Botswana 2

13.05. - 29.06.2022

Währung: 1€ = 12,86 Pula
Dieselpreis: 1l = 17,63P

Ausreiseort: Ramokgwebana

Wir verlassen Maun und nach ca. 30km endet die Asphaltstraße, die Rumpelpiste beginnt, nach gefühlten endlos Kilometern passieren wir das Veterinär Gate und befinden uns ab nun in einer Privaten Konzession. Konzessionen sind große Landanteile, welche von der Regierung Botswanas an die Dörfer vergeben werden. Sie können das Land selbstständig bewirtschaften und die touristischen Einnahmen kommen direkt den Dörfern zugute. Eigentlich eine sehr gute Idee, denn die Einheimischen müssen nun ihre Ressourcen (die Wildtiere) schützen, um davon Einnahmen lukrieren zu können.
Abends parken wir am Wasserloch. Kurz vor dem Einparken fahren wir durch frischen Elefantendung, der nun am Reifen klebt. Die vorbeikommenden Elefantenbullen finden den Duft unwiderstehlich. Einer kommt sehr nahe und schnüffelt an den Reifen, marschiert um den Amigo und bleibt dann vor unserem Esszimmerfenster stehen. Wir hoffen doch, dass diese Hinterlassenschaft von einem umgänglichen Bullen ist und nicht vom Rivalen letzten Jahres. Sein Rüssel ist nur noch 3cm von unseren Nasen entfernt, allein das Fensterglas ist noch dazwischen. Ausgiebig inhaliert er die fremde weite Welt, erst nach einer Weile zieht er ab und wir atmen erleichtert auf. Denn nun bemerken wir erst, dass wir unseren Atem angehalten haben - wie geil war das denn!

Die Sonne geht richtig kitschig schön hinter den Akazien auf. Auf der Morgensafari strecken uns die Giraffen ihre Hälse entgegen, die Impalas richten ihre großen Augen auf uns, während uns die Zebras ihre toll gestreiften Ärsche zuwenden und langsam abziehen. Wau, da gibt es ja einiges zu beobachten. Am Wasserloch herrscht eine Hirarchie unter den Elefanten. Erst wenn der eine Bulle mit Plantschen und Herumtollen in der matschigen Brühe fertig ist, darf der nächste hinein. Bei dieser Gelegenheit entdecken wir auch fünf-beinige Elefantenbullen. Wolfi ist ein bißchen neidisch;-)
Am Uferrand wartet schon die Elefantenkuh mit ihrem Jungen. Und das ganze Geschehen spielt sich vor unserer offenen Haustüre und dem Küchenfenster ab, da macht das Kochen gleich doppelt soviel Spaß.

Auf der Piste liegen umgestoßene kleine Bäume und viele Äste, plötzlich queren Elefanten von links. Ein anderer steht neben der Piste und schüttelt mit seinem Rüssel am Anabaum, solange bis die Früchte auf den Boden fallen. Diese Anafrüchte schmecken einfach am Besten. Landschaftsgärtner sind sie keine, überall Chaos und Zerstörung, wo sie lang kommen.
Botswana hat mit einer Überpopulation von Elefanten zu kämpfen. Das hört sich vielleicht komisch an, doch eigentlich ist es für die Einheimischen ein Problem. Es gibt keine Zäune zu den Nachbarländern Simbabwe, Sambia und Namibia und so können die Wildtiere frei herumlaufen und Grenzen queren, so oft und wann sie wollen, was ihren Lebensraum und Lebensqualität natürlich erhöht. Schöne Idee! Nur wird leider in anderen Ländern die Wilderei nicht konsequent unterbunden und Elefanten sind clevere Tiere. So kommt es, dass die Dickhäuter sich Gebiete suchen wo sie nicht bejagt werden und das ist der Grund, wieso es zuviele Elefanten in Botswana gibt. Die grauen Riesen brauchen 150-300kg Blätter pro Tag. Botswana ist ein trockenes Land und hat nicht genug Bäume und so weiten die Elefanten ihren Lebensraum bis in den Central Kalahari Park und weiter in den Süden aus, wo Farm- und Rinderwirtschaft betrieben wird.


Tags darauf bei der Morgensafari haben wir erneut Glück. Als wir zum Fluß abbiegen, treffen wir auf Adler,Wasserböcke, Streifengnus, Kudus, Hippos und - Löwinnen. Unter dem Busch liegen sie faul und pennen, der Bauch ist prall gefüllt, die nächtliche Jagd muss erfolgreich gewesen sein.

Den ganzen Tag sehen wir den Löwinnen beim Schlafen zu, mal liegen sie am Rücken, die Pfoten in die Höhe gestreckt, dann Seitenlage und wenn der Schatten weniger wird, stehen sie träge auf, um dann 1 Meter weiter sich wieder hinzulegen, nein eigentlich plumpsen sie einfach zu Boden.
Dazwischen taucht immer wieder eines der vielen Hippos auf. Fängt einer an zu grunzen, machen es die anderen nach. So zieht es sich oft kilometerlang am Fluß entlang, ein absolut originelles Geräusch und für uns ein Hörgenuss.


Unser Fahrerhaus wird zum Wohn-, Ess- und Schlafzimmer. Durch die Windschutzscheibe und die Seitenfenster haben wir einen perfekten 180° Blick. Essen, lesen und dazwischen ein kurzes Nickerchen, bis die Elefantenherde auftaucht. Einer der Bullen hinkt und zieht sein Hinterbein nach, ob er sich den gebrochen hat? Die Löwinnen sind aus dem Schlaf aufgeschreckt und flüchten vor den vielen, nahe vorbeimarschierenden, Elefanten. Leider verschwinden sie hinter den dichten Büschen und lassen sich nicht mehr blicken.

Nächster Tag nach dem Frühstück: wir sind abfahrbereit, als plötzlich Bini & Peter mit ihrem August am Ufer entlang auf uns zukommen. Hätten wir uns einen genauen Treffpunkt ausgemacht, wäre es nicht so glatt gegangen. Wir haben uns in der Khwai Gegend verabredet, weil wir gemeinsam diese Ecke erkunden wollen. Falls man mit dem Lkw irgendwo im Wasser stecken bleiben sollte, ist man dann nicht ganz allein und kann sich gegenseitig helfen. Also auf eine schöne Safari und wenig Bergungsaktionen!
Am Rande des Moremi Nationalparks, beim Khwai River, finden wir ein tolles Platzerl direkt am Wasser. Während wir einen Sundowner am Dach genießen, sehen wir den Wasserböcken am andern Ufer zu. Mitten in der Nacht werden wir geweckt. Parken wir doch an der Elefantenautobahn. Eine große Herde zieht knapp neben uns vorbei und platscht durch das Wasser auf die andere Uferseite. Herrlich!

Die Pisten sind sehr eng und nicht unbedingt für Lkws ausgelegt. Peters Handsäge und Wolfis Axt und Machete kommen öfters im Einsatz, als uns lieb ist. Der Mopanebaum vor uns muss weg und tiefhängende Äste sind zum Schneiden. Hoffenlich wartet hinter dem dornigen Gestrüpp kein Leopard auf uns... Wieder im Fahrzeug, sehen die Elefanten im Schilf ziemlich klein aus.

 

Ein toter Elefantenbulle, er liegt schon gut ein paar Tage hier. Wir inspizieren ihn ordentlich, bis uns sein strenger Geruch verjagt. Unser Nachtlager wollen wir in der Nähe aufschlagen, denn vielleicht haben wir Glück und sehen in der Früh Hyänen oder Löwen am restlichen Elefantenkadaver fressen. Außer vielen Geiern ist tagsdrauf leider niemand da.

3°C in der Nacht - am Wasser raucht es weg und es dauert, bis uns die Sonnenstrahlen erwärmen. Beim Frühstück haben wir Hintergrundmusik von den schreienden Schreiseeadlern, das zweite außergewöhnliche Safarigeräusch, welches wir lieben.


Im Khwai Village wollen wir Wasser tanken und statten dem kleinen Tante Emma Laden einen Besuch ab. Außer den abgepackten Schokoladekugeln lacht uns nicht wirklich was an. Nein doch, die Verkäuferin und ihre Tochter!

Heute ist Brotbacktag - 1x in der Woche muss unser Sauerteigansatz verarbeitet werden. Ein Feuer wird am Spätnachmittag entzündet und im Potjie riecht es bereits eine Stunde später herrlich. Oje, zu lange, zuviel Glut unter dem Topf, denn das Schwarzbrot macht seinen Namen alle Ehre... Wir kratzen das Schwarze einfach runter und gut ist, dafür ist es schön knusprig.
Die Sonne geht sehr früh unter und um ca. 18.00 Uhr ist es bereits finster. Während in Europa der Sommer für viele Sonnenstunden sorgt, bringt der Winter hier ganz kurze Tage für uns. Die kühlen Abende verbringen wir am Lagerfeuer und lauschen dem Löwengebrüll oder dem Heulen der Schakale und Hyänen.

Das Tshaa Camp liegt toll in einer Biegung des Khwai Rivers, etwas erhöht haben wir eine herrliche Aussicht auf den mäandernden Fluss, wo in diesem Moment die Büffelherde zum Saufen kommt. Das Krokodil lässt sich von uns nicht weiter stören und die Elefanten machen einen kleinen Bogen um unsere Fahrzeuge, während sie durch das Camp latschen. Das Hippo wird kurz vor Sonnenuntergang aktiv und nimmt mit einer rasanten Geschwindigkeit die Biegung an uns vorbei, taucht zwischen den Gräsern unter und wartet noch ein Weilchen, bis es sich an Land begibt, um dann die ganze Nacht zu fressen.
Uiiii, da raschelt es aber im Gebüsch, wieder ein Elefant in Anmarsch, ein prächtiger Kerl. Peter lugt nur kurz ums Eck, während Wolfi gleich hinter seiner Verena in Deckung geht. Aha, wie ist das mit dem männlichen Beschützerinstinkt?


Am nächsten Morgen sind frische Großkatzenspuren und Abdrücke von Elefanten rund um den Amigo zu sehen. Leider haben wir die nächtlichen Besucher nicht gehört und somit auch nicht gesehen.

Das unter Naturschutz stehende Okavangodelta bekommt nun mit jedem Tag mehr Wasser. In Angola regnet es ca. Dezember/Jänner, dann macht sich das Wasser auf die 1.200 km lange Reise zum Panhandle (der Anfang vom Okawangodelta), wo es dann in März/April langsam ankommt. Durch das geringe Gefälle braucht das Wasser mehrere Monate. Im Juli/August erreicht das Überschwemmungsgebiet erst den Höchststand. Bereits 2 Monate später ist das 18.000 km² große Binnenflussdelta wieder trocken. In den Monaten mit Wasser ist es das Paradies für viele Wildtiere. Pflanzen wachsen in Unmegen und reichlich Futter wird nun aufgenommen, um die kommende Dürreperiode zu überstehen. Das Okawangodelta ist ein eigenes Ökosystem, welches äußerst komplex zu verstehen ist.

 

Auch viele Wege und Pisten sind vom Wasser überflutet und man muss Umwege durchs Gebüsch in Kauf nehmen oder man macht es nach dem Motto "Augen zu und durch". Manch ein Tourist verschätzt sich ein bisschen und bleibt im Wasser stecken. Uns passiert es zum Glück nicht, aber wir hätten ja auch den August zur Unterstützung. Die Hippos liegen am Uferrand und sonnen sich. Warum die sich immer so zusammenkuscheln, Körperkontakt halten und die Kleinen in der Mitte fast erdrücken?

Noch einen Tag im Süden, um den Elefanten beim Schlammsuhlen zuzusehen. Es scheint ihnen sehr großen Spaß zu bereiten, den nassen Gatsch am Körper zu verteilen und sich anschließend noch mit Staub zu bewerfen, damit sie schön paniert aussehen. Sind die Elefanten abgezogen, traut sich die Giraffe näher ans Wasser.


Das hinkende Zebrajunge, welches wir vor 10 Tagen beobachtet haben, ist leider nicht mehr bei der Herde. Es war wohl ein zu leichtes Opfer für die Raubtiere. In der Natur gibt es keinen Platz für schwache, kränkelnde oder verletzte Tiere. Nur die Starken überleben.

Pünktlich zu Verenas Geburtstag finden wir uns im Audi Camp ein. Davor noch schnell eine Runde Shoppen in der Stadt und auf einen Schoko- und Karottenkuchen mit exzellenten Capucchino ins Cafe ums Eck.
So schlecht schmecken die getrockneten Mopanewürmer gar nicht, lässt man die Stacheln außer Acht, Wolfis selbsgemachte Pizza aus dem Potjie ist ausgezeichnet und eine gute Unterlage für die folgenden Gin Tonics, zur lauter Musik wird bis spät in die Nacht getanzt.

Vor Tagen bereits hat Wolfi beim Essen ein Stück Zahn verloren. Zu spät erkennt er, dass ein Inlay auf diesem Zahn geklebt hat, denn der Zahnarztbesuch ist bereits vorbei und der fehlende Zahnteil wurde mit Composite bearbeitet. Wahrscheinlich hat er das Inlay verschluckt und unser Fäkaltank ist bereits geleert. Wolfi lässt es keine Ruhe und er wappnet sich mit einem Moskitonetz, das er über einen Trichter spannt. Keine 2 Minuten später liegt etwas weißes, momentan nicht wirklich glänzends Ding auf dem blauen Moskitonetz. Findet er doch tatsächlich das Inlet wieder! Nun kann er wieder lachen und vielleicht schafft es unsere Zahnärztin in Windhoek, das Teil wieder anzupassen.

In Maun ist einige Arbeit zu verrichten. Das Auspuffteil, welches wir vor 3 Wochen bestellt haben, ist nicht angekommen. Zum Glück findet Wolfi in einem Laden ein Glasfaserdichtband, das unseren Auspuff nun wieder leiser macht. Neben der Straße nehmen wir einen alten Autoreifen mit, aus dem werden Gummiteile rausgeschnitten und über die Federwegbegrenzer geschraubt. Dichtungen werden zugeschnitten, denn der Schaltzylinder vom Straßen-und Geländegang im Verteilergetriebe ist undicht. Aus Österreich haben wir einen neuen ABS Sensor mitgenommen und nun ist die Zeit gekommen, um ihn einzubauen. Zum Glück ist der Peter dabei, denn alleine ist es schon ein elendiger Job, die Bremsbacken wieder einzubauen.
Verena ist mit Wäsche waschen und putzen beschäftigt, zwischendurch eröffnet sie ihren mobilen Friseursalon.
An unserem Hochzeitstag machen wir Pause und lassen uns bei "Marks Eatery" verwöhnen. Rindercarppaccio als Vorspeise, Ente mit Couscous für Verena und Rinderripperl mit Pommes gibt es für Wolfi, denn der Ochsenschwanz Potjie ist leider aus.

Langsam wird es Zeit zum Weiterziehen. Gleich nach Maun ist Stop bei einer Vet Kontrolle. Die Maul- und Klauenseuche muss eingedämmt werden und somit ist eine Mitnahme von rohem Fleisch Richtung Osten nicht erlaubt. Amigos Räder werden desinfiziert und wir müssen mit unseren Schuhen durch eine fragwürdige Lauge gehen, bevor Verena wieder Gas gibt. Manche Deckel an der Wasserleitung entlang der gut ausgebauten A3 sind zerstört von durstigen Elefanten, doch nun haben auch die Zebras ihre Freude am Nass.

Wir machen einen Stop beim Planet Baobab, um mehr Informationen über unser nächstes Vorhaben zu bekommen. Die Salzpfannen sind in der Regenzeit nicht zu befahren, auch kurze Zeit danach, ist es noch zu nass. Amigo hat 12t und ist schon etwas schwerer, als die Mietwagen Pick ups, die meistens lang fahren. Der letzte Regen ist 1,5 Monate her. "Wenn wir auf der Hauptpiste bleiben, dürfte es kein Problem sein", so der nette Rezeptionist. Also auf gehts!

Ein Straßenschild mit Kubu Island - da biegen wir ab. Es wird Luft aus den Reifen gelassen und die Fahrt kann beginnen. Kratsch, kraaaatsch... das dornige Gebüsch kratzt am Amigo entlang. Die ersten 4km sind besonders schlimm, da diese Dornenbüsche auch noch zu eng gewachsen sind und die Männer nur am Schneiden sind. Doch langsam kämpfen wir uns vorwärts und freuen uns, als es etwas lichter wird. Nicht nur am Amigo richten diese Dornenbüsche Schäden an, sondern sie stechen auch gut in Klamotten und es ist gar nicht einfach, die leicht gebogenen Dornen wieder rauszubekommen, ohne das T-Shirt zu beleidigen. Der Name des Buschwerks ist mehr als gut gewählt, denn er heißt "wait a bit".

Der Mopanewald leuchtet in herbstlichen Farben, die Grasebene schimmert gelblich/weiß, besonders wenn die Sonne tief steht. Es geht an wenigen Cattle posts (Rinderfarmen) vorbei. Hier fressen die Kühe nur Blätter und das Heu, was hier wächst. Fragt man die Arbeiter wie es mit dem Viehfutter heuer aussieht, bekommt man als Antwort; "Too much gras!" und wir fragen uns, welches Gras? Aber die Rinder sehen sehr wohl genährt aus.

Unsere Wildcampingspots sind immer sehr schön gelegen, wir suchen sie ja auch danach aus :) Manchmal unter schrulligen Baobabs oder am Rande der Salzpfanne. Zum Feiern gibt es genug, ob Bini& Peters Hochzeitstag, 100 Jahre Gritsch & Gritsch oder 20 Jahre Reisen mit eigenem Fahrzeug. Es wird getanzt und gelacht oder auch nur Feuer und Sterne geguckt und wir lauschen den Rufen der Schakale.
Das Freilichtkinoprogramm zeigt heute Abend: "The god must be crazy", gedreht in Botswana in den 70er Jahren, ein herrlicher Film!
Es ist kalt und ohne Feuer ist es im Freien nicht gemütlich. Gut, dass beide Männer das Holz schneiden, holen und hacken lieben, denn so ist immer genug Zündstoff für das abendliche Feuer vorhanden.

Der Tacho hat bei 159.999 km seinen Geist aufgegeben. Eine Kunststoffwelle im Zählwerk ist gebrochen und Wolfi ist mal wieder gefordert. Feinmechanik und Improvisation ist erwünscht. Nach 2 Stunden intensiver Arbeit funktioniert das Laufwerk wieder. Schuld war Korrosion an der Hauptwelle.

Am Horizont eine weiße Linie, es schimmert und lädt zum Erforschen ein. Heute ist es schon zu spät, doch morgens nach dem Frühstück kann die Expedition beginnen. Wir marschieren in Gänseschritt den Kuhpfad entlang, immer gen Pfanne. Jetzt sind wir schon so weit gegangen - wieso schimmert das Weiß nicht mehr. Wo ist das Salz hingekommen? Haben wir es doch gestern deutlich gesehen und nun - nichts mehr! Sind wir doch tatsächlich einer optischen Täuschung auf den Leim gegangen. Eine Fata Morgana!
Als wir Stunden später unseren Nächtigungsplatz verlassen, schimmert das "Salz" schon wieder in der Nähe ;-)

Die Baobabs werden mehr, man sieht sie schon von weitem. Sind sie doch die höchsten Bäume auf dieser Ebene. Die komisch gewachsenen Bäume, die oft aussehen, als ob sie verkehrt herum in der Erde stecken würden, nämlich mit der Wurzel nach oben, können 1000 Jahre alt werden. Auch die afrikanische Kastanie sieht mit ihren vielen Ästen und hübschen Früchten sehr nett aus.

Auf unseren täglichen Spaziergängen kommen wir wieder an einem Cattle post vorbei. Die Rinder haben sich um die beiden Wassertanks versammelt und muhen fürchterlich. Sie scheinen sehr durstig zu sein. Auch die Pferde und Esel warten auf das kostbare Nass. Die Jungs, die die Tiere betreuen, erzählen uns, dass gestern ein Elefant des Weges gekommen sei und seinen Stoßzahn in den Wassertank gebohrt hat. Außerdem liegt im Brunnen eine tote Kobra und hat das Trinkwasser vergiftet. So viel Pech auf einmal, gibt es doch nicht... Am nächsten Tag fahren wir an ihnen vorbei, denn es liegt auf den Weg nach Kubu Island und fragen sie, ob denn der Lkw mit Trinkwasser schon eingetroffen sei, denn das haben sie uns gestern erzählt. Sie verneinen und erzählen uns, dass gestern der Elefant gekommen sei. Wahrscheinlich konnten sie sich nicht mehr an uns erinnern, gestern waren wir als Fußgänger unterwegs, heute mit den Lkws. Wir hören die gleiche Geschichte nochmals. 4 Tage später beim Zurückfahren, als wir wieder an ihnen vorbeikommen, wiederholen wir unsere Frage nach dem Wasser und bekommen abermals die gleiche Geschichte aufgetischt. "Yesterday the elefant..." Doch mittlerweile haben die Kühe zum Muhen aufgehört. Die Geschichte, die sie uns nun 3x aufgetischt haben ist schier unglaublich... Doch plötzlich vor uns frische Elefantenspuren.

Kubu Island ist eine 1,8km lange Insel inmitten der Pfanne. Irgendwie sieht es sehr surreal aus, Mondlandschaft käme uns in den Sinn. Bis vor wenigen 100 Jahren haben hier noch Menschen gelebt, doch der Wassermangel hat sie zum Wegziehen gezwungen. Die Baobabs ragen zwischen den Felsblöcken hoch. Dicke, dünne, alte und junge, schiefe und windschiefe. Dazwischen blühen die Aloen, in der Ferne können wir unsere Fahrzeuge erkennen. Rund um die Insel sind Fahrspuren, erst vorige Woche musste einer rausgezogen werden, der zu weit hinausgefahren war. Die Oberfläche ist hart, doch der Untergrund zum Teil matschig bis nass.

Vor uns liegt die erste Salzpfanne, die gequert werden muss. Wir fahren immer den Spuren nach, verlassen die Piste nicht. Die Oberfläche ist bereits ausgetrocknet und hart. Peter macht eine Bodenprobe und stößt nach ca. 1/2m auf nassen, schwarzen Gatsch. Alles geht gut und wir erreichen die andere Uferseite der Pfanne. Nur noch wenige Kilometer und wir haben das Dorf Mmatshumo erreicht.


"Do you have water for us?" Der Bursche am Wegesrand stellt sich auf unsere Trittstufe, hält sich am Aussenspiegel fest und zeigt uns den Weg zur öffentlichen Wasserstelle. Reger Andrang am einzigen Wasserhahn. Wir füllen mit Schlauch und machen zwischendurch die Kanister voll, die die Leute in ihren Scheibtruhen heimfahren. Die Dorfkinder wollen sich das Ereignis nicht entgehen lassen und so sind wir bald umringt von der neugierigen Dorfjugend. Ein Eselgespann mit unzähligen Kanistern auf der Ladefläche kommt angefahren. Leider muss er nun ein bisschen warten, ihm macht das nichts aus, Zeit haben sie eh alle. Es ist Sonntag und da wird ohnehin nicht gearbeitet, nur das Notwendigste. "120l Wasser holt er täglich mit seinen Eseln", erzählt er uns, das muss wohl eine Großfamilie sein.

Es ist der 21.06. - Sonnwendfeier auf der nördlichen Halbkugel, hier auf der Südhalbkugel ist es der kürzeste Tag im Jahr und wir feiern die Wintersonnenwende. Noch vor dem Finsterwerden entzünden wir das Feuer, Unterm Kreuz des Südens grillen wir Steaks und Österkoek wie unser Fladenbrot mittlerweile heißt (Roesterkoek auf Afrikaans). Große Äste halten das Feuer am Laufen und wärmen uns, bis der hohe Scheit als feuerspeiender Drache in sich zusammenbricht. Dann ist es auch wirklich Zeit ins Bett zu gehen.

Wir erreichen Francistown und besuchen gleich mal Anders, einen netten Norweger, den wir aus Maun kennen, welcher schon seit über 30 Jahren in Botswana lebt und ein großes Fuhr- und Bauunternehmen betreibt. Wolfi darf seinen Hochdruckreiniger verwenden und auch das Schweißgerät für die 2 Punkte am Wuchtgewicht an der Kardanwelle. Seine Lkw Werkstatt spielt alle Stücke, sie könnte genausogut auch in Europa stehen. Hier fühlen sich die Männer besonders wohl. Anders hilft uns beim Finden von Shops, welche passende Teile für unsere Lkw verkaufen, Unterstützt uns bei der Suche nach einer Gasflaschenfüllstation, gibt uns reflektierende Klebefolie für die Lkws (für Simbabwe und Sambia notwendig) und vieles mehr. Er bietet uns schließlich an, auf seinem Grundstück außerhalb der Stadt zu parken, das kommt uns wirklich sehr gelegen.
Die Stadt ist quirlig und schon etwas mehr afrikanisch angehaucht. Viele Straßenstände mit Süssigkeiten, Klamotten, Gemüse, Parfüm und Haarpeppies. Die afrikanischen Frauen stehen voll auf Perücken.
Das Essen bei den Straßenständen sieht sehr einladend aus. Wir sitzen auf Palettenmöbel, die Küche ist einfach und der Kochplatz wird mit Holz geheizt. Wir entscheiden uns für Hirsebrei und Millipap (Maisbrei), dazu Rindfleischeintopf und Rapesalat (grüne Blätter). Serviert auf einem Bambusbrett mit goldenem Besteck. Es schmeckt ausgezeichnet!

Am Wochenende laden wir Anders mit seiner Frau Mathilda und Freunden von ihnen zum Essen ein. Wir wollen sie mit österreichischer Küche verwöhnen. Zu unserer Überraschung passen 4 ganze Hendl in den Potije. Es gibt Paprikahendl, dazu Spätzle und Krautsalat, als Dessert kommt dann Apfelstrudel mit Vanillesauce auf den Tisch. Der nette Nachmittag geht schnell vorüber und sobald die Sonne untergeht, kommt die Kälte und dieser trotzen wir noch ein paar Stunden am Feuer. Noch wissen wir nicht, dass es der letzte schöne Tag für mehr als 1 Woche sein wird.

Vielen Dank lieber Anders für deine Hilfe und Gastfreundschaft!

Als wir Sonntagmorgen erwachen, klopfen Regentropfen aufs Dach. Sehr ungewöhnlich - normalerweise gibt es eine Regen- und eine Trockenzeit und momentan wäre eigentlich Trockenzeit. Der Regen lässt etwas nach, sodass wir uns auf die Fahrräder schwingen, bewaffnet mit Haube, Handschuhe und Winterjacke bei kalten 12°C. Wir haben einen Treffpunkt mit Francine & David, einem englischen Pärchen, die gerade gestern die Grenze von Simbabwe überquert haben. Das trifft sich gut, wir wollen Infos über dieses Land und im Austausch erhalten sie Infos über die Salzpfannen in Botswana.
Noch 2 Tage... dann geht es über die Grenze. Davor wollen wir noch Lebensmittel und Wein aufstocken, denn in Simbabwe sollte alles teuer sein. Bei einer Inflation von 190% und einer fast nicht existenten Währung, denn jeder will US Dollar oder südafrikanische Rand haben, wundert uns das nicht. Auch unsere Dieseltanks werden bis zum Rand vollgefüllt.

Gas tanken ist nicht einfach, weil keiner der Adapter passt. In ganz Afrika ist uns das noch nie passiert, irgendwie haben wir die Flasche immer voll bekommen. Doch in Botswana ist es etwas komplizierter, denn ohne Warnweste darf man nicht einmal die Anlage betreten und eine Vorschrift jagt die andere. Zum Glück hat Peter einen passenden Adapter, den wir doppelt überbrücken, um die Flasche bei einem kleinen Händler gefüllt zu bekommen. Der Feuerlöscher wird neu gedichtet und mit Stickstoff gefüllt. Reflektierende Folie wird zurechtgeschnitten und an die Fahrzeuge geklebt. So nun sind wir bereit für das Abenteuer Simbabwe und schon gespannt, was uns dort erwartet.

Bei der Ausreise gibt es keinerlei Probleme, alles sehr korrekt, so wie auch während unseres ganzen Aufenthaltes.

Goodbye Botswana!

 

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