Sambia 2
06.05. - 30.05.2026
Währung: 1 Euro =
22,- Sambia Kwacha
Dieselpreis: 1l = 33,99 K
Einreiseort: Nakonde

Unausgeschlafen und völlig übermüdet kämpfen wir uns vom Parkplatz zum Zollgebäude vor. So wie wir, wollen sich auch die anderen Lkws von allen Seiten einreihen. Gerade aus geht es zur kommerziellen Zollabfertigung, rechts zur privaten. Es ist schwierig, auf der engen Fahrbahn einen Platz zum Parken zu finden. Privat-Pkws verkehren so gut wie keine, entweder sind es vollgeladenen Lastwagen oder Fußgänger, aber auch von denen nicht viele, denn die Sambier und die Tansanier können sich ohne Ausweis frei von einem Land zum anderen bewegen.

Der Zoll, der für das TIP (temporary import permit) zuständig ist,
ist umgezogen. Einmal quer über den Hof, dann wieder retour, rauf in
den 1. Stock für den Stempel, wieder über den Hof zur Kontrolle,
nebenan in das andere Gebäude für die Carbon tax, der Schalter zum
Bezahlen ist wieder woanders... so geht es ca. 4 Stunden lang, denn zwischenzeitlich
ist der Zuständige eine geraume Weile am Klo und ein anderes Mal "irgendwo".
Wir laufen kreuz und quer am Gelände rum. Dann haben wir die Zollformularitäten
endlich erledigt, 60 Tage Visum kostenlos in den Pass gestempelt bekommen
und wir können die Grenze verlassen. Die Uhrzeit stellen wir um 1 Stunde
vor, nun haben wir wieder die gleiche Zeit wie in Mitteleuropa und doch so
weit weg. Im ersten Dorf kaufen wir eine SIM Karte, die registriert werden
muss und dazu Datenguthaben, 22 GB für 1 Monat um 200,-KW.
So nun sind wir für das Land gerüstet. Wir sind müde und haben
Hunger, ein netter Platz im Busch ist bald gefunden. Sessel raus, Kaffeekocher
an, dazu gibts Bananen.

Beim Frühstück
bekommen wir Besuch vom Nachbarn, "ihr seid gestern an meinem Haus
vorbeigefahren, da unten das runde Lehmhaus mit dem Strohdach." meint
er. Welches er nun genau meint, wissen wir nicht, denn sie sehen alle gleich
aus, aber ist auch nicht wichtig. Moses spricht gut Englisch, er ist 57 Jahre
alt, hat 10 Kinder und ist Bauer, so wie alle in der Gegend. Wir parken neben
seinem Süßkartoffel-Acker, dahinter hat er Mais und Bohnen angebaut,
so wie alle hier. Wenn am Acker nichts zu tun ist, wird Grillkohle gemacht.
Bäume gibt es kaum mehr in der Umgebung. Die fertige Grillkohle wird
in große Säcke gepackt und mit dem Fahrrad ins Nachbarland gebracht,
weil es dort Abnehmer gibt. 30km sind es bis Tansania, dafür braucht
er 2 Stunden, Moses bekommt dort außerdem mehr Geld für seine Kohle,
als hier in Samiba. Viele, die kein Fahrrad besitzen, stellen ihre Säcke
neben die Fahrbahn und hoffen, dass die LKW Fahrer anhalten und ihnen etwas
abkaufen, da bekommen sie zwar weniger, aber immerhin gibt´s etwas.
Viele der jungen Fahrer haben nie eine Fahrschule besucht, besitzen auch keinen
Führerschein, deswegen kommt es oft zu Fehleinschätzungen und dadurch
zu Unfällen, die wir in den nächsten Tagen noch zu Hauf sehen werden
und dann immer an Moses denken müssen, als er uns das und noch vieles
mehr über sein Land erzählt hat.
Die Great North Road
ist bis auf ein paar Abschnitte in bestem Zustand, guter Asphalt mit Seitenstreifen.
Ca. alle 50km ist eine Mautstelle, bei der für einen 2Achs Lkw 10,-€
fällig wird. Viele der entgegenkommenden Lastwagen sind mit Kupfer beladen.
Nördlich von Lusaka wird Kupfer in großem Stil abgebaut und unter
anderem nach Tansania an die Küste zum Hafen gebracht.
Teilweise sind die Lkws in desolatem Zustand, sie werden so lange gefahren,
bis nichts mehr geht. Winter kennen sie keinen, deshalb reicht zum Starten
vom Mercedes SK auch zwei Pkw Batterien, der Rest vom Batteriefach wird dann
mit Ziegeln aufgefüllt.
Das Gebiet ist dünn besiedelt, in den wenigen Dörfern gibt es nur
das Notwendigste. Wir biegen jedoch bald von der Hauptroute ab, wollen in
den Osten des Landes. Gleich am Anfang der Piste ist ein Schranken. Wir müssen
uns im dicken Buch eintragen, wegen der Wilderei wäre es. Es geht durch
Busch und Wald. Der Regen hat vor ca. 3 Wochen geendet. Bis auf ein paar wenige
Abschnitte ist die Piste trocken. Riesengroße Löcher voll mit Holzstämmen,
Steinen und Ästen zeugen vom Kampf - Fahrzeug gegen Schlamm. Die Regenzeit
war heuer besonders arg und heftig, sehr viel Regen ist gefallen und die Strecke
nach Lundazi, auf der wir nun unterwegs sind, war für mehrere Wochen
unbefahrbar.
Einige wenige Häuser sind inmitten des dichten Buschwalds. Die Menschen
leben von der Erdnuß-, Mais- und Bohnenernte. Die Kinder kommen uns
mit Kübeln entgegen. Wir wissen nicht, wie weit sie fürs Wasser
laufen müssen, die Konversation ist schwierig und Brunnen sehen wir keinen.
Die Ameisenautobahn hat Rush Hour, besser man macht einen Bogen rum, denn
die Bisse der mutigen Viecher tun ganz schön weh.
Für heute bleiben wir über Nacht in einem Steinbruch stehen. Viel Elefantendung liegt rum, doch die Dickhäuter sehen wir leider nicht. Allerdings sind wir von Tse-tse Fliegen umgeben, die die tödliche Schlafkrankheit übertragen. Dunkle Farben (besonders Blau) und Bewegung lieben sie. Das passt mit Amigo genau. Braunes Auto mit dunkelblauen Autositzbezügen und in Bewegung sind wir beim Fahren natürlich auch. Im Keller liegt noch Moskitonetz, zwar auch blau, allerdings spannen wir das ab morgen über die Türen, dann können wir die Fenster offen lassen, denn sonst ist die Hitze etwas schwer zu ertragen. Zu allem Übel hat auch die Lüftung gerade ein Eigenleben entwickelt, diese will nur laufen, wenn es ihr passt und das ist selten der Fall.... schließlich bleibt der Ventilator komplett stehen.

Ein Fahrzeug hat eine Panne. Mit einer provisierten Plane über die Büsche gespannt, haben sie etwas Schutz in der Nacht gehabt. Die junge Frau mit ihrem Kleinkind hockt nun im hohen Gras. Hilfe ist unterwegs und sonst brauchen sie auch nichts.
Kurz vor der Brücke
über den Luangwa fängt mitten im Nix plötzlich Asphalt an,
der jedoch nach ca. 30km ebenso schnell wieder endet. Die Piste schlängelt
sich der Grenze Malawi/Sambia entlang.
Neben dem Hirsefeld, wo wir heute übernachten, bekommen wir Besuch vom
stolzen Mühlenbesitzer. Es ist die einzige Mühle weit und breit
und die Bewohner kommen zu ihm, um aus dem Mais und der Hirse Mehl mahlen
zu lassen. Für jene, für denen der Weg zu weit ist, müssen
das in mühevoller Handarbeit im großen Holzbottich zerstoßen.
Auf die Frage, ob wir heute Nacht in Malawi oder in Sambia sind, meint er
in MALAWI - wir sind quasi illegal im Land ;-)

Die weitere Piste ist
staubig, schottrig oder auch mal naß, Viele Bewohner sind Tabakbauern.
In 100kg Säcken gepreßt werden sie zu Sammelstellen gebracht, von
wo Lkws die Ware dann abholen und in die Hauptstadt zur Tabakauktion bringen.
Wir unterhalten uns mit Hakainde. Er sitzt zwischen den nicht so guten Tabakblättern,
die er nun aussortiert und lokal verkaufen wird. Seine Säcke sind schon
abgeholt worden. Heuer ist der Preis für den Tabak nicht gut, nur die
Hälfte vom Vorjahrespreis. 34 Ballen à 100kg kann er heuer verkaufen,
pro Ballen bekommt er 50,- USD. Das ist sein Jahreseinkommen, wovon er dann
aber wieder das Geld für die neuen Setzlinge ausgeben muss. Hakainde
hat im Vergleich zu vielen anderen größere Felder.
Er will unsere Telefonnummer, sein Sohn hat studiert und könnte vielleicht
mit unserer Hilfe einen Job in Europa bekommen.
Es ist Erntezeit, nach dem Regen ist alles bereit fürs große Geschäft mit dem Ertrag. Mais, Sojabohnen, Sonnenblumen und Erdnüsse - vor den Sammelstellen stehen die Tafeln mit dem aktuellen Preisen, welche pro Kilogramm an die Bauern bezahlt werden.
In Lundazi parken wir uns bei Gilbert in den Hof. Nach 560km ist es die erste größere Stadt mit Geschäften, wo man Joghurt, Gemüse und Obst bekommt. In der Marktstraße tönt Musik, vor den Spielhallen lungern Jugendliche, die leicht Banane aussehen, ob von Drogen oder Alkohol, wissen wir nicht. Der Klamottenverkäufer hüpft sofort vom Stuhl und präsentiert seine neueste Kollektion. Der Eierbauer hat gerade Lieferung bekommen. 19.000 Eier - die müssen eine Woche reichen. Achja, der Ventilator funktioniert wieder, Wolfi konnte ihn mit Hilfe von Werkzeug und Reinigen wieder zur Arbeit überreden.

Wir wollen zum Lundazi Castle. Ein Schloss im normannischen Stil, erbaut von
einem Briten. Eigentlich sollte er 1948 nur ein Government Resthouse errichten,
aber er war fasziniert vom Gedanken, ein Schloss mit Zinnen, verwinkelten
Erkern, Rundbögen und Türmchen zu bauen mit dem damaligen Budget
von 500,- Pfund. Mittlerweile ist alles etwas in die Jahre gekommen - Wartung
ist nicht Afrikas Stärke. Der Duft von Mottenkugeln umgibt uns, der Gelbstich
und graugrüne Flecken auf der Bettwäsche sind gewöhnungsbdürftig,
es ist recht finster und man kann es ruhig sagen - lieblos. Wir sind wieder
einmal mehr als nur froh, mit unserem eigenen Zuhause umherziehen zu können.
Auf dem Weg nach Chipata haben wir eine Immigration Kontrolle. Ein Pickup steht am Straßenrand, auf der Ladefläche hängen einige Jungs mit Gewehren rum. Der Mann, der uns aufhält, hat zwar Immigration auf seiner Jacke stehen, jedoch ist das so ein Sticker, den man wahrscheinlich überall in den Straßenboutiquen kaufen kann. Echt oder unecht? Er will unser Pässe - Verena steigt aus, folgt Wolfis Rat, ihn immer nur einen Pass zu geben. Er hat keine Ahnung, auf was er im Pass schauen muss, der Einreisestempel ist ihm fremd. Im Auto sitzt sein Boss, er muss ihm die ausländischen Pässe zeigen. Schwupps reisst ihm Verena beide Pässe aus der Hand, folgt ihm zum Auto und übernimmt das Gespräch mit dem gelangweilten, desinteressierten Chef. Nachdem sie ein kurzes Kopfnicken als OK interpretiert hat, dreht sie sich um, quert die Straße und weg sind wir.
In Chipata freut sich
Wolfi auf den südafrikanischen Supermarkt. Endlich gibt es wieder Rindersteaks,
Grillkoteletts und Co.
Man merkt nun auch, dass die Treibstoffpreise in Afrika in die Höhe gehen.
In Kenia hat es bereits Ausschreitungen von Bus- und Taxifahrern, die den
öffentlichen Verkehr am Leben halten, gegeben. Mit umgerechnet 1,55€/Liter
ist der Treibstoff für die lokale Bevölkerung sehr teuer, wenn man
bedenkt, dass ein Monatslohn von einem Beamten bei ca. 450,-€ liegt.
Wir besorgen Geld aus dem Bankomaten, tanken noch ein paar Liter in den Tank
und verlassen dann schnellstmöglich die quirrlige, staubige Stadt.
130km sind es noch bis zum South Luangwa NP. Der Aspahlt ist durchsiebt mit unterschiedlich großen Löchern, oft ist ein Slalomfahren auch nicht mehr möglich, weil mehr Löcher, als Asphalt vorhanden ist. Neben einer kleinen Kirche bleiben wir über Nacht. Der Altar fehlt, die Bänke sind aus Ziegeln gemauert. Nicht alle Kirchen sind so, es gibt auch andere Glaubensrichtungen, von denen wir dutzende nagelneue Gebäude in den Dörfern sehen.
Kurz vor Mfuwe liegt ein
kleiner Flughafen, auf dem die Safaritouristen einfliegen können. An
der Grenze haben wir für Amigos Zollpapier nur einen Aufenthalt von 30
Tagen bekommen. "Verlängerung kostenlos möglich",
war die Auskunft des Beamten. Allerdings erst 1 oder 2 Tage vor Ablauf, das
wäre frühestens in 14 Tagen.
Als wir den Check am Flughafengebäude passiert haben, geleitet uns ein
diensthabender Wachmann zum Zollgebäude. Wir haben Glück, unser
Ansuchen wird erhört und er stempelt weitere 30 Tage aufs Dokument. Nun
haben wir keinen Zeitdruck mehr, dass wir zu einem bestimmten Datum irgendwo
sein müssen.
Raus aus dem Flughafengelände kommt uns ein Kleinlaster mit rotgewandeten
Menschen entgegen. Laute Musik tönt aus den Lautsprechern. Oje, die Wahlveranstaltungen
beginnen jetzt schon, obwohl die Wahl erst im August stattfindet.
Die Vorfreude auf Wildlife ist groß. Gleich beim ersten Wasserloch halten
wir, machen Kaffeepause und freuen uns über die auftauchenden mit Pflanzenkronen
geschmückten Hippos. Die Blatthühnchen hüpfen furchtlos knapp
vor den fressenden Kollossen herum.
Bevor es finster wird, wollen wir einen Platz zum Übernachten finden. Bereits um 17.30 Uhr geht die Sonne unter, am 21. Juni ist der kürzeste Tag im Jahr. Genau rechtzeitig zum Sonnenuntergang erspähen wir ein freies Platzerl direkt am Luangwa Ufer. Campingsessel raus, Lagerfeuer entzünden, Gin Tonic zubereiten - nun kann die Show beginnen. Sie Sonne geht hinter den Palmen unter, die Hippos grunzen sich gegenseitig an, die Pavianhorde zieht leise an uns vorbei, der Schreiseeadler begrüßt uns mit seinem markanten Ruf und später lauschen wir den Hyänen und Löwen. Herrlich, fast schon kitschig!
Am nächsten Tag lernen wir Steve kennen, denn es ist sein Platz, auf dem wir parken. Ein Brite, der schon vor 30 Jahren mit seiner Frau Anna hierher ausgewandert ist. Ein Stückchen flussabwärts haben sie ihr Farmhaus und ein Wildlife education center samt Museum gebaut - ihr Leben gehört den Wildtieren und deren Erhaltung, sie setzen sich gegen Wilderei und illegale Abholzung ein. Im Center unterrichten sie 2x pro Woche Kinder aus den umliegenden Dörfern, um ihnen mehr Bewusstsein zum Erhalt der Natur zu vermitteln. Sie kümmern sich um verletzte Tiere und pflegen sie gesund. Momentan haben sie ein Babystreifenhörnchen und eine zahme Paviandame folgt ihnen auf Schritt und Tritt. Steve hat viele interessante Geschichten zu erzählen und wir genießen die Zeit mit den beiden.

Am nächsten Morgen, als wir die Haustüre öffnen, blicken wir
direkt in ein Rudel Wildhunde. Nicht weit weg steht eine Kududame. Ob sie
es auf sie abgesehen haben? Als wir uns langsam mit unseren Ferngläsern
ranpirschen, drehen sie ab und verschwinden im Busch.
Steves Arbeiter kommen zum Bewässern der Uferbepflanzung. Jedes Jahr
nach der Regenzeit ist das Flussbett breiter und ihr Land kleiner. Das Wasser
spült den Sand weg, lässt Bäume entwurzeln und die Abbruchkante
wird immer steiler. Die Bepflanzung soll das verhindern. Als sie die Pumpe
aus dem Abstellraum holen, rufen sie uns und zeigen uns die Löwenspuren.
3 Löwen sind da heute Nacht vorbei, gestern waren diese Tatzenspuren
noch nicht da. Wir schauen uns an und bedauern es, sie nicht gesehen zu haben.
Wir sind am Abend am Lagerfeuer gesessen, während die Löwen keine
30m hinter uns vorbeimarschiert sind.
Jeden Abend verbringen
wir am Lagerfeuer, lauschen den Geräuschen und schlafen mit dieser geilen
Geräuschkulisse ein. Es ist noch finster, als wir plötzlich erwachen.
Vom Tiefschlaf auf Putzmunter in 2 Sekunden. Hörst du die Löwen
brüllen? Von allen Seiten kommt dieser tiefvibrierende Ton. Welche sind
weiter weg, andere näher und einer muss direkt neben uns sein. Aufbruch
zur gemeinsamen Jagd! Vorsichtig öffnen wir das Moskitonetz beim Esszimmerfenster,
Wolfi leuchtet mit der Taschenlampe raus und direkt dem Löwen ins Gesicht.
Solch ein Glück! Der lässt sich nicht beirren und trabt weiter.
Noch lange liegen wir wach im Bett und lauschen dem Brüllen der Könige
des Waldes.
Morgens und Abends ist die beste Zeit, tagsüber ist es sehr heiß.
Morgens ist alles ruhig, nur Vogelgezwitscher und ein unbekanntes Geräusch
aus dem Wald. Ein dumpfes Grollen in verschiedenen Tonlagen, es hört
sich fast an, als ob jemand trommelt. Steve erzählt uns dann später,
dass es Hornraben sind. Gesehen haben wir die großen schwarz/roten Vögel,
die mehr am Boden, als in der Luft leben. Das Vogelpaar bleibt ein Leben lang
zusammen und der Nachwuchs darf so lange bleiben, bis der nächste Nachwuchs
aus dem gröbsten raus ist, er macht quasi die Nannny für seine Geschwister.
Am Ufer liegen fette Krokodile, früh am Morgen sind Fischer im Holzboot
vorbeigezogen. Für alle drei ist das Boot zu klein, also müssen
2 hinterherwaten. Wahrscheinlich werden oft genug Unfälle mit Hippos
und Krokos passieren?!
Nach einer Woche fahren wir vom paradiesischen Ort ins Dorf, kaufen Gemüse und Obst und wollen die nächsten Tage im Wildlife Camp verbringen. Die 1. Reihe am Ufer ist belegt, eine Gruppe Selbstfahrer aus Südafrika machen eine Tour und bleiben nun ein paar Tage. Sarah eine Französin mit Liegerad hat ihr Zelt unter dem Baum aufgestellt. Sie ist von Kapstadt nach Nairobi unterwegs, im Herbst muss sie wieder zu Hause sein, denn dann beginnt für die Sportlehrerin die Schule wieder.
Kaum haben wir uns eingeparkt, kommt schon die erste Herde Elefanten. Beim Beobachtungsturm am Wasserloch ziehen sie vorbei. Manche bleiben stehen und bespritzen sich mit Schlamm. Durstig sind nur die wenigsten, Wasser gibt es nun in Hülle und Fülle. In den kommenden Monaten wird das kostbare Nass immer weniger, die Pfützen trocknen aus, der Fluss führt immer weniger Wasser, das ist dann die bessere Zeit den Elefanten beim Baden zuzusehen. Heute sind sie schnell wieder weg. Aber keine 20 Minuten später zieht eine weitere Herde durch und noch eine... den ganzen Nachmittag geht es so dahin. Und sogar am Abend machen sich 3 Bullen über die Äste neben der Bar her.
Warzenschweine, Impalas, Pukus laufen am nun grünen Ufersaum entlang und die Affenplage haben sie im Camp noch immer nicht gelöst. Am Abend, wenn die Camper am Kochen sind, laufen 4 Angestellte mit Steinschleudern herum, um die diebischen Paviane und Meerkatzen zu vertreiben. Verena lässt die Kartoffeln nur wenige Sekunden aus den Augen und schwupps weg sind sie. Dafür müssten noch 10 weitere Guards anwesend sein.
Und dann erreicht uns eine schöne Nachricht aus der Heimat, die uns an der Entscheidung über unseren erst kürzlich geschlossenen Plan zweifeln lässt. Vielleicht fahren wir nun doch nicht nach Südafrika? Wir überlegen noch... mehr dazu dann das nächste Mal!
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