KRETA 24.02. - 25.03.2017

 

Nachdem es unserem Vierbeiner gestern etwas zu heiß war beim Wandern und wir das Gefühl haben, dass er mal eine Pause braucht, sind wir heute alleine unterwegs. Es gibt in Kato Zakros eine 2 Schluchten-Wanderung, dahin sind wir nun unterwegs. Zuerst geht es recht steil hinauf, bei jedem Schritt müssen wir aufpassen, wo wir hintreten, da loses Gestein und Disteln den Weg bedecken. Wir wandern am Grat der "Schlucht der Toten" entlang und erhaschen immer wieder tolle Ausblicke nach unten. Die Ziegen und Schafe, die hier frei herumlaufen, leben wie im Paradies. Wenn man da an die Massentierhaltung unserer Betriebe in Mitteleuropa denkt... kommt einem das Grausen. Immer mehr wird uns DAS bewusst. Profit geht eben über alles, auch über unser aller Gesundheit... Was einem doch so alles durch den Kopf geht beim Wandern :-)
Bevor wir wieder auf das gestern erwanderte Teilstück treffen, müssen wir eine 7m hohen Kletterwand überwinden. Es wurden Eisentritte in die Wand geschlagen und für uns Kletterlaien gibt es noch zusätzlich eine Kette, an der man sich festhalten kann.

Nach ein paar Tagen verlassen wir diesen netten Ort und fahren weiter der Küste entlang. Doch weit kommen wir nicht, denn es geht in unzähligen Serpentinen den Berg hoch bis auf 550m. Man muss schon genau hinschauen, um die kleinen Dörfer am Fusse der Berge zu erkennen. Die Häuser halten sich farblich an die Felsen, doch die eingemauerten Felder verraten die Ansiedlungen. Es blüht der Estragon, der leuchtet schon von weitem Gelb. Olivenhaine, soweit das Auge reicht. In mühevoller Arbeit wurde aus den kargen, mit Steinen übersäten Hügeln fruchtbares Anbaugebiet.
Die erste Straße, die wieder runter an die Küste führt, nehmen wir und wir entdecken die ersten Plastikhäuser. Ein Meer von Plastik, in dem das Gemüse für den Winter wächst. Dieses Bild wird uns nun auf einen großen Teil entlang der Südküste begleiten. Hier ist das Klima begünstigt, da der Südwind von Afrika warme Luft bringt. Tomaten, Gurken, Auberginen usw. reift perfekt - vieles davon wird in die EU exportiert.

Wir sind im Bergdorf Pefki. Unseren Amigo parken wir vor dem Dorf mit Blick auf die nette Ortschaft. Während unsere Wäsche trocknet, wandern wir in die gleichnamige Schlucht. Vorbei an Schrebergärten, wo sich der Besitzer gerade liebevoll mit seinem Weinstock unterhält, die Hühner hat er schon gefüttert und nun sitzt er auf der zusammengezimmerten Bank und genießt seine Zigarette. Im Dorf sieht man nur vereinzelt Menschen, vor allem Alte, denn so wie auch in vielen anderen Ländern, zieht es die Jugend in die Stadt.
Der Einstieg in die Schlucht führt uns durch Olivenhaine und Gemüsegärten, die Hühner laufen frei herum. Landidylle pur!
Durch die Schlucht führt ein toller Weg entlang vom Bach und an Wasserfällen vorbei, man muss unter einem riesen Felsbrocken hindurchkraxeln, der anscheinend schon länger hier liegt und wir pflücken Salbei. Alles ist voll mit Salbeibüschen, sind wir nun im Tal des Salbeis? Abgesehen davon, dass die Kretaner den Tee gegen Halsbeschwerden trinken, nehmen sie die Blätter auch für´s Räuchern von Würsten her. Steile Serpentinen bringen uns am unteren Ende der Schlucht hinauf auf dessen Rand und wieder retour zum Bergdorf. Ein Kafenion hat offen und wir setzen uns auf die Terrasse. Die Chefin spricht deutsch, so wie viele andere Griechen auch. Neben griechischen Cafe, stellt sie uns noch ein Teller mit selbstgebackenen Keksen auf den Tisch. Hmmmh sind die lecker.

Wo bleibt mein Futter? Apollos innere Uhr kann uns nicht auf sein Fressen vergessen lassen. Geht der Stundenzeiger auf 18.00 Uhr hin, wird sein Blick immer treuherziger, wenn wir nicht gleich reagieren stubst er uns mit seiner Schnauze an, was ungefähr soviel heißen soll wie: "Hallo Leute, ich hab Hunger!" Ab 17.00 Uhr meldet sein Magen bereits "Hunger" ans Hirn...
Bei uns gibt es heute Ravioli mit Spinatfüllung.

In Ierapetra ist Markttag, dafür wird eine ganze Straße für den Verkehr gesperrt. Lokales Obst und Gemüse, Käse, Oliven sowie Klamotten werden angeboten. Die Einheimischen kommen mit ihren rollenden Einkaufstüten (Einkaufskorb mit 2 Rädern) und kaufen hier ihren Wochenvorrat ein. Wir machen es ihnen gleich, denn das Gemüse ist frischer, besser und günstiger als in den Supermarktketten, die ihre Frischware zum Teil aus Spanien importieren. Die Kretaner liefern ihr Gemüse nach Mitteleuropa, während die Inselbewohner hier das Gemüse aus Spanien bekommen. Was ist das denn für eine verrückt Welt?!


Wir sind mit 2 Rucksäcken unterwegs, aber die reichen nicht aus und so schleppen wir auch noch Tüten nach Hause. Beim Käse haben wir uns durchverkostet und konnten nicht widerstehen. Bei der Frage, ob der milde Käse aus Kuhmilch ist, bekommen wir die Antwort: "This is not Texas, this is Greece, we only have sheeps and goats." Humor haben sie!!
Die Oliven sind köstlich, die Avocados lachen uns an... Nun haben wir Vorrat für eine Woche. Ganz besonders freuen wir uns auf das Horta, das sind Wildpflanzen, die von den einheimischen Frauen in der Natur gesammelt und geschnitten werden. Man kann es roh als Salat oder gedünstet als Gemüse zubereiten. Verena blanchiert das zum Teil dornige Grünzeug, bröselt etwas Feta darüber, nun noch eine kleingeschnittene Tomate und etwas Olivenöl und wir schlemmen schon wieder. Wir werden nun zu Futterkontrahenten der Ziegen und Schafe...
Bananen wachsen auch auf Kreta, die wurden einst aus Ägypen eingeführt, diese sind viel kleiner, aber dafür süßer.
Von den zig verschiedenen Einkäufen erhalten wir nur 2x eine Rechnung. Wir haben zwar beobachtet, dass jeder eine portable Registrierkasse am Stand hat, doch die wenigsten betätigen sie... Wer kann es ihnen verdenken, sind die Griechen doch von ihren Regierungen immer wieder verarscht worden, dagegen haben wir es in Mitteleuropa ja wirklich gut getroffen.

Es ist mittlerweile Fasching, schon seit Wochen sind die Schaufenster voll mit allerlei Anregungen für die verschiedensten Kostüme. Der Umzug ist am Nachmittag, doch wir haben nicht viel Interesse am Verkleiden, so bummeln wir durch die maurisch anghauchte Stadt mit ihren engen Gassen und der netten Uferpromenade, an der sich ein Restaurant ans andere reiht. Der Hafen ist recht übersichtlich und rundherum stehen Boote und Schiffe aufgebockt an Land und warten auf den Sommer oder auf Reperaturen. Einige ältere Männer sind mit dem Ausbessern ihrer Fischernetze beschäftigt.

In Mirtos machen wir Halt und bummeln durch die nette kleine Ortschaft. Alles ist noch im Winterschlaf, nur hin und wieder sieht man jemanden im Garten arbeiten. Ein großer Avocadobaum lacht aus einem Vorgarten. Die Frau, die gerade aus der Haustüre tritt, läuft zurück in ihr Haus und kommt mit 2 Stück Avocados für uns zurück. Ablehnen gibt es nicht, gibt sie uns deutlich zu verstehen. Vielen Dank, wir werden an sie denken, wenn wir die Guacamole genießen.
Die Rosmarinbüsche überragen den 1.80m großen Wolfi noch bei weitem. Wir haben gar nicht gewußt, dass man aus Rosmarin Hecken machen kann... ;-)

Nur langsam kommen wir auf Kretas Straßen voran, aber das liegt nicht an den Straßen, denn die sind sehr gut, nein eher an unserer gemächlichen Fahrweise, so können wir die wunderschöne Landschaft und die kleinen Dörfer, die wir durchfahren, so richtig auskosten. Es ist sehr kurvig und hügelig. Im Zickzack Kurs geht es runter an die Küste nach Xerokabos und dort am Meer entlang nach Kastri, wo wir am Hafen Anker werfen. Gleich daneben ist der Dorfwirt, wo wir uns Wein zum Sonnenuntergang bestellen. Dazu werden wir auf ein griechisches Vorspeisenteller von der Wirtin eingeladen. Die Gastfreundschaft der Kretaner ist schon ein Wahnsinn, immer gibt es ein paar "GUTTIS" zur Bestellung.

In Dermatos sind wir ganz alleine am Strand. Wolfi packt die Arbeitslust und kippt das Führerhaus, das Gasgestänge soll wieder mal geschmiert werden. Als ehemaliger Installateur schmerzt es ganz besonders, dass die Wasserstandheizung noch immer nicht funktioniert, obwohl Wolfi schon mehrere Stunden damit verbracht hat sie zum Laufen zu bewegen. Heute werden nur die getöteten Teile vom letzten Versuch getauscht.... Das Steuergerät ist defekt und so wurde ein Taster eingebaut, um die Heizung zum Glühen zu bringen, jedoch leider war der Taster ein Trenner. Glühkerze ade... In Istanbul haben wir Ersatz bekommen und hier die Zeit zum Einbauen. Zum Glück brauchen wir die Heizung ja nicht, es ist Sonne genug am Himmel, um per Strom heißes Wasser zu erzeugen.
Der Strand bietet sich perfekt an zum Grillen. Vorgänger haben bereits einen Steinofen gebaut, den wir noch ein bisschen ummodelieren, um auch Brot darin zu backen. Die Kruste wird zwar etwas schwarz, doch der Geschmack gleicht das wieder aus. Es gibt Fisch und türkische Pita mit Ziegenkäse und Spinat. Gegessen wird drinnen, denn sobald die Sonne am Horizont verschwindet, wird es kalt.

Wir haben weiterhin schönstes Wetter, so auch in Tsoutsouros und wir wandern der Küste entlang. Costas, der Tavernenbesitzer von nebenan, hat uns erzählt, dass es nicht weit von hier einen Palmenwald geben soll und dorthin sind wir nun unterwegs. Ein toller Weg führt die steile Küste entlang ins nächste Dorf. Es blühen wilde Callas am Wegesrand, auch das dornige Gestrüpp hat nun unzählige kleine gelbe Blüten bekommen. Mit jedem Tag wird Kreta bunter, die Knospen an den Bäumen sind kurz vor dem Explodieren, so gespannt sind sie und warten nur noch auf den rechten Zeitpunkt zum Aufgehen. Wir brauchen ca. eine 3/4 Stunde ins Dorf, während man mit dem Auto wahrscheinlich auch fast so lange braucht, denn man muss einen wilden Umweg durchs Hinterland fahren, um hierher zu gelangen.
Der Palmenwald ist zwar nicht der Hit, doch die Wanderung und der sich immer wieder ändernde Ausblick aufs Meer hinaus ist toll.


Insgesamt drei Buchten hintereinander mit ihren schönen Sandstränden und eine Ansammlung von Pensionen machen Tsoutouras so reizvoll. Uns gefällt es. Der Sonntag ist heiß und die Restaurants haben ihre Tische und Stühle schon ins Freie auf die Strandstraße gestellt. Nicht wenige Kretaner haben einen Wochenendausflug hierher gemacht, manche von ihnen liegen bereits in Badeklamotten am Meer. Nein, das ist uns doch noch zu kalt! Leider, denn das Meer sieht wirklich sehr, sehr einladend aus. Doch stecken wir die Zehen ins Wasser vergehen uns die Träumereien sofort.
Es ist Montag und auch der Himmel weint, weil das Wochenende vorbei ist, dicke Tropfen prasseln herunter. Es wir Zeit weiterzuziehen nach

MATALA - der einstigen Hippihochburg. In den 60er und 70ern wurde hier dem freien Leben gefrönt. Wenn wir die Augen schließen, sehen wir die Blumenkinder in ihren wallenden, bunten Röcken oder eben auch ohne am feinsandigen Strand tanzen, auf den Gitarren ertönt der Klang von "let it be". Hinten in der Felswand sind ihre Wohnhöhlen, die zweckentfremdet wurden, da sie früher römische Gräber waren, kaum durch den dichten Rauch der vielen Marihuanapfeifen zu erkennen. Ja die Phantasie reitet wieder!!! :-) Heute sind die ehemaligen Höhlenwohnungen eingezäunt und als archäologische Stätte ausgewiesen, die sympathischen Hängengebliebenen mussten sich neue Unterschlupfe suchen.


Das Dorf lebt heute, auch nach 50 Jahren noch immer vom Image der Hippies. Die Restaurants im Stil der Rastas und Hippies liegen am Fuße der steilen Felswand. Jedes Jahr findet ein Hippiefestival statt, für diesen Anlass werden die Wege und Straßen im Dorf mit Straßenmalereien verschönert, die man jetzt, nach einem halben Jahr noch immer sieht. Nach dem Fest ist vor dem Fest.
Ein Pfeil zeigt die Felswand hoch zum "Red beach" wir folgen dem Weg, auf dem im Sommer jeden Tag hunderte Touristen unterwegs sind. Der rote Strand ist eine kleine nette Bucht, die als Nudistenstrand ausgewiesen ist. Auf dem Weg dorthin marschieren wir durch ein Meer von blühenden Meerzwiebeln. Es sieht wunderschön aus!

Von hier oben hat man einen guten Ausblick auf Matala und auf eine gegenüberliegende Felswand, in der man beim genauen Betrachten mehrere Höhlen ausmachen kann. Die Höhleneingänge sind mit Steinmauern verkleinert worden und es hängen Handtücher davor. Eine Höhle hat sogar eine Tür aus Bambusstangen und Plastikplanen bekommen. Es fehlt nur noch die Türklingel und die Hausnummer. Wer hier wohl wohnt? Kai aus Deutschland, der uns schon gestern auf unserem Parkplatz besucht hat.
Abends noch erfahren wir mehr von den Höhlenbewohnern, denn wir treffen sie am großen Strandparkplatz, wo sie die Aussicht genießen. Es ist ein Mix aus Europäern, die hier gestrandet sind. Kai erzählt uns ganz stolz, dass er sogar ein kuscheliges Doppelbett in seiner Höhlenwohnung hat. Im Winter brauchen sie etwas Holz, um es warm zu haben. Manche produzieren Schmuck, andere zeichnen Karikaturen, die sie dann im Sommer an die Touristen verkaufen.

 

Tags drauf regnet es wieder, der Wind geht und es hat abgekühlt auf ca. 14°C. Als endlich die Wolkendecke wieder aufreißt und wir eine klare Sicht haben, müssen wir 2x ins Hinterland schauen, denn wir können es kaum fassen: Es hat ziemlich weit heruntergeschneit. Die ältere Generation meint, dass sie sich nicht errinnern können jemals solch einen strengen Winter auf Kreta gehabt zu haben, noch dazu so viel Schnee. Jedoch auf Regen folgt umgehend wieder Sonnenschein und der hat es in sich. Wenn die Sonne scheint, ist es sofort herrlich warm. Wir sind einen Ort weitergezogen, nach Kommos und parken hier gut neben der Ausgrabungsstätte. Wie überall auf Kreta ist das Parken und wilde Campieren kein Problem, auf Nachfrage bekommen wir immer ein "Alles klar, stellt euch nur her". Der tolle, fast unberührte Sandstrand ist ca. 2 km lang, herrlich zum Spazieren und Sonne tanken.


Der Weg in das kleine Dorf Pitsidia ist nicht weit und führt uns vorbei an Gärten, Olivenhainen und blühenden Wiesen. Die Mandelbäumchen stehen in Vollblüte. Beim Greißler am Eck kaufen wir frisches Brot und erwerben erstmalig einen griechischen Grappa, genannt Tsipouro, welcher wirklich lecker schmeckt. Der Zampetas Toni hat uns schon so vorgeschwärmt vom lokalen Schnaps aus Kreta, der nochmals besser sei, als vom restlich Griechenland. Wir werden der Sache auf den Grund gehen!! Am Nachhauseweg pflücken wir noch Estragon, der ist gerade richtig, denn beim Greißler gab es kein Horta.

Weiter geht es und wir machen nur einen kurzen Stop in Agio Galini, wo wir einen Bummel durch die Ortschaft machen, die steil in den Hang gebaut wurde. Vieles ist hier in Deutsch angeschrieben, jetzt wissen wir, wo die Österreicher und Deutschen ihren Urlaub verbringen.
Neben der Straße strecken sich hohe Büsche in den Himmel. Was ist das für ein Zeug? Das sehen wir zum ersten Mal. Dr. Google lehrt uns, dass es Riesenfenchel ist, der bis zu 4m hoch werden kann. Jene, welche auf den sonnigen Hängen wachsen, haben schon ihre gelben Blüten und sehen richtig schön aus.

Schon mehrmals haben wir den Tipp bekommen Agios Pavlos zu besuchen, es sollte einer der schönsten Strände sein. Also biegen wir von der Hauptstraße links ab und fahren ca. 12km eine kurvige Straße runter ans Meer. Die hügelige Landschaft ist wunderschön, besonders mit dem gelben Estragon ergibt das ein tolles Landschaftsbild.


Der Amigo ist von der Größe schon etwas grenzwertig. Die Neben- und Stichstraßen sind doch recht schmal, was ja nicht so schlimm ist, wenn man vorausschauend fährt. Doch die Durchfahrten durch die Dörfer sind des öfteren eine Zentimeter-Arbeit. Jede Menge Balkone und wir haben festgestellt, dass gegenüber von jeden Balkon ein Auto parkt. Früher mussten da ja nur Eselskarren durch, später kleine Autos, doch dass irgendwann Touristen mit solch großen Gefährten anrollen, hat zu dieser Zeit noch keiner bedacht ;-) Alles geht gut und wir landen in einer kleinen Bucht. Rundherum ragen Karstfelsen mit verschiedenen Mustern und Farben in die Höhe. Hinter dem Felsen sind Sanddünen die am Strand beginnen und bis zum Grat, etwa 100m höher reichen. Der Wind muss hier gewaltig werken, damit er so viel Sand anhäufen kann. Ja, wir haben ihn herbeigeredet, denn schon am nächsten Tag zeigt er uns, wie kräftig er blasen kann.

Die Buchten von Triopetra sind ein Traum. Langgezogene Sandstrände mit glasklarem Wasser, jedoch weiße Schaumkrönchen an der Oberfläche durch den Wind. Böenartig kommt er alle paar Minuten und es ist besser, wenn man da nicht draußen ist. Denn der Sand peitscht durch die Luft und das fühlt sich an, als ob man tausende Nadelstiche in die Haut bekommt. Wir machen es wie die Pferde in der Mongolei im Schneesturm, stellen uns mit dem Hintern in den Wind und schützen unser Gesicht - Einstimmung auf die Sahara? Auch Apollo fühlt sich nicht wohl und verzieht sich ins Haus. Sollen wir nun den restlichen Nachmittag im Amigo hocken? Der Strandbarbesitzer, der gerade am Herrichten für die Saison ist, erzählt uns, dass es in der Nebenbucht etwas windstiller sei und so ziehen wir um. Nun stehen wir etwas erhöht auf einem Parkplatz, hinter uns eine Felswand, die uns vor dem Wind schützt. Dieser pfeift über uns drüber und stürzt sich anschließend tollkühn ins Wasser. Die Schlieren und die Farbenspiele die die Böen dabei auf der Wasseroberfläche verursachen, sind super Anzusehen. Es hat den Anschein, als ob der Wind von allen Seiten herkommt.

 

Durch die Kourtalioti Schlucht geht es nach Preveli. Vorbei am alten Kloster, das gerade Renoviert wird, gelangen wir auf den großen Parkplatz auf der Klippe. Von nun an geht es nur noch zu Fuß weiter über 450 Stufen runter in die kleine Bucht mit Palmenwald. Am Ende des Waldes finden wir Thymianbüsche - wunderbar, diese Kräuter fehlen uns noch!

In Plakias wollen wir die Reifen wechseln. Dieses Vorhaben schieben wir nun schon seit Wochen vor uns her. Doch wieder packt Wolfi die Arbeitswut und wir stürzen uns in die Arbeit. Die hinteren 2 Räder sollen nach vorne, die 2 Reserveräder nach hinten und die 2 Vorderräder kommen als Reserve auf den Reserveradträger, weil sie noch am meisten Profil haben. Wir sind etwas außer Übung, ist doch das letzte Mal Reifen wechseln schon wieder etwas her (zum Glück!) und so rackern wir uns ab mit den schweren Biestern.
Nach 4 Stunden ist die Aktion beendet und wir fallen abends müde ins Bett. Lange schlafen wir nicht gut, denn der Wind kommt in anständigen Böen daher und lässt den Amigo so schaukeln, dass wir meinen auf einem Schiff zu sein. Dummerweise kommt der Wind von hinten und tifft genau auf die Dachluke die prompt reagiert und nervig klappert, was uns wiederum immer wieder den Schlaf raubt. Aufstehen und das Miststück niederkleben? Nein, wahrscheinlich lässt der Wind eh bald nach. Er hat nicht nachgelassen.


Unausgeschlafen sitzen wir morgens beim Kaffee als wir ein Pfffffffffffffffff hören. Wir kennen das Geräusch!! Ein Reifen verliert Luft. Im Laufschritt geht es zum Wagenheber und noch schnelleren Schrittes zur Hinterachse, wo dieser platziert wird um ein weiteres Absinken zu verhindern. Wie um Himmelswillen kommt so ein Riss in den Reifen? Nach dem Frühstück wird wieder der Blaumann hervorgeholt. Heute wollen wir wieder Reifenwechseln. Den halben Tag sind wir damit beschäftigt, die gestern montierten Reserveräder wieder zu demontieren und zurückzutauschen. Am Nachmittag steht dann Amigo wieder so da wie vor 2 Tagen, naja nicht ganz, denn die Vorderräder sind nun hinten und die Hinterräder vorne.

Die Dorfidylle zieht uns in ihren Bann. Eine alte Frau sitzt vor ihrem Haus und sortiert ihre Wildkräuter. Es wird wohl zum Abendessen einen Wildkräutersalat geben? Die kleinen Greißlerläden gefallen uns, hier bekommt man regionale Produkte und wir brauchen wieder frische Zutaten für den griechischen Salat. Auf der kleinen Dorfstraße kommt uns ein schnatterndes Gänsepaar entgegen. Jeden Nachmittag ziehen sie ihre Runden durch das Dorf. Die alten männlichen Dorfbewohner sitzen im Kafenion, schlürfen Kaffee und unterhalten sich lautstark miteinander.

Eine ältere Frau bleibt vor unserer Haustüre stehen und spricht uns an. Sie kommt ursprünglich aus Oberösterreich, lebt aber schon seit Jahrzehnten in Athen. Ihre Schwiegereltern sind aus Kreta und da dieser Winter für griechische Verhältnisse sehr schneereich war, musste sie das alte Haus hüten, denn Schmelzwasser kam durch den Kamin ins Haus. Sie erzählt uns auch, dass es Kreta von ganz Griechenland noch am besten geht. Viele Griechen machen sich nun zu Ostern auf den Weg hierher, um Arbeit zu finden, denn die Prognosen sagen eine gute Saison voraus. Ca. 25% der Griechen haben keine Arbeit. Viele arbeitslose Menschen, die nur wenige Monate Sozialhilfe vom Staat bekommenen, leiden vor sich hin. Auch in ihrem Dorf sind gerade junge Menschen aus Athen wieder zurück in ihr altes Dorf zur Großmutter gezogen und leben nun zu viert von Omas Pension, welche allerdings auch gekürzt worden ist...

Durch die Kotsifou Schlucht wollen wir an die Nordküste. Als wir Plakias verlassen, erzählt uns eine Einheimische, dass es an der Nordküste wärmer sein sollte. Aha, eigentlich haben wir genau das Gegenteil angenommen. Je südlicher, desto wärmer! Doch wir haben den Wind nicht berücksichtigt. Wir werden es ja sehen.
Es ist Sonntag, viele Motorradfahrer sind unterwegs. Mit ihnen teilen wir uns unter lauten Gejohle und Winken und Hupen diese Nebenstraße über einige Berge und Hügel, viele Kurven und durch kleine Dörfern mit engen Durchfahrten. Je enger der Durchlass, desto freundlicher winken wir den Leuten zu, die uns dabei beobachten. Kein einziger zeigt uns den Vogel oder schimpft, ist eh nicht viel Verkehr und so freuen sie sich wahrscheinlich auf etwas Abwechslung :-)

Rethimnon ist die 3. größte Stadt auf Kreta und wir freuen uns auf die Abwechslung eines Stadtlebens. Abwechslung macht ja bekanntlich die Würze im Leben aus!
Die Stadt ist geprägt von den Venezianern, die vom 13.-17. Jhd. hier waren. Davon zeugt das mächtige Fort und viele Häuser mit ihren hölzernen Balkonen. Die Altstadt ist von engen Gassen durchzogen, auf denen der Smart das perfekte Fahrzeug ist, sogar Gelati alla Italiana wird schon angeboten. Heute ist auch der bisher wärmste Tag auf Kreta seit wir angekommen sind. Die Sonne knallt runter und beim Mittagessen schwitzen wir. Es gibt Kaninchen, gefüllte Weinblätter und Tsatziki, dazu etwas Weißwein.
Im alten Hafen geht es geschäftig zu. Viele sind am Ausbessern der Fassaden, Balkone und Türen werden neu gestrichen. Andere sind am Putzen und Streichen der Tische und Stühle. Die Saison soll um die Ostern herum losgehen. Manche haben schon offen und deren Terrassen sind voll mit Cafe frappe schlürfenden Kunden. Im geschützten Hafenbecken schwimmen ein paar alte Boote und wir sehen das erst Mal Fische im Meer. Wir hatten schon die Befürchtung, dass das Mittelmeer komplett tot ist, umsomehr freuen wir uns nun an diesen kleinen Fischen. Fakt ist aber, dass das Mittelmeer ziemlich leergefischt ist und viele Fischer nun einen anderen Job machen müssen, weil sie vom Fischfang nicht mehr ihre Familien ernähren können. Es rosten auch viele der kleinen Fischerboote langsam vor sich hin, oder warten sie nur auf den Sommer??

Es ist hier tatsächlich wärmer als im Süden und zu unserer großen Freude geht auch kein Wind. Aber vielleicht hat sich das Wetter nur gedreht und es ist im Süden ja auch so schön, wir wissen es nicht. Donnerstag ist Markttag. Es geht sehr geschäftig zu. Viele Menschen sind mit ihren rollenden Einkaufstüten unterwegs, was auch richtig Sinn macht, denn die brauchen dann nicht so schwer schleppen wie wir. Neben Obst und Gemüse gibt es auch einen Streichelzoo in Form von Hasen. Aber die werden eher als Sonntagsbraten verkauft. Es hat schon was, wenn man sein Hauptgericht namentlich kennt. Der Ziegenkäse vom Bauern um die Ecke ist köstlich. Es gibt unterschiedliche Reifegrade und von jedem Laib soll man probieren, bevor man sich entscheidet und das mitten in der Fastenzeit. Was solls, da müssen wir durch ,-)


Reich an Eindrücken, genug vom Straßenverkehr und gut bestückt mit Obst und Gemüse setzen wir unseren Weg in den Westen fort. Schon so oft haben wir gleichermaßen von Einheimischen und Touristen gehört, dass der Westen Kretas das Highlight sein sollte. Diesen werden wir nun in den kommenden Wochen erkunden.

Zu guter letzt noch ein Link zur Kreta Werbung auf Youtube, die wirklich sehr cool ist!!

sehr coole Kreta Werbung

 

 

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