Handy und die neuen Kreditkarten mit im Gepäck, obendrein gibt es noch Pumpernickelbrot als Geschenk. Vielen Dank ihr Lieben! Die beiden leiten für 2 Wochen eine deutsche Safarigruppe und bei der Lodge, wo wir uns treffen, darf man nicht campieren, so bleibt uns leider nicht viel Zeit zum Quatschen... Doch man sieht sich wieder und dann mit mehr Zeit!
Vor uns sehen wir die Brücke über den Chobe. Derzeit ein kleines Rinnsal, doch es lässt erahnen, wie breit der Fluss anschwillen kann, eine natürliche Grenze zu Namibia. die Grenzformalitäten sind auf der Botswana Seite rasch erledigt, doch was wird uns in Namibia erwarten?

 

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