Thailand, Phuket

 

 

Es ist Sonntag - wir ziehen um. Kurz nach dem Aufbruch öffnen sich die Schleusen und es schüttet wie aus Eimern vom Himmel. Wir fahren ganz langsam, denn der Scheibenwischer auf der höchsten Stufe schafft es kaum, den Regen von der Windschutzscheibe zu wischen und so bleiben wir stehen, um die wildesten Schauer abzuwarten.
Den Schweinen auf dem Pick-up freut es sicherlich, etwas Erfrischung zu bekommen.

Im Sirinath Nationalpark in Nai Yang hat sich nicht viel verändert, die Campingwiese ist noch immer vorhanden, die Außenduschen wurden saniert und repariert, dafür ist die ganze Anlage etwas heruntergekommen. Die vielen herrenlose Hunde streunen noch immer rum, es gibt mehr Essenstände am Platz und das Managment vom NP wurde ausgewechselt. Der schöne Sandstrand ist noch hier.
Jedoch hat sich im Dorf vieles verändert. Seit die Militärregierung die Macht übernommen hat, haben sie die Schwarzbauten am Strand abreißen lassen. Nun ist der Strand wieder unbebaut und sieht sehr natürlich aus. All die Geschäftslokale ohne Genehmigungen, mussten weg und ein Grundstück hinter der Strandstraße pachten, um ihren Laden offiziell betreiben zu dürfen. All die netten Strandrestaurants von früher sind verschwunden und neue Slogans wurden geschaffen "broken english spoken here perfect"

Seit Monaten ist auf Phuket schon die rege Diskussion im Gange, ob man Strandliegen und Sonnenschirme erlauben sollte. Mal sind sie verboten, mal nicht. Eine große Tafel macht uns deutlich, was derzeit erlaubt ist und was nicht oder ist sie etwa schon wieder überholt?? Viele ältere Touristen sind verärgert, weil manche nur schwer wieder vom Sand alleine hochkommen. Wir fragen uns, ob dies ihre dringendsten Sorgen auf Phuket sind?


Das Riff wird noch immer von ganz vielen bunten Fischen bewohnt. Da unsere Schnorchelbrillen leider in Kambodscha gestohlen wurden, müssen wir uns nun um neue umschauen. Gleich in den ersten Tagen erledigen wir das, damit wir das Riff richtig "auskosten" können. Kugel-, Kasten-, Fächerfische, Moränen und Tintenfische, die sich gerade fortpflanzen. Etwas komisch, den Kopffüsslern beim Poppen zuzusehen.....das Weibchen versteckt die Eier unter dem Gestein und von der anderen Seite sind findige Fische damit beschäftigt, die Eier zu stehlen und zu fressen.
Jedesmal ist es unter Wasser ein Abenteuer. Die Nemos sind immer am gleichen Fleck, sie schwimmen zwischen den Anemonen. Ein kleiner Felsen etwas abseits, ist das Zuhause von 15 oder mehr Feuerfischen, die sich einfach von den Wellen treiben lassen. Sie schauen aus wie g´rupfte Hendln. Fast jeden Tag zieht es uns hinaus zum ca. 20m entfernten Hausriff. Die Sicht ist oft perfekt und die Wassertemperatur angenehm, so dass wir immer ganz verwundert sind, weil schon wieder 2 Stunden um sind.

Schon seit geraumer Zeit merkt Wolfi, das die Kupplung erst fast am Ende des Pedalweges kommt, dass es keinen automatischen Nachsteller gibt, deutet auf ein baldiges Ende des Kupplungscheibenbelags hin. 2 Lkw-Mechanikermeister in Österreich bestätigen Wolfis Theorie. Die Kupplung wurde vor 110.000km komplett erneuert. Warum sollte die nun verschlissen sein? Wolfi ist doch kein Kupplungsschleifer, oder? Ist der Motor nach der Optimierung zu stark für die Kupplung? Fahren wir zu untertourig für das große Drehmoment?? Vielleicht mit einem zu großen Gang an?? War der Abschleppversuch vom Lkw Schuld??? Solche Fragen gehen Wolfi durch den Kopf und auch das viele Grübeln macht es nicht besser.
Normalerweise würde es keinen Grund zur Sorge geben, ABER wir fahren im März durch China und es ist ohnehin schon nicht günstig. Wenn wir dann dort noch wegen einem Problem stehen bleiben würden, welches wir schon vorher kannten, die Teile dann aus Europa bestellen und einfliegen lassen müssten, dann gäbe es da nicht viel zu entschuldigen.... Hier in Thailand haben wir noch Zeit genug, im Nachbarland Malaysia gibt es die Kupplungscheibe lagernd. Anfang Dezember müssen wir sowieso Visarun machen, in dem Fall könnten wir ja nach KL fliegen und uns das Ersatzteil besorgen und hier umbauen. Wir könnten dann ohne Sorgen durch China und Mongolei fahren.

 

Ende dieser Woche tritt die neue Visaregelung in Kraft. Gisela & Lorenz wollen noch ein altes Visum (double entry) beantragen und machen sich somit Anfang der Woche auf den Weg nach Malaysia. Mit dem Flugzeug geht es nach KL und direkt zur thailändischen Botschaft. Leider hat die Botschaft am nächsten Tag wegen eines Feiertages geschlossen und ihnen wird mitgeteilt, dass es kein double enrty Visum mehr gibt. So beschließen sie, nach Kota Bahru zu fliegen, denn in dieser Stadt haben wir vor nur wenigen Wochen dieses besagte Visum erhalten.
Im Vorfeld haben sich Gisela & Lorenz bereit erklärt, uns die Kupplungsscheibe mitzubringen und holen diese beim Ersatzteilhändler ab. Mit dem 8kg schweren, zum "Handtascherl" verpacktem Teil, buchen sie einen Flug nach Kota Bahru. Doch irgendwie sind sie vom Pech verfolgt, denn auch das dortige Konsulat hat die nächsten beiden Tage geschlossen, weil der Sultan Geburtstag hat. Also wird wieder ein Flieger bestiegen, um an die Westküste zu gelangen. In Penang bekommen sie nun schlussendlich vor dem Wochenende noch das ersehnte Visum, jedoch nur single entry - 2 Monate. Danach geht es mit dem Express-Bus von Penang nach Phuket, mit Vollgas über die Autobahn in Malaysia und nicht viel langsamer über die Bundesstraßen in Thailand. Spätabends kommen sie an und sind sehr froh, endlich wieder zu Hause in ihrem LoGi zu sein.
Für uns gibt es ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Gisela überreicht uns das Paket. Eine geniale Idee von den beiden, unsere Kupplungsscheibe als Weihnachtsgeschenk zu tarnen, um so den Zoll zu übergehen. Es hat geklappt und wir danken den beiden vielmals für das Mitnehmen der Kupplungsscheibe!! Danke, danke! Danke, danke!

Wir werden noch 2 Wochen mit dem Werkstattbesuch warten. Denn Anfang Dezember ist auch bei uns der Visa-run erforderlich und falls es Probleme mit der Reperatur geben sollte und vielleicht auch noch weitere Teile zum Besorgen wären, könnte Wolfi den Visa-run nach Malaysia machen. Hier in Thailand fahren keine Mercedes Lkws rum, somit gibt es auch kaum Ersatzteile. Im Vorfeld leihen wir uns das Moped von den Schweizern und drehen eine Runde auf der Insel, um uns nach Werkstatten zu erkunden, die für den Kupplungstausch geeignet wären. Bei der Hino-Werkstatt haben wir ein gutes Gefühl. Eine große Halle, wo an 10 Lastwagen gleichzeitig herumgeschraubt wird, modern eingerichtet mit Kran für den Motor und Drehbank, falls wir das brauchen würden. Aber ob diese Werkstatt die richtige Entscheidung ist, wissen wir erst in 2 Wochen, wenn wir den Kupplungstausch vornehmen.

Es ist Nachmittag, als ein Moped um die Kurve kommt. Von Satun nach Phuket fast 500km auf dem Mopperl in ca. 7 Stunden. Der Auspuff und das Arscherl glühen - der Eine vom Vollgas, der Andere vom langem Sitzen. Ein paar Bier wirken da schon Wunder. Vor 2 Jahren haben wir uns schon in Nai Yang getroffen. Letztes Jahr waren wir in Kambodscha, als die beiden Urlaub in Thailand machten. Heuer passt es wieder!! Oranuch & Eddy, die weltbesten Schweinsbratenköche, kommen gerade richtig, denn der Schweinsbraten bruzelt gerade in Verenas Backofen. Als Dankeschön für Gisela & Lorenz gibt es nämlich heute Abend Schweinsbraten mit Semmelrolle und Krautsalat. Für uns ein seltenes Gericht, da wir doch meistens thailändisch essen. Oranuch & Eddysind nicht so begeistert, sie würden ja lieber Thai-Gerichte bevorzugen, weil Schweisbraten gibt es eh immer in Österreich. Aus der Reisetasche zaubern sie Weihnachten hervor, Köstlichkeiten aus der Heimat, selbstgemachte Würste, Salami und Speck sowie Zeitschriften aus Österreich. Vielen, vielen Dank ihr Lieben, ihr wisst wie man Reisende glücklich machen kann!!
Während Oranuch schon am nächsten Tag nach Bangkok weiterfliegt, um dort an einer Massageausbildung teilzunehmen, bleibt Eddy hier bei uns in Nai Yang.

Thailand ist wirklich easy going! Das Wasser hier in den Duschen ist etwas brackig und auch nach dem Filtern, ist das Wasser noch immer nicht richtig gut. Also radelt Wolfi in das Dorf, um dort Trinkwasser zu kaufen. An jeder Ecke werden die 20l Wasserkanister zum Kauf angeboten, denn auch die Thailänder kaufen ihr Trinkwasser.
Aber wie nun diesen Kanister nach Hause transportieren? Mit dem Rad ohne Gepäcksträger etwas schwierig. Der Verkäufer leiht Wolfi sogleich sein Moped mit dem Beiwagen, damit das Wasser zum Amigo kommt. Der Wasserkanister kostet 15,-Baht (ca. 40 Cent), die ca. 2km Wegstrecke wird wahrscheinlich das gleiche kosten und er will nicht mal Geld für das Ausleihen!

Frühmorgens kommen ein paar Busse an und jede Menge Kinder springen raus, Pfadfinderlager ist angesagt. Auf der großen Wiese nebenan stellen die Mädchen ihre Zelte auf und für die Jungs wäre wahrscheinlich unsere Campingwiese vorgesehen gewesen. Da ja wir nun hier parken, stellen die Jungs ihre Zelte einfach zwischen den Bäumen im sandigen Boden neben der Strandstraße auf. Niemand schickt uns weg, obwohl wir offensichtlich im Weg stehen. Was soll man dazu noch viel schreiben?
Jede Mannschaft hat ihr Zelt selbst aufgestellt, Wäschleinen gespannt, Gaskocher bereitgestellt. Jedes Zelt hat seine eigene Außenküche zum Selberkochen, bestückt mit Eiern, Gemüse und Gewürzen. Die Kinder sind alle sehr diszipliniert und freuen sich wahrscheinlich schon das ganze Jahr auf diese Camptage.
Tagsüber gibt es verschiedene Herausforderungen (Dosen werfen, Seiltanzen, unter einem tief gespannten Netz durch robben und vieles mehr) zu bewältigen. Am Abend wird gefeiert, der "Rudelführer" und sein Mikrofon treiben uns fast in den Wahnsinn. Die Lautstärke ist enorm, gerade dass es sich nicht überschlägt. Das Gekreische und Gesinge - sowas von falsch. Wir wissen nicht, was wir davon halten sollen. Sollen wir es mutig finden, wenn man so gar nicht singen kann und das der Öffentlichkeit vorführt? Jedenfalls sind unsere Nächte kurz. Erst nach Mitternacht ist an Schlafen zu denken, das ist ja nicht schlimm. Aber es ist noch dunkel, als wir unsere Augen aufschlagen, denn um 5.00 Uhr werden die Kinder über die Lautsprecher mit der Nationalhymne geweckt. Der Rudelführer ist schon sowas von putzmunter und hört nicht mehr zum Reden auf. Hört ihm überhaupt jemand zu? Die Kids nicht, die sind mit allerhand anderen Dingen, wie Frühstück zubereiten und verzehren, Zähne putzen, waschen und vielem mehr, beschäftigt und unterhalten sich dabei hervorragend..... Der Rufdelführer gäbe einen begnadeten Politiker ab, die hören sich ja auch sehr gerne reden....

Es ist Loi Krathong - eines der beliebtesten Feste der Thailänder, das am Vollmondtag im 12. Mondmonat gefeiert wird. Die Gläubigen danken der Flussgöttin für die Fruchtbarkeit der Felder und bitten sie um Vergebung für die Umweltverschmutzung durch die Menschen. Den ganzen Tag sind die Menschen schon beschäftigt mit dem Bauen von kleinen Bötchen aus Bananenblättern, den Kratongs. Die Blätter werden kunstvoll drapiert und mit Blüten, Kerzen und Räucherstäbchen verziert. Diese Opfergaben werden neben der Straße verkauft und am Abend ins Wasser gesetzt. Der Vollmond leuchtet schon vom Himmel, aber keine Menschen mit Opfergaben in Sicht. Wir spazieren ein Stück der Straße entlang und fragen bei den Kratong-Verkäufern nach, wann denn das Fest beginne. "Around nine o`clock" bekommen wir zur Antwort. Also warten wir. Aber auch um 9.00 und 10.00 Uhr tut sich nicht viel mehr, fast ganz alleine stehen wir am Strand, als wir unsere Kratongs ins Wasser lassen.
Vergebung der Umweltverschmutzung durch den Menschen? Was machen wir mit den Kratongs? Sind das wirklich alles natürliche Produkte die zu 100% abbaubar sind? Blätter, Blüten, Kerzen, Räucherstäbchen OK, aber was ist mit den vielen Stecknadeln? Wer wird denn schon so kleinlich sein? :-)

Am 28.11. ist Saison Opening in Nai Yang. Das passt ja ganz genau. Unsere schweizer Nachbarn haben gerade Familienbesuch aus der Heimat. Es ist ihr letzter gemeinsamer Abend. Wir gehen zum Abendessen ins Dorf und suchen dann die Party, die zum Saison-Opening stattfinden soll. Schon von weitem hören wir die Musik von der Dachterrasse der Blue Sky Bar. Es tummeln sich einige Leute, alle sehr schick gekleidet, die Damen mit Hut und High heels. Aha, es wird die "Miss Hat" gewählt - wenn wir das gewusst hätten, dann wären wir natürlich auch mit Hut gekommen. Der Künstler gibt gerade eine Feuershow zum Besten, während die attraktiven Mädels die Theke erklimmen und sich im Takt bewegen.

Am Montag haben wir einen Termin in der Hino Werstatt. Schon am Vorabend machen wir uns auf den Weg dorthin, weil morgens der Verkehr so chaotisch ist, dass wir wahrscheinlich schon um 4.00 Uhr morgens aufstehen müssten, um rechtzeitig um 8.00 Uhr in der Werkstatt zu sein. Der Wachmann weiß nichts mit uns anzufangen und will uns auch nicht aufs Gelände fahren lassen. Er spricht kein Tupfen Englisch und so ruft er seinen Chef an, dass dieser mit dem Wolfi das ausreden kann. Im Enddefekt verbringen wir die Nacht vor dem Autohaus neben der stark befahrenen Hauptstraße. Pünktlich um 8.00 Uhr morgens öffnen sie die Pforten. Wir bekommen einen Platz in der großen Halle zugewiesen. Wolfi und ich beginnen mit den Vorbereitungsarbeiten, wie Führerhaus ausräumen und kippen, während die Angestellten an einer morgendlichen Besprechung teilnehmen müssen. Ein Mädl im Büro spricht sehr gut Englisch und mit ihrer Hilfe wissen der Werkstattleiter, was zu machen ist.

Wolfi merkt bald, dass er der einzige ist, der mit Flip-Flops herumläuft. Ein großes Schild weist auf die Sicherheit während der Arbeit hin und so wechselt er auf seine geschlossenen Arbeitsschuhe und Latzhose um. Man könnte fast meinen, er sei hier angestellt. Die Hitze im Fahrerhaus hat die Schuhe porös gemacht und bald löst sich die Sohle. Mit einem Tape wird sie festgeklebt, denn diese Werkstatt müssen die Schuhe noch überstehen.

Die Arbeit kann beginnen. Die beiden Auspufftöpfe werden abgebaut, die Kardanwellen auch, dann liegt das Getriebe schön vor uns, um es, durch einen Getriebeheber gesichert, zu demontieren. Getriebe nach hinten schieben, Druckplatte ausbauen - Überraschung, die Kupplungsscheibe sieht nicht schlimm aus und hätte noch genügend Belag. Die Mechaniker begutachten die Druckplatte sowie das Ausrücklager und befinden alles für in Ordnung. Hat sich der Wolfi wirklich so getäuscht und sich das Kupplungspedal-Spiel nur eingebildet?? Diese Kupplungsscheibe hätte noch gute 200.000km gehalten. Was solls, neue Scheibe rein und zusammenbauen. Um 16.00 Uhr ist die Schicht der Arbeiter zu Ende, unsere Baustelle ist aber noch nicht fertig. In der Halle wollen sie uns nicht schlafen lassen, das Ersatzteillager und das Büro neben sind unverschlossen - verständlich. Ihr Vorschlag in ein Hotel unweit der Werkstatt zu gehen, lehnen wir ab, denn wir wollen unser Haus nicht verlassen. Wir schließen einen Kompromiss, die Mitarbeiter bauen das Getriebe wieder ein, sodass der Amigo von einem Lkw vor das große Hallentor geschleppt werden kann. Eine Überstunde später sind die Jungs fertig, der Amigo steht vor der Halle und wir schlafen dort ruhig in unserem eigenem Bett.
Das Service in der Werkstatt ist ausgezeichnet, wir werden Mittags und Abends mit Essen und Getränken versorgt. Am nächsten Morgen wird weitergemacht und mittags sind wir wieder startklar. Der Pedalweg, bis die Kupplung löst, ist größer geworden. Mit € 450,- für eine neue Kupplungsscheibe inklusive Arbeit hält sich der Aufwand in Grenzen.

Gisela & Lorenz warten unsere Rückkehr noch ab, denn ihre Pechsträhne will nicht abreissen. Am Montag fahren sie zum thailändischen Zoll, um die Papiere für den LoGi verlängern zu lassen. Doch sie werden enttäuscht. Es ist nur eine Aufenthaltsdauer von 180 Tagen im Jahr für das Fahrzeug erlaubt und die haben sie erreicht. Sie könnten mit dem Fahrzeug kurz das Land verlassen und wieder neu einreisen, aber dann wäre ihr jetziges erst neulich ausgestelltes Visum ungültig. Lange überlegen sie, was denn für sie nun das Beste wäre. Schließlich entscheiden sie sich, wieder nach Malaysia zu fahren und die nächsten Monate dort zu verbringen.
Nun verabschieden wir uns schon zum x-sten Mal von ihnen, da wir immer meinten, uns nicht mehr zu sehen. Aber diesmal ist es wirklich so weit. Da wir Südostasien in wenigen Monaten verlassen, werden wir uns nicht mehr über den Weg rollen. Vielleicht sehen wir uns in einigen Jahren in Südamerika wieder? Wir würden uns sehr freuen!!

 

Am 05. Dezember hat der beliebte König Geburtstag und an diesem Tag wird auch der Vatertag gefeiert. Schon einige Tage davor werden in vielen Geschäften gelbe T-Shirts mit den Slogan "Bike for Dad" zum Verkauf angeboten. Wir machen uns schlau, was es damit auf sich hat und erfahren, dass der Sohn vom König eine Initative für einen 30km langen Fahrrad-Korso ergreift. Zu Ehren des 88. Geburtstages seiner Majestät und dem zeitgleichen Vatertags in Thailand tragen sehr viele diese T-Shirts. Vom Fahrrad-Korso bekommen wir nichts mit, statt dessen sind viele Familien mit Oma, Opa, Tanten und Onkels zum Picknicken am Strand. Eine große Eistruhe mit kaltem Bier, ein Griller und der Mörser zum Papaya-Salat machen, dürfen natürlich nicht fehlen.

Oranuch fliegt von Bangkok nach Phuket und schon am nächsten Tag schwingen sich die beiden auf`s Moped, um ihre Reise in den Norden zu starten. Ein Besuch ist weg, kommt schon der Nächste. :-) Den Philip aus der Schweiz, haben wir vor 4 Jahren in Goa getroffen. Da war er mit Roman im Geländewagen für ein paar Wochen unser Nachbar. Schnupftabak, Shisha rauchen mit Old Monk, jede Menge Spaß - das war unsere gemeinsame Zeit in Goa. Philip ist mittlerweile Student und macht gerade sein Praktikum in einem Yoga-Hotel auf der Nachbarinsel. Über Facebook haben wir von einander erfahren, dass wir gleich nebenan sind und uns verabredet.

Nur wenige Tage später, Verena liegt noch im Bett, Wolfi sitzt auf dem Häusl, als wir eine bekannte Stimme vernehmen. "Ist jemand zu Hause?" Posy aus der Schweiz - ein Freund von den LoGis. Vor 2 Jahren haben wir hier in Nai Yang zusammen Weihnachten gefeiert. Von Lorenz & Giselas Reiseberichten hat er erfahren, dass wir wieder gemeinsam im NP am Nai Yang Strand parken. Er wollte uns überraschen und hat einen Flug nach Phuket gebucht. Nur leider sind die LoGis mittlerweile nach Malaysia weitergezogen. Nun stattet er uns einen Kurzbesuch ab und entschließt sich, dann mit dem Boot weiter nach Langkawi zu fahren, wo die LoGis nun ihr Lager aufgeschlagen haben. Posy wartet schon seit einigen Stunden im Pavillon sitzend, nur wenige Meter von unserem Platz entfernt, dass im Amigo Leben erwacht und sich die Haustüre öffnet. Als Apollo rausspringt, ist es ein Zeichen, dass wir munter sind und er klopft an die Wand vom Amigo. Als Mitbringsel zaubert er Manner-Schnitten für uns und Leckerli für den Apollo aus seinem Rucksack. Die gesamte Staffel von "Kottan ermittelt" hat er auch für uns mitgebracht! Voll cool, danke!!

Dienstag, Donnerstag und Samstag ist Markttag, das heißt bei Gritschens wird nicht gekocht. Am späten Nachmittag schwingen wir uns auf die Fahrräder und radlen auf den gut besuchten Markt. Wir wissen schon genau, wer die besten Curries kocht, wer das schmackhafteste Laab anbietet und wer das köstlichste Birjani hat. Wir wissen, wo wir das frischeste Gemüse finden und das beste Obst. Die Eierverkäuferin lächelt uns schon von weitem zu, wir sind bestimmt die einzigen, die mit einem Eierkörberl zum Einkaufen gehen.
Es hat auch so seine Vorteile, wenn man längere Zeit wo parkt und nicht immer wieder alles neu suchen muss.

Aber auch so seine Nachteile - eine Ratte hat sich in unseren Batteriekasten eingenistet. Am Markt kaufen wir eine Mausfalle und bestücken diese mit Hundefutter. Ob das die Ratten hier kennen und mögen? Ja, das tun sie, denn das Hundefutter ist weg und die Falle leer.... Verdammter Schlaumeier!! Nächster Versuche, die Klappe wird "modifiziert" oder besser "pimp the trap" und siehe da, am nächsten Tag liegt sie mit einem Genickbruch in der Falle. Es muss eine Rattengroßfamilie auf den Motor des Amigos eingezogen sein, denn insgesamt fangen wir 5 Stück. Gerade als wir so anfingen über eine Geschäftsidee nachzudenken, die Ratten am Markt zu verkaufen, da blieb die Falle mit einem Male leer. Da soll noch einmal jemand sagen, dass man nichts herbeireden oder wie in diesem Fall wegreden kann.

Iolanda & Sergi mit ihrem Mercedes 609 verirren sich hierher. Die beiden haben im April dieses Jahres ihre Heimat Spanien verlassen und sind nun über China nach SO-Asien gekommen. Den beiden gefällt das Reiseleben so sehr, dass auch sie sich mit dem Gedanken tragen, zu Hause alles zu verkaufen und sich einen Truck anzuschaffen, um länger auf Reisen zu sein. Viele Fragen haben sie an uns und unser "schlechter Einfluß" sowie der Ausblick auf den Amigo aus ihrem Fenster lässt sie vom Träumen über so ein Leben nicht mehr los. In wenigen Tagen fliegen sie aber erstmal nach Barcelona, um dort mit der Familie Weihnachten zu feiern, danach geht es weiter durch Thailand, hoffentlich sehen wir uns dann wieder.

Unsere Chinagruppe ist nun zusammen. Der Reiseverlauf, die Reisedauer, welche Agentur und die Kosten sind nun ausgehandelt und fixiert. Die Anzahlung wurde geleistet. Unsere China-Durchquerung startet am 30. März.

Zwischendurch wird auch wieder mal ein bißchen gearbeitet. Die Türscharniere auf der Beifahrerseite sollen getauscht werden und in diesem Zug werden die Dämmplatten am Türblatt wieder angeklebt, die irgendwann unbemerkt runtergefallen sind. Rostbehandlung mit einer Getrieböl/Dieselmischung, die Türverkleidung wird nachgeklebt. Neue Clipse für die Verkleidungen angebracht. Das Gasgestänge wird gereinigt und neu geschmiert, dabei blasen wir auch mit Druckluft den Rattenkot vom Motor, was die 5 Kollegen für einen Haufen machten... Bei unserer Markise lösen sich die Nähte auf. Wenn wir noch länger an ihr Freude haben wollen, wird uns nichts anderes übrigbleiben, als sie runter zu nehmen und nachzunähen. Also machen wir das. Der Neopren, aus dem unser Durchgang gemacht ist, ist wieder leicht porös und lässt schon etwas Regenwasser durch. Das wussten wir schon, als wir im Sommer in Österreich waren und haben uns dort neues Neopren und den Kleber dazu besorgt, aus dem wird nun unser neuer Durchgang gebastelt.
Die Wasserheizung spinnt auch, schaltet sich nach 30 Sekunden ab, ohne zu zünden. Die von Webasto beschriebenen Fehler sind es nicht. Also suchen wir weiter. Endlich tut sich der Fehler auf, der Glühwächter ist kaputt. Leider sitzt er sehr fest im Gehäuse der Heizung...

Neben uns werden 3 Militärzelte aufgebaut, am Abend wird eines davon bezogen. Mare, ein gebürtiger Thailänder, der in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist und die letzen 40 Jahre in Nord-, Süd- und Mittelamerika verbracht hat. Ein ganz netter und unkomplizierter Kerl und so verbringen wir den ganzen Tag mit Ratschen. Mare ist nun 10 Monate mit seinem Fahrrad in Thailand unterwegs, um seine Heimat besser kennen zu lernen. Meistens übernächtigt er in Tempelanlagen, wo er kostenlos Unterschlupf findet und auch noch oft zum Essen eingeladen wird. Die Mönche bekommen morgens auf ihrer Betteltour mehr Essen, als sie selber verbrauchen können und so teilen sie es gerne mit ihm.
Hier mietet er sich ein Militärzelt, für das die Ranger einen unverschämt hohen Preis verlangen und das Geld obendrein noch in die eigene Tasche stecken. Da kommt uns die Idee, dass wir ihm doch das Zelt von unseren Freunden Bini & Peter schenken könnten. Unsere Freunde brauchen es nicht mehr, wir haben selber eines, also ist es doch bei Mare viel besser aufgehoben. Er hat eine große Freude über das Geschenk, nun kann er sein eigenes Haus mit seinem Fahrrad mitnehmen.


Am späten Nachmittag fahren wir gemeinsam zum Markt, kaufen dort Abendessen ein, welches wir dann zuhause gleich zu uns nehmen. Mare wird immer nervöser, hüpft ständig vom Sessel hoch und hält sich schmerzverzerrt seinen Magen. Er hat Bauchkrämpfe. "I`m so excited! I guess the cramps are coming from my nervousness."
Der Grund für seine Nervosität ist der: Er hatte vor einigen Jahren ein thailändisches Restaurant in den Bergen Perus. Dort hat er ein Pärchen aus Irland kennengelernt. Sie haben sich symphatisch gefunden und haben 3 Tage miteinander verbracht. Per Internet haben sie ein bisschen Kontakt gehalten, aber nie wieder gesehen. Das ist nun 16 Jahre her und in nur wenigen Stunden ist es so weit, dass sie sich wieder treffen. Das irische Pärchen hat mittlerweile 2 Kinder. Als sie erfuhren, dass Mare gerade in Thailand verweilt und sie ohnehin nicht genau wussten, wo sie ihren ersten größeren Familienurlaub verbringen sollten, haben sie sich hier in Thailand verabredet. Mit einem Mietauto will Mare der irischen Familie sein wunderschönes Land zeigen. Viel zu früh schwingt er sich auf sein Fahrrad und fährt zum Flughafen, um sie in die Arme zu schließen.

 

Die Thailänder lieben Lotto. Fast jeder kauft solche Glücksscheine in der Hoffnung den großen Gewinn zu machen. Angeblich kostet ein Schein umgerechnet 2,-€, was hier viel Geld ist, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am Markttag sitzen die Frauen am Gehsteig und verkaufen die Glückslose. Heute gibt es noch ein weiteres Spiel am Markt. Eine junge Dame marschiert mit einem Mikrofon durch die Gegend und sagt immer 4 Zahlen auf. Wenn man diese Zahlen hintereinander auf seinem 20 Bahtschein findet, gewinnt man etwas. Wolfi versteht die thailändischen Zahlen und findet sie auch promt am Schein, nur eben verkehrt rum. Also muss es wohl sein Schmäh und Charme gewesen sein, dass er doch zu den Gewinnern zählt und einen Preis in Form von 3in1 Kaffee gewinnt.

Die Schweizer Barbara & Dominique mit ihren beiden Jungs Nils und Jonas sind wieder zurück, sie haben schon mal hier geparkt. Die letzten 2 Wochen verbrachten sie Familienurlaub in Khao Lak mit der Mutter, die aus der Schweiz eingeflogen kam. Nun ist die Mutter wieder zurück in der Schweiz und sie sind wieder hierher gekommen.
Die Familie reist mit einem Magirus Lkw, den Dominique sehr schön selbst ausgebaut hat. Ein Jahr haben sie insgesamt Zeit für ihre Reise, denn im Herbst kommt Nils in die Schule. Barbara ist der reisefreudigerere Part in der Familie und sie hat 15 Jahre gebraucht, um ihren Mann für solch eine Reise zu überreden.
Phuket ist ihr südlichster Punkt auf der Fahrt, dann geht es wieder zurück in den Norden Richtung Heimat. Da sie erst vor kurzem mit der gleichen Agentur und unserem gewünschten Guide durch China gereist sind, haben wir natürlich viele Fragen an sie. Der 3jährige Jonas sagt immer "Herr Pollo" zum Apollo, wir finden es lustig und ertappen uns dabei, ihn auch öfter mal mit Hr. Pollo anzureden. Apollo macht es nichts aus, er hört auf alles, solange man was zum Fressen für ihn hat ;-)

Sandra & Markus mit ihrem VW-Bus treffen am Campingplatz ein. Von nun an sind die Nächte immer sehr kurz, ist es doch ein Genuss mit den beiden zu Ratschen. Seit 2 Jahren sind sie nun unterwegs und nächstes Jahr soll es mit dem Schiff über den großen Ozean nach Kanada gehen. So wie es aussieht, werden wir Weihnachten im Schweizer Kreise feiern. Nicht ganz, denn Markus unser Freund vertritt Bayern, er kommt am 24. an.
Im Dorf weihnachtet es schon sehr. Vor jedem Lokal sind bunt geschmückte Christbäume, die Palmen sind mit Lichterketten verziert, sogar ein Lebkuchenhaus steht in der Bäckerei. Dieses haben wir allerdings auch schon vor 2 Jahren hier gesehen. Also bezweifeln wir, ob es wirlich aus Lebkuchenteig erbaut wurde. Aber sie haben sich Mühe gegeben, um bei den Touristen weihnachtliche Gefühle zu wecken. In den Geschäften sind auch die Mitarbeiter dekoriert worden, zwar nicht mit Auszeichnungen, dafür aber mit Lametta. Alle smilen, alle sind happy und haben eine mords Spaß beim Arbeiten.

Auch bei uns im Camp werden Weihnachtsvorbereitungen getroffen. Welcher Baum in unserem Garten wird zum Christbaum auserkoren? Die Nadelbäume sind alle zu hoch, da können wir unmöglich einen Christbaumspitz anbringen. Doch der Laubbaum direkt vor unserer Terrasse würde sich gut eigenen, wenig verzweigte Äste hat er, aber das macht nix. Alles was wir so am Strand finden, wird auf den Baum gehängt. Bojen und Fischköder, Reste von Fischernetzen und tote angeschwemmte Korallenstücke. Sandra hat noch ein Stoffengerl im Auto hängen und auch einen Krampus, der kommt natürlich auf den Baum.
Unser Nachbar Andre aus der Ukraine, campiert auch schon eine zeitlang hier mit uns, steht mit einem Grinsen vor dem Baum und meint, dass ein Christbaum doch ein Nadelbaum sein müsste und ob wir denn Vodoo-Weihnachten feiern? Sieht man das nicht, dass das kein Vodoo-Zauberer sondern ein Krampus ist?

24.12.2015: Ob Markus heuer als Christkinderl verkleidet kommt? Geschenke hat er ja genug für uns im Gepäck. Um 14.00 Uhr landet sein Flieger und Wolfi holt ihn mit dem Roller ab. Fast wäre er ein Christkindl geworden, obenrum längere blonde Locken, seitlich ganz kurz, aber kein weißes Kleid - nicht mal im Gepäck. Dafür zaubert er Käse, Speck, Schokolade, MP3-Player samt Kopfhörer, Thermostate für unseren Kühlschrank und allerlei andere Sachen aus seinem Rucksack. So haben wir schon am Nachmittag Bescherung. Vielen Dank lieber Markus!
Auch ein "Wischerhandy" für Verena ist unter den Geschenken. Wir werden modern, lange haben wir uns dagegen gewehrt, aber die Vorteile die man inzwischen damit hat sind einfach nicht mehr von der Hand zu weisen. Unser 20 Jahre altes Nokia Handy darf nun seinen Dienst einstellen. Hatten es die letzten 4 Jahre eigentlich nur mehr als Wecker in Gebrauch :-)
Am Weihnachtsabend gibt es ein thailändisches Buffet. Zufällig ist heute auch Markt und Markus freut sich schon auf all die thailändischen Köstlichkeiten. So fahren wir erstmal zum Shoppen bevor es was zu Essen gibt. Danach sitzen wir mit den Schweizern beisammen. Alles sehr gemütlich, eine richtige schweizer, deutsche, ukrainische, österreichische Weihnacht - ohne Vodoo-Zauber!

Mit Weihnachten hat auch die Hochsaison begonnen, es tummeln sich einige Touristen mehr im kleinen Dorf. Aber kein Vergleich zum Süden Phukets, wo die bekannten Strände Kata, Karon und Patong sind. Wolfi und Markus machen mit dem Roller einen Ausflug über die Insel. Auf Phukets Straßen geht es so rund, dass es fast kein Weiterkommen gibt. Das Moped ist noch das beste und schnellste Fortbewegungsmittel, da man sich damit überall schön durchschlengeln kann.
Man sieht viele Touristen mit einbandagierten Körperteilen oder Schürfwunden oder sogar Gipsbeinen - zu 95% hatten sie einen Mopedunfall, was leider hier auf Phuket sehr, sehr oft vorkommt. Es wird auch "Phuket-Tatoo" genannt. Die nette Resortbesitzerin, wo der Wolfi öfters zum Flirten hingeht, will keine Mopeds mehr vermieten, da vor 6 Monaten ein Brite mit einem von ihr vermieteten Moped einen tödlichen Unfall hatte. Sie musste von der britischen Botschaft, zur Polizei bis zur Armee überall vorstellig werden und alles klären. Ihr Freund hat nun die Scooter Vermietung ünernommen und rückt einen nigelnagelneuen Flitzer raus. Da die Scooter nur knappe 120km/h gehen, reicht ein Helm aus Karton :-)
Aber ihr Ausflug ist nicht nur zum Spaß, denn Wolfi muss sich um neue Starterbatterien umschauen. Unsere 2,5 Jahre alten Batterien sind hinüber. In Phuket Stadt finden sie Batterien mit europäischer Verpolung, diese werden gleich gekauft und sollen am nächsten Tag frei Haus geliefert werden. Hoffentlich kommen sie auch an! Nicht dass wir ihnen nicht trauen, aber bei der Wegbeschreibung hören sie nicht recht zu......Weiter geht es in den Süden der Insel. Wo wir vor 2 Jahren noch Freiflächen zwischen den Dörfern fanden, ist nun alles zugebaut, fast ganz Phuket ist eine Baustelle. Es boomt hier, angeblich wollen sie in naher Zukunft doppelt so viele Touristen nach Phuket bringen. Anmerkung am Rande: lt. Zeiungsberichten sind derzeit 70% der Touristenunterkünfte nicht genehmigt.

 

Am Nai Harn Strand steppt der Bär, tausende urlauben hier an diesem wunderschönen Strand. Vor der Küste liegen ettliche Yachten vor Anker und schaukeln auf den Wellen. Je nördlicher wir kommen, desto ruhiger wird es und in Nai Yang angekommen, fühlen wir uns wieder richtig wohl. Hier ist zwar der Flughafen in der Nähe, aber das ist kein Vergleich zum nervigen Treiben im Süden der Insel.

Achja, die Batterien werden am nächsten Tag geliefert und die alten gleich mitgenommen. Markus hat schon sein "Arbeits T-Shirt" an und weil nun 2 Installateure anpacken, geht heute was weiter. Die Türscharniere werden getauscht, anschließend die Webasto zerlegt und der Flammwächter getauscht. Alles wunderbar, nur himmeln wir beim Startversuch die Glühkerze.... ist eh warm genug hier.

Die Thailänder lieben Autos und da dürfen natürlich die Kultautos VW-Bus und der Käfer nicht fehlen. Es gibt sogar einen VW-Club auf Phuket und einige davon schlagen hier am Ende vom NP ihr Camp für ein paar Tage auf. Was für ein Zufall, dass Sandra & Markus den gleichen Bus haben und noch dazu das gleiche Grün, wie einer von den Thais. Die Freude ist beiderseits groß, als sie noch zum Tschüss-Sagen vorbei kommen. Auf Wiedersehen sagen auch Sandra & Markus, sie wollen noch was von Thailand sehen und hoch in den Norden nach Pai und Chiang Mai fahren. Lasst es euch gut gehen!!

Silvester naht mit Riesenschritten. Man merkt es auch am Strand im NP, denn dieser verwandelt sich zum Zeltplatz. Hunderte von Zelten haben die Thais aufgeschlagen, um den Jahreswechsel am Meer zu verbringen. Sie bringen die Oma und ihre Nachbarn mit, eine Außenküche mit allen drum und dran wird aufgebaut, Lautsprecher sorgen für Musik und genügend Bier und Whisky für die Stimmung. Schon am Nachmittag geht das Feiern los. Von jeder Ecke wird man mit anderer Musik beschallt. Manche bauen sich sogar ein Klozelt auf und ziehen einen Blätterzaun rund um ihren Zeltplatz, wie in Caorle. Im seichten Wasser plantscht die Oma neben den Kindern im Schwimmreifen oder mit Schwimmweste. Schwimmen können ja die wenigsten. Die Rettungsschwimmer sind in Alarmbereitschaft und marschieren am Strand auf und ab. Doch bei diesem seichten Wasser ist das Risiko eher gering, dass hier jemand absauft, aber der Schnaps macht doch vieles möglich. Trotz der vielen Menschen geht alles sehr, sehr zivilisiert zu.

Unsere Nachbarn sind nun alle abgereist und so verbringen wir den Silvesterabend zu Dritt. Es trifft sich gut, dass heute wieder Markttag ist. Wir wollen grillen und dazu einen schönen Fisch kaufen, aber heute sind fast keine Händler am Markt und die Auswahl ist sehr dürftig. So disponieren wir um und erstehen verschiedene Thai-Gerichte, die wir am Abend gemütlich verspeisen. Der Mund ist taub, war wohl ein wenig viel Chili im Laab... Im Lagerfeuer ist inzwischen schon die Glut für die Wasserpfeife rot und so relaxen wir noch ein wenig, bevor es ins Getümmel geht. Um ca. 23.00 Uhr radeln wir ins Dorf. Die sonst so leere Strandstraße durch den NP ist vollgeparkt, überall sind sie am Feiern. Pick-ups umgebaut zu Discomobilen leuchten zum Beat der Musik. 3 Autos mit der selben, voll aufgedrehten Musik, shaken im Beat. Oma, Opa bis hin zu den Enkeln sitzen daneben und haben ihre Gaudi. Die ersten kleinen Raketen werden schon ausprobiert, ein Moped muss schnell noch anhalten, weil der Mitfahrer sich mal kurz neben dem Baum übergeben muss. Idylle pur!! Heute ist Silvester und der wird überall gefeiert, wirklich überall... hier auf jeden Fall und zwar bei moderaten Temperaturen.
Im Dorf haben sie eine Sondergenehmigung erhalten, denn all die Restaurants haben ihre Tische direkt am Sandstrand aufgebaut. Alles ist schön bunt geschmückt und dekoriert sowie mit Fackeln beleuchtet. Wir kaufen uns ein Bier und setzen uns an den Strand. Exakt um Mitternacht gehen die Raketen hoch. Da wir ziemlich am Ende der Bucht sind, haben wir einen hervorragenden Blick auf die vielen Raketen, die den Himmel beleuchten. Ein kleines Winderl lässt die Montgolfieren abziehen.
Zwischen all den explodierenden Fremdköpern am Himmel landen die Flugzeuge. Der Aunflug auf Phuket mit dem Ausblick muss jetzt wohl beeindruckend sein. Markus ist müde, wir sind auch nicht Sivestertauglich. Also radeln wir nach Hause, schnappen eine Decke und legen uns an den Strand zwischen den Einheimischen und betrachten die vielen Sterne, die vom Himmel herunterleuchten.

Das neue Jahr beginnen wir mit einem lachenden Gesicht. Wolfi bereitet das Frühstück zu, während die Vögel in unserem Garten ihr bestes geben und ein Neujahrskonzert veranstalten.

Markus fährt ein paar Tage nach Ko Phi-Phi. Wir nutzten die Tage zum Arbeiten - Wolfi schraubt und Verena putzt. Müde setzen wir uns zum Abendessen. Endlich Feierabend! Morgen machen wir einen Ausflug, wir gönnen uns einen Tag Urlaub auf der Insel. Als sich Verena nach dem Abwasch auf die Terrasse setzen will, tritt sie plötzlich in eine Wasserlache im Amigo. Wasser am Boden? Was ist da los? Mit Wolfis Feierabend wir nichts, die Ursache sollte gefunden werden. Diese ist auch schnell gefunden - der Warmwasserboiler rinnt bei der Heizpatrone. Der Wasserdruck wird abgelassen und die Wasserpumpe ausgeschaltet. Morgen geht es weiter!
Am nächsten Tag wird der Boiler ausgebaut, die Heizpatrone herausgeschraubt und siehe da, das Tauchrohr für das Thermostat hat Rostlöcher auf einem fingernagelgroßem Fleck. Vom ehemaligen Lehrherrn hat Wolfi Hartlot und Flußmittel mitbekommen, alles rein in den Rucksack und auf`s Moped, eine Werkstatt suchen. Die erste Werkstatt hat ein Schweißgerät und er wird auch fast fertig, bevor der Sauerstoff leer wird. "Auf der anderen Straßenseite sei noch eine Werkstatt etwas versteckt", erklärt der Besitzer, dort gibt es sicherlich auch ein Schweißzeug. Geld will er keines, da er ja nicht fertig geworden ist. Die nächste Werkstatt hat Sauerstoff genug und so wird das Tauchrohr wieder dicht gelötet. Beim Amigo wird der Boiler wieder zusammen- und eingebaut und die Anlage befüllt - alles ist wieder dicht!

Der Tisch und die Campingstühle sind verstaut, die Fahrräder sind festgezurrt und wir verabschieden uns vom Markus, der früher als geplant von Phi-Phi zurück ist, weil ihm dort zu viel los war. Diesmal ist es umgekehrt, er bleibt zurück und wir fahren weiter. Markus hat insgesamt 5 Wochen Urlaub und übermorgen kommen seine Freunde aus München mit dem Flugzeug an, mit denen er dann Südthailand und Malaysia unsicher machen will. Schön, dass du uns wieder besucht hast und wir wünschen dir noch eine lustige Zeit in Thailand! Lasst es krachen, hehehe!!!

Bevor wir Phuket verlassen, wollen wir noch zu Mercedes-Phuket. Die ungenaue Gasmenge im Kühlschrank lässt das Originalthermostat nicht schalten. Beim Autohaus haben sie eine Maschine, bei der die exakte Gasmenge gefüllt werden kann, normalerweise, um die Autoklimaanlagen zu befüllen. Die Einfahrt ist eng, aber es geht sich aus. Die Maschine ist mobil und eine Steckdose finden wir nebenan im Büro. Alle laufen zusammen, denn einen Kühlschrank befüllen, das machen sie auch zum ersten Mal, Schief kann nicht viel gehen, wird ja alles vollautomatisch von der Maschine erledigt. Das Gas (115g) wird evakuiert und exakt 110g wieder eingefüllt. Der Kühlschrank läuft wieder und er kühlt deutlich besser, aber die originalen Thermostate wollen einfach nicht schalten. So müssen wir mit den chinesischen Thermostaten weiterarbeiten......

Mit einem weinenden Auge verlassen wir das wunderschöne Plätzchen im Sirinath NP. Doch unser Thai-Visum muss in 2 Tagen erneuert werden und das wollen wir in Ranong machen. Außerdem wollen wir noch nach Ban Krut an die Ostküste, nach Bangkok, nach Kanchanaburi und nach Chiang Mai..... deshalb müssen wir jetzt weiter!

 

 

 

 

 

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