Kenia 4

30.10. - 25.11.2025

Währung: 1 Euro = 150,- Ksh
Dieselpreis: 1l = 171,80 Ksh
Ausreiseort: Suam Border

Noch bevor der Wecker klingelt sind wir munter. Frühstücken wollen wir später, denn die ganze Nacht hat es geregnet. Die Wetter App sagt schwere Regenfälle voraus, an der Küste stehen schon einige Ortschaften unter Wasser. Schauen wir, dass wir Strecke machen, denn es regnet noch immer. Die Piste ist matschig und mit großen Wasserlachen durchzogen, so rutschen wir mal links oder rechts Richtung Böschung. Dort wo der Untergrund schottrig oder sandig ist, ist es hart und gut zu befahren. Die Zebras stehen ganz belämmert unter den Akazien. Die Impalas hüpfen vor uns über die Piste und die Giraffen lassen sich beim Fressen nicht stören. Der Tierwelt macht der Regen gar nichts aus. Auf einer Wiese bleiben wir zum Frühstück, die dunklen Wolken ziehen vorüber und es hört zwischendurch sogar kurz zum Regnen auf. Schabrakenschakale wandern an unserem Fenster vorbei und der Sekretär stolziert gemütlich dahin, auch er fliegt nicht weg.


Die Brücke ist dick mit roter Erde und Pfützen überzogen. Wo fängt der Beton an und wo hört der Matsch auf? Keine Seitensicherung, breit genug ist sie, halten wird sie wohl auch? Die Unterkonstrukion ist kaum zu sehen... Sie hält, der Amigo rutscht auch nicht seitlich in den Fluss, unsere Herzen schlagen wieder ruhiger und das Wetter wird auch besser.
Wir treffen auf 2 Radfahrer, Xavier aus Spanien ist den ganzen Weg geradelt, während seine Beifahrerin seit Uganda dabei ist. "Wo wollt ihr denn hin?" fragen wir ganz neugierig, denn die nächsten 100km sind sehr tierreich und es gibt keine Unterkunft oder Lebensmittelgeschäfte. Mit dem Rad ist man ja mit Proviant sehr begrenzt. Es gibt eine eigene App nur für Radfahrer, wo die Nächtigungs- und Verpflegungspunkte eingzeichnet sind, deswegen werden sie eine andere Route radeln. Nach 2 Stunden intensiven Quaschelns, fahren wir weiter.
Es kommt kein Regen mehr, auch die nächsten Tage sind trocken....wenn wir das eher gewusst hätten, wären wir noch weiter in den Norden gefahren.

Dem Turkanavolk, welches im Norden Kenias am Turkana See lebt, geht es nicht so gut. Dürre und extreme Überschwemmungen machen ihnen das Leben schwer. Das Hirtenvolk ist auf ihre Kühe und Ziegen angewiesen, doch diese finden zu wenig Futter im hohen Norden. Also sind viele als Klimaflüchtlinge am Laikipia Plateau ansessig geworden. In ihren Rundhütten leben sie in Großfamilien mit ihren Tierherden auf engsten Raum zusammen.

Wir sind schon fast in Nakuru. Die Schüler winken uns freudig zu. Es ist der letzte Schultag, heute beginnen die großen Ferien, die bis in den Jänner hinein dauern. Die Maiskörner werden neben der Straße getrocknet, gewendet und in großen Säcken verpackt. In jeder Ortschaft gibt es Mühlen, wo man das Korn für kleines Geld mahlen kann.
Einige schwerbeladene Mopeds überholen uns. 6 Säcke Grillkohle sind keine Seltenheit. Die Säcke nehmen soviel Platz ein, dass der Fahrer nur noch auf dem Tank sitzen kann. Die Bodabodas sind richtige Tausendsassa, nicht nur Passagiere (bis zu 6 Personen), nein auch Badewannen oder Wohnzimmercouchen und natürlich Ziegen und Schafe werden damit transportiert. Ob Fahrzeug oder Mensch - meist plagen sich alle ab.


Es ist recht kurvig und hügelig, nicht einfach einen Nächtigungsplatz zu finden. Die Nebenstraßen sind oft eng und die Felder, welche abgeerntet sind, sind zur kleinen Regenzeit zu matschig. Die Leute erzählen uns von einem katholischen Schrein. Riesengroß und wunderschön soll er sein. Die 7km lange Zufahrt ist bestens asphaltiert und plötzlich stehen wir vor einem prächtigen Gebäude, das so gar nicht in diese Landschaft passt. Zumindest gibt es einen großen Busparkplatz, auf dem wir die Nacht über parken können.

Durch die verkehrsreiche Stadt Nakuru müssen wir durch. Da wir in der Stadt eine Comesa-Versicherung für Uganda abschließen wollen, suchen wir einen Platz zum Parken, was sich als sehr schwierig herausstellt. So viele Menschen auf kleinem Raum. Es ist laut, hektisch, schmutzig und eigentlich wollen wir nur weg. Doch vorher müssen wir die Agentur finden, bei der wir bereits eine Haftpflichtversicherung für Kenia abgeschlossen haben. Denn nur bei dieser Agentur ist der Abschluss einer Comesaversicherung für die Nachbarländer möglich. Endlich sind wir im richtigen Büro. Doch leider ist das Formular für diese Versicherung vergriffen, sprich ausverkauft. Das gibt es doch nicht. Wie ist sowas möglich? In Sambia haben sie uns das einfach AUSGEDRUCKT... Enttäuscht verlassen wir das 3stöckige Gebäude und kehren zum Amigo zurück. Nichts wie raus aus dieser Stadt.

Am Baringo See gibt es nicht viel Auswahl zum Campen. Hat es bis vor 3 Jahren auch noch ein Camp auf der zum See gewandten Straßenseite gegeben, sieht man davon heute nichts mehr. Der See hat es verschluckt. Vereinzelt sieht man noch einen Strommasten, einen Wasserturm, Mauerreste oder tote Bäume aus dem See ragen. In den letzten 7 Jahren soll der Wasserpegel um 10m angestiegen sein und es ist kein Ende in Sicht. Redet man mit dem netten Campbesitzer Luka, hört man, dass es zwar mehr regnet, aber das auch nicht der ausschlaggebende Punkt für den Wasseranstieg sein kann. Viele Menschen mussten schon wegziehen, ihre Häuser anderswo wieder errichten. Ein neues Kirchengebäude wurde gebaut, die alte steht bis zu den Fenstern im Wasser und auch die exquisite Bungalowanlage daneben, kann man nicht mehr nutzen. Wenn es die nächsten 7 Jahre in der gleichen Geschwindigkeit ansteigt, wird es das Dorf Kampi Ya Smaki und viele andere Dörfer am Baringosee nicht mehr geben.

Am nächsten Morgen beim Spazierengehen können wir uns selbst ein Bild machen. Die Tumbili Cliff Lodge ist unser Ziel, doch schon 1km davor waten wir durchs Wasser. Die Zufahrt liegt in einer Senke und das Hotel, welches mal auf einem Fels gelegen ist, ragt nun wie eine Insel aus dem See. "Morgen kommen wieder Lkws, vollbeladen mit Schotter, zum Aufschütten der Zufahrtsstraße", meint der Manager. Eine Sisyphusarbeit, die er nicht gewinnen kann, aber das Ende der Lodge vielleicht um ein paar Jahre hinauszögern. Wir trinken Cafe auf der Terrasse und schauen nachdenklich aufs Wasser. "Nehmt euch vor den Krokodilen in Acht!", meint er noch, bevor wir wieder retour gehen.


Und damit nicht genug... ist das Seewasser hier so fluoridhaltig, dass die Zähne der Menschen braun werden und Knochenverformungen zu Tage treten. Viele haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und verwenden das Seewasser zum Trinken, Kochen und Waschen. Der Grund für den hohen Fluoridgehalt ist das vulkanische Gestein im Boden.

The Great Rift Valley - der große Grabenbruch - der von Syrien nach Mosambik verläuft auf einer Länge von 6.000km. Ein Riss in der Erde, in vielen vielen Jahren wird sich der Graben mit Meerwasser füllen und den östlichen Teil von der afrikanischen Platte abtrennen. Unter der Erde brodelt es, die tektonische Aktivität schwächt die Erdkruste entlang des Grabenbruchs und der Riss wird jedes Jahr um 1-2cm breiter.
Der Grund für den Anstieg aller Seen entlang des Grabenbruchs ist noch nicht erforscht. Einige meinen, dass neben den aktiven tektonischen Platten, die globale Erwärmung mit den überdurchschnittlich vielen Regenfällen, ebenso die Entwaldung, weil dadurch mehr Sedimente in die Seen gespült werden und die zunehmende Bevölkerung eine Rolle spielen.


Wir parken im schönen Garten beim Bushbaby Camping, hören die Seeadler rufen. Wolfi entrostet unsere Gastankflasche, als eine französischsprachige Familie aus La Reunion eintrifft. Caroli & Stefan mit ihren beiden Kindern Selin und Simon haben in Namibia ein Offroadmobil aufbauen lassen und reisen nun 1 Jahr am afrikanischen Kontinent rum. Sie kommen gerade aus Uganda und schwärmen uns davon vor. Ein paar Stunden später trifft eine schweizer Familie mit ihrem Pickup und Wohnkabine ein. Sofie & Mathias mit ihren Kindern Mia und Eliot. Und nicht genug kommt noch ein Motorrad angefahren, auf dem ein bekanntes Gesicht sitzt. Florian, ein Deutscher, ihn haben wir in Kambodscha vor genau 10 Jahren getroffen. Ist ja komisch, entweder sind wir alleine oder gleich so viel Gesellschaft. Jedenfalls genießen wir es in vollen Zügen.

Nach ein paar Tagen geht es weiter in die Bergwelt hinein. Nachdem wir am Markt unsere Lebensmittelvorräte aufgestockt haben, nehmen wir die ersten Kurven und Höhenmeter in Angriff. Weit kommen wir nicht, denn William hat ein nettes Cafe mit Aussichtsterrasse errichtet, von der man einen tollen Blick auf den Lake Baringo und den Lake Bagoria hat, wenn es nicht gerade regnet oder diesig ist. Die Papayas schmecken ausgezeichnet, während der piksüße Chai leider nicht so unser Geschmack ist. Dafür freut sich Wolfi umso mehr auf den von Verena selbstgebackenen Allerheiligenstriezel.


Es gibt hier viele Mango- und Avocadobäume. Von der Bergstadt Kabarnet sieht man bereits runter ins Kerio Valley. Am anderen Ende des breiten Tals geht es in vielen Kurven hoch. Wasser stürzt die Felswände runter, alles ist dicht grün, die dicken kleinen Bananen werden am Straßenrand verkauft und wir kaufen Avocados auf Vorrat. Leider werden die immer gleichzeitig reif, so dass wir dann immer zu viele haben, aber wir lieben sie halt.
Beim Lelin Camp parken wir uns ein. Zwischen 2 Flaschenputzerbäumen, an denen die kleinen bunten Nektarvögel ihre Freude haben, mit toller Aussicht auf das fast 1.000m tiefer gelegene Tal runter, machen wir uns nun auf zum Wäsche waschen. Gleich nebenan ist das jährliche Treffen des örtlichen Krankenhauses. Es wird gespeist und getratscht. Im überdachten Pavillon ziehen wir unsere Wäscheleine, denn es regnet fast jeden Tag am späten Nachmittag. Das Wasser holen wir uns in der Hotelküche beim Abwaschplatz. Dafür müssen wir über die großen verkrusteten Töpfe und halbleergegessenen Teller steigen. Die frischen Hühner werden gerade gebracht, sie sollen noch geschlachtet und gerupft werden. Das Holz für die Feuerstelle hat Joseph schon vor 2 Stunden gehackt. Die Küche ist sehr einfach, für europäischen Standard eher gewöhnungsbedürftig. Jedoch sieht das Essen am Tisch meist hervorragend aus.

Die Wanderung zum Wasserfall gestaltet sich als schwierig. Der Pfad teilt sich mehrmals, alle sind gleich wenig ausgetrampelt. Wir entscheiden uns für den falschen, aber das wissen wir erst später. Die gemeine, afrikanische Brennessel ist doppelt so groß und brennt auch mindestens doppelt so viel. Dorniges Gestrüpp so weit das Auge reicht. Immer wieder verhängen sich die Klamotten darin. Der Lehmpfad ist rutschig, gestern hat es ja geregnet. Verena rutscht aus und landet am Po, hält sich am Baumstamm fest. Ein Fehler, es ist nämlich solch einer, der die Dornen am Stamm hat und diese verschwinden nun in der Handinnenfläche. Mit schmerzverzerrtem Gesicht will sie nun die größeren Dornen rausziehen, als sie plötzlich aufspringt. Die großen Waldameisen sind in ihrem Schuh und mit ihren Beißwerkzeug hängen sie sich an die Haut fest. So ein Sch..., und der Weg ist auch noch der falsche. Also umdrehen und retour? Oder probieren wir den anderen Pfad? Nein, so schnell geben wir nicht auf. Weiter geht es durch den gefährlichen Dschungel, nur nicht stehenbleiben, denn dann werden die Ameisen aktiv. Also weiter und dann wird das Geräusch immer lauter....der Wasserfall kann nicht mehr weit sein.

Wenn wir weiter hoch gehen, könnten wir furten, sprich den Fluss queren, zumindest steht es da so und dann könnten wir auf der anderen Seite des Hügels runtermarschieren. Ok, so machen wir es. Der Dschungel ändert seine Vegetation etwas. Schöne hohe Bäume, von deren Ästen die Colombo Affen runterschauen. Kühe muhen ganz in der Nähe. Ja, ihre Spuren haben wir im Gatsch schon gesehen und dann ist plötzlich Schluss. Der Fluss ist viel zu hoch, eine braune Brühe und noch ziemlich reißend dazu. Also drehen wir um und gehen wieder retour. Kurz bevor wir die Asphaltstraße erreichen, kommt uns eine kleine Gruppe jugendlicher Stadtmenschen entgegen. Bereits nach der zweiten Serpentine keuchen sie schon. "Ob es denn noch weit ist?" fragen sie.

Am nächsten Tag wollen wir unsere Runde beenden und beginnen auf der anderen Flussseite. Es geht durch nette Ansiedlungen, hier ist der Weg nur leicht matschig. Grasende Kühe, auch die Ziegen und Schafe streunen herum. Die Kinder ebenso, die 6jährige Florine hat ihre kleine Schwester im Arm. Am Feld hilft die Familie zusammen. Heute müssen die Maiskolben vom Stengel getrennt werden. Es geht immer weiter nach oben, bis wir das Kilima Resort erreicht haben. Ein Niederländer hat das gemeinsam mit seiner kenianischen Frau aufgebaut, früher war er Laufprofi, jetzt hat er ein Resort, in dem die internationalen Läufer eine Unterkunft finden, wenn sie zum Trainieren nach Iten kommen. Aber vor allem die Paragleiter, das Kerio Valley ist ein weltbekannter Hotspot und das Fliegen nicht ganz ungefährlich.

Iten ist eine Ortschaft auf 2.200m in den Bergen. Ein Begriff unter den Läufern, denn einige der besten Marathonläufer kommen von hier. Das Laufen in dieser Höhe ist ein gutes Training. Trainingscenter und Coaches gibt es genug, sogar Outdoorläden mit Laufschuhen, gesponserte Sportakademien und vieles mehr. Morgens sieht man einige Läufer, lange Beine, große Schritte, schnelles Tempo auf der steilen Straße. Der Erfolg der heimischen Olympiagewinner motiviert die Bevölkerung. Um der Armut zu entkommen, trainieren sie sehr hart.

Die Schwanzstummelaffen verwenden den Handlauf als Rutsche und sind herrlich zu beobachten. Ein tolles Schauspiel, auch wenn sich die Krähen und Affen in die Quere kommen. Uns gefällt es in Iten und wir erkunden den Markt und die Umgebung. Die Bars sind vergittert und irgendwie hat man das Gefühl, in einem Gefängniss zu sitzen, Stimmung kommt da nicht viel auf.
Der Bäcker kommt vormittags mit dem Rad angefahren, allerdings hat er nur Lappenbrot, sprich Toastbrot;-)

Wir wollen noch dichter in die Bergwelt. Viele der Bergmassive sind abgeholzt und urbar gemacht worden. Mais ist die dominierende Kulturpflanze. Neben einem örtlichen Gesundheitszentrum bleiben wir über Nacht. Die Kinder sind neugierig, was denn die Wazungu hier machen.
In den kleinen Shops gibt es das Notwendigste zu kaufen, sogar in den abgelegensten Gegenden kann man bargeldlos bezahlen. Und jeder macht das so, von Handy zu Handy. Eine Telefonnummer aufs Brett geschrieben reicht, um zu wissen, wo man das Geld für die Kernseife hinschicken soll. Will man bar bezahlen, muss man viel Zeit mitbringen, denn das Wechselgeld aufzutreiben - das dauert.

Wir schrauben uns hoch bis 3.100m, die letzten 100m zum Gipfelkreuz müssen wir zu Fuß zurücklegen.
Die Leute leben permanent hier, sind Kleinbauern und ihre Arbeit ist oft sehr mühsam. Die Felder sind steil und es wird alles händisch bearbeitet. Mittlerweile teilt sich die Maisanbaufläche mit Kartoffeln. Irische Kartoffel, wie die Einheimischen sagen. Alles was keine Süßkartoffel ist, wird so genannt. Wahrscheinlich haben es irische Missionare irgendwann hierher gebracht. 3x im Jahr können sie ernten, bis nach Uganda werden sie verkauft.


Die Nacht ist kalt, ca. 8°C hat´s draußen. Wir wollen nicht jammern, denn im Amigos Inneren ist es warm, während es in den zügigen Hütten rundherum sehr kalt sein muss. Löchrige Hosen und zerrissene Jacken wärmen nicht unbedingt, dazu keine Socken und meist nur Badeschlappen oder gar barfuß. Die Kinder beobachten uns stundenlang. Schüchtern verstecken sie sich hinter den Zäunen, die es hier zur Genüge gibt. Jedes Grundstück ist eingezäunt und innerhalb des Grundstücks verläuft auch noch Zaun. Irgendwo musste das viele Holz ja hin, als sie die Hügel gerodet haben ;-)
Erst vorige Woche ist ein ganzer Hang im Nachbartal nach heftigen Regenfall abgerutscht, wieder einige Tote und kaputte Häuser.

Heute ist Sonntag. Viele haben sich in ihr bestes Kleidungstück geworfen und sind unterwegs zur Kirche. Gestern haben uns die netten Nachbarmädels den Nachmittag versüsst. Den kaputten Rock mit zerschlissener Leggings haben sie gegen Glitzerkleider getauscht, wir erkennen sie kaum wieder. Sie wollen noch winken und goodbye sagen.


Vor uns zeigt sich nun das Grenzgebirge zu Uganda. Mt. Elgon ist mit 4.320m der höchste Berg. Schön ist der Anblick!
In den Blechjurten war mal die Polizei untergebracht, aber die haben nun größere Häuser für sich und ihre Familie bekommen, so erzählen es uns die Leute. Für heute Nacht haben wir uns nebenan eingeparkt.

Nur noch wenige Kurven und wir erreichen die A1 - "zurück in der Zivilisation" - wir sind etwas traurig. An Hauptstraßen ist immer viel Leben, viele Geschäfte, reges Treiben, Schmutz, ein dementsprechender Lärmpegel und auch etwas Hektik. Gut zum Einkaufen und Vorräte aufstocken, bei der kleinen Bretterbude nebenan noch schnell ein Somosa als Snack zwischendurch geschnappt, dann geht es die "Rue de Plastique" wieder retour zum Amigo.

Bei Barnleys Guesthouse wollen wir die letzten Tage in Kenia verbringen. Richard hat britische Vorfahren und das lässt sich nicht verleugnen. Sein Häuschen im wunderschönen englischen Garten ist einfach nur ein Augenschmaus. Die Einfahrt ist zwar Zentimeterarbeit, aber es lohnt sich. Viele verschiedene Vögel, Eichkätzchen und Schwanzstummelaffen können wir beobachten. Die reifen Früchte des Guavebaumes ist ihr aller Magnet. Richard ist leider gestürzt und hütet nun das Bett, doch die aufmerksamen Angestellten tun ihr bestes, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.


Das E-Visa für Uganda soll beantragt werden, Brot backen, die Armlehnen der Campingsessel kleben, Reisepläne sollen geschmiedet werden und die Kühlbox macht auch noch Probleme. Sie kühlt nicht, wie sie es sollte. Das gibt es doch nicht, die Kühlbox ist nicht mal 2 Jahre alt... das hatten wir doch schon alles mal mit unserem alten Kühlschrank... Nachdem Wolfi mit der Firma in Südafrika telefoniert hat, liegt er mit seiner Problemeinschätzung richtig. Wahrscheinlich ist Öl aus dem Kompressor in die Gasleitung eingetreten in den vielen Stunden in der extremen Schräglage, wo wir in Mai im Matsch im Massaaigebiet festgesteckt sind. Das Kältemitttel kann das System nicht genug runterkühlen.

Wir befinden uns noch immer auf 2.000m Höhe und die Landschaft ist sehr schön abwechslungsreich. Kaffeesträucher, Teepflanzen, Nadelbäume und tropische Vegetation, ein herrlicher Mix. Von den Dorfbewohnern werden wir freundlich gegrüßt, die Dorfkinder verfolgen uns regelmäßig und ein Schwätzchen mit der unmittelbaren Nachbarschaft ist immer drin. Nicht nur wir fotografieren, auch wir werden hundertmal abgelichtet.
Jede Menge Kraut wird angebaut, der Esel nimmt den Einheimischen viel Last ab, denn er trägt das Wasser oder das Feuerholz nach Hause. Jeder Kleinbauer hat zumindest einen Mango-, Papaya- und Bananenbaum im Garten.

Die Grillstelle wird in Beschlag genommen, Erdnüsse rösten, Pizza backen und Ziegenpotije mit Spätzle kochen.

Der Kühlschrank lässt uns keine Ruhe. Das Snomaster Service Team in Südafrika ist sehr hilfsbereit. Sie drehen für uns ein Kurzvideo, indem gezeigt wird, wie man das Öl und Gas entleert, die Leitung sauber spült und neu befüllt. Das werden wir wohl in der 30km entfernten Kleinstadt hinbekommen?! Dort wird es ja wohl einen Kühltechniker geben.
Noch vor dem Wochenende fahren wir los. Quetschen uns durch die Innenstadt von Kitale, um in die richtige Straße zu gelangen. 2x steigt Wolfi aus und checkt die Zufahrt, nein die ist nicht breit genug. Aber die 4 Minuten haben schon gereicht, um von den aufdringlichen Parkwächterinnen einen großen Zettel unter die Nase gehalten bekommen. Parkgebühren - wir müssen bezahlen. Ein Auto kostet 100,-, ein Lkw 400,- und ein Fahrzeug mit ausländischen Kennzeichen kostet 1.000,- KSH. Für 4 Minuten Halten sollen wir nun ca. 7€ bezahlen?! Als wir in den Kreisverkehr fahren, winken wir ihnen noch freundlich aus dem Fenster. Die Mopeds überholen links und rechts, die Bettler sind sehr aufdringlich, jeder will Geld, die Straße ist verstopft und dann endlich finden wir den Kühlschrankmechaniker. Ein winziges Geschäft, das mit alten Geräten vollgestellt ist, die Arbeitsfläche ist der nicht vorhandene Gehsteig und ein kleiner Tisch.


Ein älterer Herr, der wird wohl genug Erfahrung haben. Zumindest meint er das, denn als Wolfi ihm das Video vom Servicecenter zeigt, ist er beleidig, ob wir ihm nichts zutrauen?! Schließlich führt er das Geschäft schon seit 30 Jahren. Na dann. Die Spülung ist erfolgreich erledigt, doch die exakte Gasmenge von 60g zu füllen, das funktioniert nicht. Eine Waage dafür hat er nicht, Auge mal Pi muss reichen. Das Gleichstrom Kompressorkühlschränke etwas anders arbeiten, als ein Haushaltskühlschrank - von dem will er nichts wissen. Wir sind etwas enttäuscht, wollen die Stadt aber noch nicht verlassen. Denn sobald wir über die Grenze nach Uganda fahren, sind wir im sehr ländlichen Afrika. Keine Stadt mit Kühltechniker, es wird wärmer und die Einkaufsmöglichkeiten sind für die ersten Wochen sehr beschränkt.
Also entscheiden wir uns, noch ein paar Tage in Kitale zu bleiben und den Kühlschrank zu studieren, respektive zu beobachten, wie er sich denn mit der neuen Gasfüllung schlägt. Beim Kitale Camp stehen wir wunderbar auf einer großen Wiese. Wolfi dokumentiert die Lauf- und Pausezeiten und das Kühlverhalten des Gerätes, Immer wieder telefoniert er mit dem Servicecenter in SA und entnimmt kleine Mengen Gas, denn es ist viel zu viel eingefüllt worden .
Zwischendurch brauchen wir mal Pause und erkunden die Umgebung. Der Jacarandabaum blüht herrlich.

Unsere Geduld ist zu Ende. Das Visum für Uganda haben wir per E-mail bekommen. Der Kühlschrank läuft so einigermaßen. Wolfi vermutet, dass auch das Magnetventil, welches zwischen Kühl- und Gefrierfach hin- und her schaltet, ein Problem hat. Das Ersatzteil wird in den nächsten Tagen aus SA verschickt, nun brauchen wir nur noch eine Adresse in Uganda.

Wir sind froh, die Stadt verlassen zu können. 60km sind es bis zur Grenze. Etwas angespannt, ob denn bei der Ausreise alles passen wird, denn wir wurden schon des öfteren darauf hingewiesen, dass das Fahrzeug nur 3 Monate im Land verweilen darf. Amigo war nun 10 Monate im Land. Wir haben extra eine kleine Grenze ins Visier genommen, da diese oft ruhiger und unkomplizierter sind. Hoffentlich geht unsere Rechnung auf.

Das Tal zur Grenze hin ist sehr schön mit Zuckerrohr- und Maisfeldern und dann sehen wir am Hügel schon nach Uganda rüber. Sehr ländlich und einfach sehen die Hütten aus, Subsistenzwirtschaften mit ganz kleinen Feldern. Die Asphaltstraße ist gut und als wir durch das Grenztor fahren, stehen wir gefühlt vor einer Flughafenankunftshalle. Ein überdimensionierter Neubau, ein Röntgenlastwagen und viele Beamte - das soll nun die kleine Grenze sein? Bitte drückt uns die Daumen!

 

 

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