Kenia 3
27.09. - 30.10.2025
Währung: 1 Euro = 150,- Ksh
Dieselpreis: 1l = 170,80 Ksh

Nach insgesamt 9h Flug landen wir gut
in Nairobi. Da es erst 6.00 Uhr morgens ist und nur 3 Flieger gelandet sind,
müssen wir beim Einreiseschalter nicht allzu lange warten. 90 Tage bekommen
wir in den Pass gestempelt, nachdem wir dem offensichtlich noch müden
Beamten unsere E-Visum am Handy zeigen, welche wir schon vor 2 Wochen beantragt
haben.
Als wir uns dem Gepäckband nähern, können wir schon von weitem
unsere Koffer erkennen, sie sind so ziemlich die einzigen, die foliert sind.
Alles ist da! Wir schieben das überfüllte Kofferwagerl zum Ausgang
und werden gleich mal gestoppt. Bei so viel Gepäck ist man gleich suspekt,
oder besser gesagt, die Chance, etwas von den ankommenden Gästen rauszuschlagen,
ist gleich mal um einiges höher. "Whats in there?" Wir schauen
uns fragend an, denn wir wissen beide nicht mehr, in welchem Koffer die brisanten
Ersatzteile und unser köstlicher Käse- und Wurstvorrat sind. "Let`s
have a look", antwortet Wolfi. Ganz interessiert will der Zollbeamte
nun wissen, welcher Schalter das ist und für was diese Samen gut sind.
"Und auch dieses Ersatzteil, auch wenn es noch so klein ist, gehört
verzollt. Irgendwas müssen wir bezahlen", meint er. Seine Kinder
sind hungrig und sein Gehalt ist auch nur sehr klein. Schmunzelnd überreichen
wir ihm die Buchweizenpackung, die gerade vor uns liegt. Als Geschenk natürlich.
Die will er nicht, Geld möchte er, aber das haben wir noch nicht. Der
nächste Bankomat ist erst beim Ausgang vom Flughafen... "Willkommen
in Afrika" und er scheucht uns durch. Ja, wir sind wieder zurück
in der anderen Welt, wo man sehr viel Zeit braucht, nie im Stress sein darf,
oder zumindest es tunlichst nicht zeigen soll. Alles kann man herbeireden
oder auch wegreden... je nachdem, was man gerade braucht.
Wilson, der Taxifahrer kommt auch schon um die Ecke gebogen. Gerade so findet alles Platz im Kofferraum, die Rucksäcke liegen auf Verenas Schoß. Die Fahrt geht los, an der Tankstelle kaufen wir 5l Trinkwasser und mit Wilsons Hilfe können wir unser Internetguthaben auf der SIM aktivieren. 2 h später sind wir beim Amigo.
Er ist noch ganz, nur etwas schmutzig
und die Natur beginnt schon, den Fremdkörper in Besitz zu nehmen. Lianen
ranken hoch, die Spinnen haben unter den Kotflügeln ihre Netze gebaut,
die Erdwespen waren fleißig, ein Krug hängt neben dem Dieseltank.
Weil Verena den Giftspray nicht gleich bei der Hand hat, schleppen die Ameisen
ihre Brut sofort aus dem Dachfenster in ein Versteck. Die nächsten 4
Wochen werden wir regelmäßig Kontakt mit der Ameisenkolonie haben.
In der 1. Nacht schrecken wir auf, bei den Bushbabys hat es sich nocht nicht
rumgesprochen, dass die Besitzer des nächtlichen Tanzbodens wieder eingezogen
sind.
Außer den vielen Vogelkotflecken und schwarzen Blütenspuren ist
Amigo ok. Auch freut er sich sichtlich, dass er nun nicht mehr alleine ist,
denn als Wolfi den Zündschlüssel dreht, springt er sofort an.
Unsere Mitbringsel werden verräumt. Wir statten Francis, der älteren Lady, der das Grundstück gehört, einen Besuch ab. Bringen ihr ein österreichisches Dankschön und wollen uns gleichzeitig verabschieden, doch sie meint, wir können gerne noch bleiben, so lange wir wollen. Also machen wir nur eine kurze Besorgungsfahrt zum Supermarkt, unser Kühlschrank gehört gefüllt und kehren wieder zurück in den wunderschönen Park. Nach dem großen Regen blüht alles üppig, eine grüne Oase in der Millionenmetropole.
Karen ist ein ruhiges Wohnviertel mit vielen tollen Villen in großen,
dschungelartigen Gärten. Am Morgen drehen wir unsere Walkingrunde, treffen
jeden Tag Johnny, den Dogsitter, der mit 3 Hunden an der Leine fast die gleiche
Runde marschiert. Den Pferdeboy kennen wir namentlich nicht, doch auch ihn
treffen wir immer wieder mit den Pferden an der Leine. Beim Schranken an der
Zufahrtstraße lächeln sie uns jedes Mal an.
Es ist Samstag und Markttag. Heute können wir Hans-Jürgen die mitgebrachten
Samen und Wurzeln überreichen. Kaufen Fenchel, Avocados und Salat....schlürfen
einen Capucchino und genießen die Atmosphäre.
Wolfi wartet unsere Fahrräder, tauscht einige Teile aus, die wir aus
Österreich mitgebracht haben. Auch beim Amigo ist einiges zu tauschen,
z. B. das Zündschloß. Aber es will sich nicht recht tauschen lassen.
Es fuchst ordentlich, denn er lässt sich anschließend starten,
aber nicht mehr abschalten, es vergehen 2 Tage bis Wolfi das Problem findet.
Das Versicherungsbüro lässt sich mit dem Fahrrad erreichen. Wir
müssen eine Teilkasko für die nächsten 2 Monate abschließen,
Wolfis Sandalen gehören neu überzogen. Am Straßenrand neben
der Bushaltestelle sitzt Musyoki, der Schuster. Echtes Leder vernäht
er und morgen können wir die Schuhe wieder abholen. Im Chandarana Supermarkt
finden wir Roggenmehl, welches wir für unser Sauerteigbrot brauchen.
Es werden gleich 5kg gekauft, zum Glück hat Verena beim Fahrrad einen
Gepäcksträger. Wir bestellen einen neuen Fernseher, der wird nur
einige Stunden später mit dem Moped geliefert. Wolfi baut ihn gleich
ein. Zwischendurch statten wir Francis immer wieder Besuche ab.

Nach 1 Woche sind wir soweit und verlassen die Stadt. Verena findet im Internet
eine Gastankstelle, unsere Flasche geht so doch viel leichter zu befüllen.
Es ist erst die 2. Gastankstelle für uns in ganz Afrika, alles andere
als häufig.
Auf der Südumfahrung geht es 2spurig aus der Stadt. Der Verkehr ist verrückt.
Öffentliche Bussysteme, so wie wir sie in Europa kennen, gibt es nicht.
Matatus heißen hier die Minibusse. In den Vans werden Bänke eingebaut,
15 Personen und mehr haben Platz. Ist der Van voll, startet die Fahrt. Es
sind 1000e von diesen Minibussen unterwegs, alle privat, Zeit ist Geld und
so fahren sie Vollgas. Rechts und links überholen, dann scheren sie knapp
vorne rein, stoppen plötzlich, weil Kundschaft am Straßenrand steht
und sich noch reinquetschen kann. Unsere Bremsen funktionieren zum Glück.
Der Highway ist gut ausgebaut, toller Asphalt, jedoch dürfen wir nicht
fahren. Alles über 7,5t muss die alte Straße nach Naivasha nehmen.
Der Highway gehört den Privatautos, die machen nicht so viel kaputt.
Nun geht es in Stopp und Go weiter, eine Lkw Kolonne, die meisten überladen
und zuwenig PS, so kriechen wir mit ihnen die hügelige Straße hoch
und runter.
Der Polizist da vorne winkt... wahrscheinlich sind wir gemeint. Bis Wolfi
eine passende Parklücke für den Amigo gefunden hat, sind wir schon
hundert Meter weiter. Im Rückspiegel sehen wir den Polizisten hastig
daherlaufen. Er hat gemeint, wir wären einfach vorbei gefahren. Mit einer
Führerscheinkopie bewaffnet, gesellt sich Wolfi zu den übrigen Polizisten
und die wittern nun die große Chance. Solch ein gravierender Fehler
kommt dem Muzungu sehr teuer. Wolfi bleibt gelassen, witzelt mit ihnen rum,
gibt ihnen das Gefühl, dass wir viel Zeit haben. Wir könnten sie
doch zum Essen einladen? "Natürlich", sagt Wolfi, allerdings
essen wir erst in der nächsten Stadt. Aber sie könnten doch hier
nicht weg, und überhaupt... fahrt weiter! Was anderes wollten wir ja
gar nicht;-)
In Naivasha können wir beim YMCA im tollen Garten parken. Die Bungalows sind leer und wir haben die ganze Pracht für uns alleine. Ein melodiöses Vogelgezwitscher weckt uns am Morgen. Unsere Frühstücksterrasse befindet sich direkt am Ufer des Sees. Sehr viel Wasser ist im See und ein Teil des Gartens ist überschwemmt. Der Nimmersatt stackst in der Pfütze, die Nilgänse schnattern um die Wette, der Hammerkopf ist fleißig am Steckerlsuchen für das riesige Nest und dann kommt auch noch der Seeschreiadler angeflogen. Sein Schrei ist der Schrei Afrikas, da läuft es uns beiden kalt über den Rücken.
Das einzige, was etwas stört, ist
die Wasserpumpe vom Nachbarn, die tagsüber läuft. Denn nebenan befinden
sich Folientunnel so weit das Auge reicht. Große Teile des Seeufers
sind damit verschandelt. Doch die Folientunnel in denen Rosen gedeihen, welche
für den Export bestimmt sind, gibt 1000 von Leuten Arbeit. Heute wird
die gelbe Rose geschnitten, morgen kaufst du sie in Europa im Supermarkt ein.
Mit dem Fahrrad fahren wir dem Ufer entlang. Der Nationalpark erstreckt sich
bis zum See. Eine Hinweistafel mit "Wildlife Crossing" lässt
Verena etwas nervös werden, doch alles geht gut. Einige Buschböcke
und Paviane queren vor uns, sie beachten uns gar nicht. Beim Ranch House Bistro
sitzen wir im Garten und beobachten die Hippos. 2 Männchen haben es etwas
zu eng und zeigen sich immer wieder gegenseitig ihre großen Mäuler
mit den riesigen Zähnen darin. Während sie beim Gegner keinen Eindruck
damit schinden, auf uns tun sie es schon.
Am Abend nach Sonnenuntergang sitzen wir mit dicker Jacke, denn wir sind auf
1900m Seehöhe und es hat nur ca. 15°C, vor unserem Amigo und warten
ganz gespannt. Wieviele kommen denn heute? Wir hören sie schon durch
das seichte Wasser waten, bevor wir sie sehen. Hören das Abrupfen des
Grases und dann plötzlich steht das erste Koloss nur wenige Meter vor
uns. Heute sind es 6 Hippos. Wie cool... die ganze Nacht grasen sie durch,
denn 20-45 kg sollten in ihren Bäuchen verschwinden. Links ist einer,
rechts hinter der Kinderschaukel ist auch einer und der andere steuert direkt
auf uns zu. Doch sobald wir sie mit der Taschenlampe anleuchten, drehen sie
ab und ändern ihre Richtung. Nicht wirklich was für Zartbesaitete
oder nervöse Menschen, denn es gibt keinen Zaun zwischen den Hippos und
uns... Ein tolles Erlebnis! Wir verlängern noch ein paar Tage, denn wir
können von dem Schauspiel gar nicht genug bekommen.
Untertags beobachten wir, wie 4 Fischer im seichten Wasser rumwaten, ein großes
Netz hinter sich herziehen. Jeder hält an einer Ecke, sie wollen so viele
Fische, wie möglich fangen. Plötzlich taucht ein großer Kopf
unweit von ihnen auf, dann noch einer und noch einer... insgesamt sind bestimmt
10 Hippos, die sich im Wasser vor ihnen aufbauen. Wahrscheinlich sind sie
zu nahe gekommen. Obwohl sie dabei sind, ihr Netz aufzurollen und rauszukommen,
erscheint uns das ewig zu dauern. Am Abend erzählt uns der Nachtwächter,
dass es mehrmals im Jahr zu tödlichen Unfällen zwischen Fischern
und Nilpferden kommt.
Wir sind auf einer Hochebene von ca. 1.800-2.400m unterwegs. Die Afrikaner laufen auch tagsüber mit Jacke und Mütze rum, obwohl es ca. 20°C hat. Sauberes Trinkwasser ist nicht so einfach zu bekommen. "Da rechts schau, da fahren die Mopeds mit Kanistern zum Auftanken hin." Destiny hat die Wasserstelle von der Regierung gemietet. 20Liter kosten 10,-KS, jeder kann sich das leider nicht leisten. Die gewiefte Geschäftsfrau fixiert ein paar Schläuche, damit es bis zu unserem Wassereinfüllstutzen reicht. Im Amigo verschwinden 300l, die gleiche Menge, die das Moped in Kanistern wegtransportiert. Nebenan kaufen wir Erbsenschoten und Kartoffeln. Die blauen Jacarandabäume stehen gerade herrlich in Blüte.
Nur noch vereinzelt sehen wir das Hirtenvolk
der Massai. Große Rinder- und Ziegenherden sind ihr Markenzeichen, denn
damit verdienen sie ihren Lebensunterhalt. "Wollen wir heute Ziege essen?"
Die Wiese ist grün, Kiefern
wechseln sich mit Avocado- und Flammenbäumen ab. Viele Häuser sind
aus Holz, welches hier zur genüge wächst und haben ein Wellblechdach.
Blaues Blech scheint in Mode zu sein.
Wir kehren auf einen Chai ein und kommen mit einer jungen Frau aus dem Volksstamm
Kikuyu ins Gespräch. Sie ist im Betongeschäft tätig, ist gerade
auf Geschäftsreise, während die Nanny auf ihre 2 Töchter aufpasst.
Der Ehemann hat ein Stipendium an einer Uni in England erhalten. Ob denn das
Leben in England besser ist, fragt sie uns.
Wir queren den Äquator und die Landschaft wird wieder etwas trockener. Eine gute Schotterpiste führt zum Sandai Camp. Peter haben wir im Frühjahr an der Küste kennengelernt und ihn wollen wir nun besuchen. Seine Ex-Frau betreibt eine nette Gästefarm mit Camping.
Jeden Tag besuchen uns die Eseln und Kühe, die interessiert in unserer
Mülltonne kramen. Wolfi kümmert sich wieder um den Amigo. Sämtliche
Schalter im Führerhaus sollen getauscht werden. Rostflecken werden nun
mit dem mitgebrachten Brunox behandelt und mit einer Farbe, die wir in der
Stadt besorgt haben, überpinselt. Amigo leidet nun immer mehr unter dieser
mysteriösen Fleckenkrankheit :-) Das Mischungsverhältnis der Farbe
ist immer anders.
Verena bekommt den Sauerteigansatz nicht hin, die Nachttemperaturen von ca.
17°C sind einfach zu kalt. Dafür macht sie wunderbare Kartoffelgnocchi
und japanische Teigtaschen.
Unsere morgendliche Walkingrunde führt uns entweder über das große
Grundstück, hinter dessen Zaun ein privates Conservancy liegt. Fast jedes
Mal überraschen wir einen Buschbock. Heute haben wir schon einen Anruf
von Peter bekommen, er hätte eine Giraffe im Garten zu Gast. Die Zebras
und Impalas grasen auch immer am gleichen Fleck.
Wenn wir draußen unterwegs sind, kommt uns der Milchmann entgegen. 5l
frische Milch werden zur Sammelstelle gebracht. Ein roter Toyota stoppt neben
uns. "Hello my name is Georg, I`m the chief of the village. We welcome
you, feel free walking around!" Schön, haben wir nun seinen Segen.
Lucy hat den gleichen Weg wie wir, sie arbeitet auf der Nebenfarm. Ihr Mann
ist verstorben, das Schulgeld verschlingt einen Großteil ihres Einkommens,
aber sie ist froh, eine Arbeit zu haben.
Heute zeigt er sich endlich. Der 5.200m
hohe Mount Kenya ist mit Schnee bedeckt. Besonders imposant schaut er nicht
aus. obwohl... wir befinden uns ja auch auf 1.800m. Einst sollte der Vulkan
einmal höher als der Kilimandscharo gewesen sein, ungefähr 7.000m
hoch, bevor ihn Regen, Eis und Wind geschliffen haben. Die kleine Regenzeit
nähert sich in großen Schritten, gestern hat es ordentlich geregnet.
Wir treffen interessante Leute, den französischen
Konsul von Eritrea, deutsche Botschaftsmitarbeiter aus Nairobi und wir verbringen
eine nette Zeit mit Peter. Die Zeit vergeht viel zu schnell, ein letztes gemeinsames
Abendessen mit Käsegriller und Bier.
Die kleinen Shops im Dorf stehen unter Wasser. Am Zaun von der Solio Ranch beobachten wir ein Nashorn, das gemütlich in einer Schlammkuhle liegt. Obwohl das Gelände so groß ist, tummeln sich viele Breit- und Spitzmaulnashörner am Zaun. Welch ein Glück für uns!
Am nächsten Morgen hat der Regen wieder aufgehört. Den Amigo parken
wir bei der Trout farm, der ideale Ausgangspunkt für unsere heutige Wanderung.
Wir passieren den Elefantenstromzaun, das sind Drähte die in einer Höhe
von ca. 4m befestigt sind und runterhängen, so dass die Dickhäuter
nicht durchgehen, denn trotz der imposanten Größe ist deren Haut
sehr empfindlich. Ein Mensch passt locker dazwischen durch. Verena schluckt
das erste Mal, aha Elefanten... 1km weiter dichtes Buschwerk und frische Elefantenspuren,
die man jetzt nach dem Regen deutlich im nassen Boden erkennen kann. Ist das
gut was wir da machen? Was wenn eine Elefantenkuh mit Kalb unseren Weg kreuzt?
Nein, wohl ist Verena nicht und kurz darauf drehen wir um. Wer weiß,
für was es gut war.
Stattdessen kehren wir bei der Trout farm ein. In einem Baumhaus kann man
normalerweise köstliche Forellen genießen. Derzeit gibt es nur
Forellenpizza oder Salat mit geräucherter Forelle . Es gibt Probleme
mit dem Nachwuchs.
Das Oktoberfest in Nanyuki verpassen wir, da wir die Werbung zu spät
lesen. Quirlig geht es zu in der afrikanischen Stadt, soviele Kleinstläden.
Auf der Suche nach dem passenden Rohr, werden wir von A nach B und schließlich
zu Z geschickt, wir finden es. .
Auf der Karte haben wir eine öffentliche Straße durch die privaten Conservancies gefunden. Wir hoffen mal, dass der Regen für ein paar Tage Pause macht, denn die Pisten werden nicht die besten sein. Nachdem wir den kaputten Asphalt und den britischen Armeestützpunkt hinter uns gelassen haben, finden wir uns in einer traumhaften Savannenlandschaft wieder. Hinterm Zaun von unserem tollen Schlafplatz grasen mächtige Zuchtbullen. Rinderfarmen gibt es hier genug. Wild- und Zuchttiere gemeinsam auf engen Raum.
Dem jungen Elefantenbullen scheint es nicht zu passen, dass wir da sind, obwohl
wir eh in großer Distanz gestoppt haben. Die Herde hat bereits die Piste
gequert, aber er will nicht weichen. Er geht auf und ab und will uns los werden,
aber wieso? Wir fahren etwas zurück und warten, dann endlich verschwindet
er links der Piste und kommt nach wenigen Sekunden wieder. Nicht alleine,
sondern mit 2 Elefantenmüttern und ihren frischgebackenen Elefantenbabys.
Im Laufschritt queren sie die Piste, geduldig und sehr aufmerksam helfen sie
den Babys über den kleinen Zaun und den Gesteinsbrocken. Sie sind sehr
soziale Tiere und nun wissen wir auch wieso wir den Bullen so in Aufruhr gebracht
haben. Wir haben die Herde getrennt. Jetzt sind sie ja wieder vereint und
wir fahren weiter den Hügel hoch. Dort stoppen wir und hören sie
lauthals trompeten. Sie treffen auf eine andere große Herde, die auch
auf dem Weg zum Fluss ist.
Kudus, Zebras, Dik-diks, Impalas und
Thomson Gazellen.... das Wildlife ist enorm und wunderschön. Apropos
Zebra, die haben eine ganz andere Zeichnung, als wie wir es kennen. Auch die
Perlhühner sehen anders aus, sie tragen keine Helme, haben dafür
lange Federn. Doch sie machen den selben Lärm, wie ihre Artgenossen im
südlichen Afrika!
Die edlen Einfahrtstore lassen bereits erahnen, welch Luxuslodge sich dahinter
befinden muss. Vom Hügel aus mit dem Fernglas können wir die Göstehäuser
und den privaten Airstrip sehen. Später googeln wir und staunen nicht
schlecht über die tollen Unterkünfte. Günstig ist es grad nicht,
4.000,- USD pro Person und Nacht kostet solch ein Vergnügen.
Während Wolfi die dunkle Wolke am Himmel hinter dem Amigo fotografiert, glaubt Verena zu träumen. Da trottet doch tatsächlich ganz gemütlich eine Löwin zwischen den Büschen daher. Sofort fahren wir ein paar Meter zurück, dort ist ein Cattle post, ein Rinderpferch, biegen ab vom Weg und fahren neben dem Pferch etwas näher ran. Die Löwin hat sich zwischen dem Dornengestrüpp niedergelegt. Moses und Stanley, die beiden Rancher sind für den Posten verantwortlich. Auf ca. 500 Rinder müssen sie aufpassen und gestern Abend seien 2 Löwen auf ihren Grundstück gewesen. Sofort hellhörig, lassen wir die Löwin nicht mehr aus den Augen. Lange tut sich nichts, sie liegt und wartet, wahrscheinlich bis die Sonne untergeht. Da braust Peter, ein weiterer Rancher heran. Er hält die Türe einladend auf, wenn wir wollen geht´s auf Löwenpirsch. Was, echt jetzt? "Sicher doch!" Den Toyota lenkt er über Stock und Stein, wir kennen nur die ungefähre Richtung. Natürlich gibt es da keinen Weg, also holpern wir durch das unwegsame Gelände. Plötzlich stehen wir, das hintere Rad hängt in der Luft und dreht durch, oje der Stein in der Mitte war wohl doch zu hoch. Mit vereinten Kräften wird der Geländewagen retour geschoben, der Felsen weggerollt und die Fahrt geht weiter. Hinter jedem Busch könnte sie liegen.... Peter meint lachend "It`s illegal, but it`s fun!" Konzentriert blicken wir wieder vorwärts und plötzlich da vorne geht das große Kätzchen. Die Büsche sind zu dicht, so dass wir ihr nicht sehr lange folgen können. Doch wir haben sie aufgespürt und einen Blick auf sie werfen können. Danke Jungs!
Wir bleiben über Nacht beim cattle
post, hören einen Löwen brüllen. Auch Hyänen sind zu hören,
bis dann der Regen auf das Dach fällt. Nun ist es vorbei mit den afrikanischen
Buschgeräuschen, welche einfach nur traumhaft sind. Leider wird der Regen
immer mehr und will gar nicht mehr enden. Das Wetterradar am Smartphone zeigt
eine dicke Regenfront für den späteren Vormittag. Das werden die
Wolken sein, welche vor 2 Tagen die schweren Überflutungen an der Küste
verursacht haben.
Also beschließen wir, den Wecker auf 6.30 Uhr zu stellen. Rutschig werdem
die Pisten sowieso sein und außerdem müssen wir noch eine schlechte
Brücke queren. Es sind noch ca. 40km bis dorthin und die Erinnerung an
die letzte schlammige Piste ist noch sehr präsent.
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