Südafrika 6.Teil

06.04. - 24.04.2021

Währung: 1€ = 17,3Rand
Dieselpreis: 1l = 16,53€

Nach einer Woche hüpft Wolfi zwar noch immer nicht wie ein Reh durch die Gegend, jedoch hat er seinen schlurfenden Gang, der ihn viel älter erscheinen lässt, abgelegt. Die Schmerzen der Rippenprellung sind besser. Seit gestern ist er nun ohne Schmerztabletten am Weg, nur noch einzelne Bewegungen lassen ihn zusammenzucken. Einer Weiterfahrt steht also nichts mehr im Wege.
Nachdem wir einen Pass hochgefahren sind, finden wir einen Stellplatz am Aussichtsparkplatz vom Sterkfontein Damm.

Ist es da sicher? Was sagt dein Gefühl? Oft haben wir unterschiedliche Sicherheitsgefühle und wissen dann nicht, auf welches wir hören sollen. Heute hat Verena Bedenken, ob es wohl ein "sicherer Platz" für diese Nacht ist. Hier in Südafrika werden wir oft von einheimischen Vorbeikommenden gewarnt: "That`s not save here!" Was uns natürlich ab und zu verunsichert, doch bis jetzt hatten wir immer Glück oder vielleicht auch das richtige Bauchgefühl. Wildcampen in Südafrika ist nicht jedermanns Sache. Unser Lkw ist hoch, die Stiege ist eingeklappt und die Fenster sind geschlossen. Kein Haus, keine Siedlung und nachdem die 2 Souvenierverkäufer nach Hause sind, auch keine Menschen weit und breit in Sicht, auch auf der Straße nebenan ist nicht viel Verkehr... wir bleiben.
Nach dem kurzen Regen werden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt und verbringen eine ruhige Nacht auf etwa 1800m Seehöhe.

Die Straße schlängelt sich zwischen den Sandsteinfelsformationen durch, das hohe Gras leuchtet in der Sonne und in der Ferne sehen wir Zebras, Elande und Blessböcke. Wir haben den Golden Gate Nationalpark erreicht und sind unterwegs zur Rezeption. Für die nächsten paar Tage wollen wir am Gleen Reenen Camping einchecken. Auf der Website haben wir von deren momentanen Angebot von 40% Rabatt gelesen.
An der Reception meint die etwas gelangweilte Angestellte, dass dieses Angebot nur auf Onlinebuchungen gültig ist. Ok, also gehen wir vor die Türe buchen online und kommen mit der Buchungsnummer wieder. Nun geht alles in Ordnung, wir bekommen noch das Safariticket ausgestellt - los geht´s. Zwei kleine Loops zu verschiedenen Aussichtspunkten und Wasserstellen an denen man unterschiedliche Antilopenarten beobachten kann.


In diesem Nationalpark ist der in Afrika selten gewordene Lämmergeier heimisch. Mit einer Flügelspannweite von 2,9m zählt er zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. In einem Hideout, wo man hinter Glas sitzt, kann man sie beobachten. Ein Elandkadaver liegt vor uns am Boden. Jetzt müssten die Geier nur noch Hunger haben. Und wirklich, nach ein paar Minuten kommt einer seitlich angelandet und schließlich zu Fuß zum Kadaver marschiert, er pickt sich einen Teil des Haxen und hebt ab.
Die Aasfresser sind dafür bekannt, dass sich sich zu 80% von Knochen ernähren. Aus ca. 80m Höhe lassen sie die Knochen auf einen Fels (Knochenschmiede) fallen damit sie zersplittern, um sie anschließend fressen zu können. Maximal 18cm lang und 3cm dick dürfen die Stücke sein, damit sie durch den Hals des Geiers passen.
Später erzählt uns dann ein Südafrikaner, dass früher regelmäßig die Boyscouts herkamen, um die ganz großen Knochen mit Hämmern zu zerkleinern. Eine Aufgabe die normalerweise den Hyänen zukommt, doch von diesen gibt es hier nicht mehr allzuviele.

Am Camping ist einiges los. Recht frisch wird es, als die Sonne untergeht. Viele der Blätter sind schon abgefallen und die Pappeln leuchten herrlich gelb im warmen Licht. Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite.

Heute wollen wir eine kleine Wanderung unternehmen, die erste nach Wolfis Sturz. Zum Mushroomrock hoch und wieder retour. Der Weg ist gut sichtbar. Zuerst unter den Felsvorsprüngen durch, dann etwas steiler in Serpentinen hoch bis wir eine kleine Ebene erreichen. Uupps, da sind wir doch glatt beim Schwammerl vorbeigelaufen... "Nein nun drehen wir auch nicht um, schau doch wie schön die Aussicht von da oben sein muss", meint Wolfi und deutet hoch auf den Grat. Der Pfad geht weiter recht steil bergauf. Die Paviane sitzen glücklich im Gras und fressen irgendwelche Knollen. Das Pavianbaby eilt geschwind auf Mamas Rücken, als es uns erblickt.
Von ganz oben sehen wir die beiden Felswände und wissen nun, woher der Nationalpark seinen Namen bekommen hat. Wenn die Sonne untergeht, leuchtet der Sandstein golden. Links und rechts der Straße sind große Felsvorsprünge, die wie ein Tor aussehen. Dann geht es richtig steil eine Abkürzung hinunter, 10km und fast 5 Stunden später erreichen wir den Camping.

Clarens ist ein Touristenort. Ein Mix aus Villen im altenglischen Stil mit Rosenbögen im kurzgeschnittenen Rasen und Straßen im Wildwestcharme, mit alten Chevrolets und Ponys welche man mieten kann, um damit die Stadt zu erkunden. Wir bummeln durch die Läden à la Farmstyle mit Kitsch und Krams, es gibt aber auch exklusive Boutiquen und Kunstgallerien. In der Bäckerei gönnen wir uns eine Pudding- und eine Topfentorte und dazu Capucchino.

Amigos Zollpapier läuft in 2 Wochen aus. 6 Monate haben wir bei der Einreise bekommen und die sind bald um. Da ja unser Touristenvisa bis Juni verlängert wurde, wollen wir nun versuchen, ob denn dieses Temporary Import Permit auch verlängerbar ist. Dafür fahren wir einen kleinen Umweg zu einem Grenzübergang nach Lesotho. Ausreisen wollen wir nicht, wir möchten nur mit dem zuständigen Beamten vom Zoll reden. Die Dame erklärt uns, dass die Verlängerung normalerweise dort gemacht wird, wo man eingereist ist, in unserem Fall also an der namibianischen Grenze. "Dorthin ist es aber sehr weit." Auch nicht nötig, denn die nette Beamtin erledigt das für uns, in dem sie eine Mail an die Kollegen von unserem Einreiseort schreibt, all die Dokumente kopiert und ein Foto vom Amigo beilegt. Sicherheitshalber tauschen wir noch unsere Telefonnummern aus, in den nächsten Tagen sollten wir eine Antwort erhalten.
Bereits am nächsten Tag klingelt die Nachricht herein, dass unser Zollpapier für weitere 6 Monate verlängert wurde. Juchuu, dann geht sich noch ein gemütlicher Schlenker durch den Nordosten des Landes aus!

 

In Betlehem besuchen wir die Shopping Mall und suchen eine Gasfüllstation, denn unsere Gastankflasche ist fast leer. Die Angestellten können mit unserem Adapter nicht viel anfangen, der Chef persönlich kümmert sich um die Sache. Alles klappt wunderbar, die Flasche ist wieder voll. "Bezahlen brauchen wir nix, es ist ein Geschenk des Hauses!", so der Chef. Ihm gefällt unser mutiges Leben und er habe ohnehin zuviel Besitz, den er nicht mitnehmen kann, also fängt er an Sachen zu verschenken, so wie die Gasfüllung heute. Danke schön!

Kürzlich haben wir zufällig eine 3Sat Dokumentation über eine Großkatzen-Auffangstation angesehen. Löwen, Tiger und Leoparden aus Pleite gegangenen europäischen Zoos und Zirkussen, die zum Teil misshandelten Tiere verbringen nun ihren Lebensabend in Afrika. Alle von ihnen sind in Europa geboren und haben noch nie zuvor ihre natürliche Heimat gesehen. Gegründet wurde Lions Rock von einer Österreicherin im Jahr 2007, als der Tierpark Gänserndorf aufgegeben wurde und keiner wusste, wohin nun mit den Löwen. Uns gefällt das Projekt und wir beschließen, ihnen einen Besuch abzustatten.
Nicht weit von der Stadt Betlehem entfernt, inmitten einer steppenähnlichen Landschaft ragt ein Granitfelsen in die Höhe, wir haben den Lions Rock erreicht. An der Rezeption lösen wir ein Ticket für eine Safaritour auf dem großzügigen Gelände. Antilopen und Zebras laufen frei herum, auch zwischen den Guesthäusern und am Pool.

Leon, der Fahrer bringt uns zu den großen Gehegen. 1 ha pro Löwe schreibt die EU vor und alles ist nach Europäischen Standard mit Unterstützung von "Vier Pfoten" gebaut. Es ist Dienstag und da ist Fütterungstag. Nun liegen die Großkatzen müde und angefressen herum. Über eine EU konforme Brücke marschieren wir zum nächsten Gehege und stehen kurze Zeit später bei den Gänserndorflöwen. Von den ehemals 10 Löwen sind nur noch 3 am Leben. Als junges Mädchen hat Verena diese Löwen im Tierpark in Österreich beobachtet, nun sieht man sich quasi in Afrika wieder. Schon ein komisches Gefühl. Uns gefällt die Lieblingsstellung der Löwen, wenn der Wanst so voll ist, dass es den Hinterlauf wegdrückt!

Der asiatische Tiger kaut auf seinem Fleischteil herum und der Leopard im nächsten Gehege schaut uns misstrauisch an. Man kann sie nicht mehr auswildern, sie hätten keine Chance. Auch zur Fortpflanzung, um frisches Blut in die Gemeinschaft zu bringen, sind sie nicht geeignet, da ihre Blutlinien durch oftmalige Inzucht äußerst mangelhaft ist und deshalb keinesfalls mit den Wildtieren vermischt werden sollte. Mehr als ein Leben hinter Gittern ist für diese armen Tiere nicht drinnen - doch sind sie wirklich "arm". Wir denken, dass sie es hier sensationell gut getroffen haben, EU konform unter der afrikanischen Sonne!

Aufgrund von Corona bleiben die zahlungskräftigen ausländischen Gäste aus und die Bungalows sind geschlossen. Also dürfen wir heute Nacht ausnahmsweise am Gelände übernachten. Ein herrlicher Sonnenuntergang hinter dem Hügel, vor uns kommen die Zebras immer näher, es herrscht eine angenehme Stille. Noch, denn einige Stunden später schlafen wir mit Löwengebrüll ein und werden auch wieder mit Löwengebrüll munter. Wir fühlen uns, als ob wir im "Busch" wären. Fängt einer an, stimmen die anderen mit ein. Singen sie etwa ein Geburtstagsständchen für den Wolfi?


Wir haben einen Fahrtag vor uns, doch zu Mittag wird ein Festessen für das Geburtstagskind zubereitet. Straußensteak auf Salatbeet mit Rosmarinkartoffeln und Brokkoligemüse, dazu trinken wir südafrikanischen Schampus.

Der Free State, in dem wir nun unterwegs sind, wird hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt. Große Maisfelder wechseln ab mit Rinderhaltung auf riesigen Weiden. Siloballen werden gemacht und wir haben die, abseits der Hauptverbindungen gelegenen, riesigen Hühnerställe noch Minuten nach dem Vorbeifahren in der Nase. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Farmen zu sehen.

Wir übernachten idyllisch an einem kleinen Stausee mit Ferienhäusern auf der anderen Uferseite.
Nachdem wir den Nelshoogte Pass überquert haben, befinden wir uns in der Provinz Mpumalanga. Es wird subtropischer und wärmer. Avocado-, Mango-, Papaya-, Orangenplantagen, neben Zuckerrohrfeldern und Bananenhainen. Am Straßenrand verkaufen die Frauen die köstlichen Früchte und Nüsse. Die Macadamianuss wächst hier besonders gut und schmeckt hervorragend. Schließlich ereichen wir die Mautstraße und in nur wenigen Kilometern sind wir an unseren heutigen Etappenziel angekommen.


Lou & Gavin haben wir in Gabun getroffen, als sie mit ihrem Toyota unterwegs nach Europa waren. Leider hat sie Corona in Senegal gezwungen umzukehren, ihr Auto haben sie zurückverschifft und die beiden sind gerade noch rechtzeitig aus dem Land geflogen, bevor der Lockdown ausgerufen wurde.
Sie leben in einem privaten Game Reserve, welches man nur mit Voranmeldung und Sicherheitscode betreten darf. Nach dem Passieren eines hohen Stromzaunes befinden wir uns im Wildpark. Die Giraffen pflegen die Büsche neben uns an der Piste, die Antilopen erschrecken sich vom Motorenlärm und hüpfen davon. Einige wenige Häuser gibt es entlang des Crocodile Rivers, die beiden sind die einzigen, die das ganze Jahr hier wohnen. Eine geile Location.
Die Elefanten, Wasserböcke, Krokodile und viele mehr kommen regelmäßig zum Fluss, der von ihrer Terrasse aus knapp 50m entfernt ist. Während man im Pool relaxt, kann man den Elefanten beim Äste runterreißen zusehen. Gegenüber ist der bekannte Krüger Nationalpark.
Der niedrige mit Strom gefüllte Außenzaun ist eine Farce. Jede kleine Antilopenart kann da locker darüber springen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass hin und wieder ein Leopard an ihrem Grundstück vorbeimarschiert. Wir bekommen den guten Tipp: "Abends nur mit Stirnlampe und singend oder Geräusche machend die 50m zum Amigo zurückzulegen." Wir fühlen uns, als ob wir mitten im Busch wären - Nein, wir sind mitten drin!!

Die beiden besitzen ihr eigenes Safariauto, mit dem wir nun auf die Pirsch gehen. Die Zebras drehen uns den Arsch zu, die Impalas schauen uns neugierig an, die Büffel liegen faul im Gras und ein Hasenbaby liegt einsam neben der Piste. Gavin nimmt es auf den Arm, untersucht es und dreht ein kleines Video für den Enkel, als eines der anmutigsten Tiere Afrikas dahinter durchs hohe Gras streift. Fast hätten wir den Leoparden nicht gesehen, vor lauter Entzückung das Hasenbaby zu bestaunen.
Ein Glas Wein zum Sonnenuntergang am Fluss, mit Blick auf das träge Krokodil und den durstigen Elefanten - ein toller Tag geht zu Ende.


Am Abend gibt es exklusives Braai auf der Terrasse mit der Geräuschkulisse vom wilden Afrika inklusive.
Auch am nächsten Morgen und Abend gibt es erfolgreiche Safariausflüge oder eben Game drives, wie man es hier nennt. Per Funk wird uns von den anderen Rangern der Ort des Löwenpaares durchgegeben. Wir sind am anderen Ende des Parks und brauchen etwas länger. Derweil hat sich bereits ein Stau gebildet. Immer nur drei Fahrzeuge dürfen zur gleichen Zeit neben den Löwen halten. Fährt einer weg, darf das nächste Auto ran. So die Regeln im privaten Game Park.
Als wir retour fahren, ist es schon finster. Mit den Suchscheinwerfern wird die Piste ausgeleuchtet, wir sehen Nachtschwalben, die am Boden hocken und nach Motten Ausschau halten. Erst im letzten Augenblick fliegen sie auf, man glaubt fast, dass sie es nicht in die Höhe schaffen, weil sie so spät los starten.

Wir haben die Tage mit Lou & Gavin in vollen Zügen genossen, vielen Dank für die schöne Zeit bei euch!

KRÜGER NATIONAL PARK

Am nächsten Morgen leutet der Wecker um 4.30 Uhr. Es ist noch finster, als wir durch das private Game Reserve zum Tor rollen. Um 5.00 Uhr öffnen sich die Pforte. Auf dem Asphalt geht es weiter in den Osten zum Crocodile Gate beim Krüger Nationalpark. Pünktlich um 6.00 stehen wir vor dem Tor und warten auf Einlass. Gemeinsam mit uns noch weitere 20 Fahrzeuge. Wenn man auf der Safari Großkatzen sehen will, muss man früh raus aus den Federn.
Wir lösen ein Ticket, das 420,-Rand pro Person kostet, zum Glück ist es in der Wildcard inkludiert. Da wir nicht als Tagesgäste hinein wollen, müssen wir die Buchungsbestättigung von einem der vielen Campingplätze vorweisen. Die haben wir gestern noch getätigt und es war der letzte freie Platz gewesen.

Impalas gibt es mehr als genug. Die hübschen Antilopendamen, deren Fell in der Sonne herrlich glänzt, stehen unter einem Baum zusammen. Sie bilden einen Harem und unterstehen einem Impalaherren, den wir sogleich erblicken. Der arme Kerl ist die ganze Zeit damit beschäftigt, die Landschaft auf Gefahren abzuscannen, denn die Damen wollen beschützt, respektive gewarnt werden, nicht nur vor konkurrierenden Artgenossen, sondern auch vor Jägern wie Löwen, Leoparden und Geparden. Wenn das Männchen bellende Geräusche von sich gibt, laufen die Damen in allen Richtungen davon.

An der Kreuzung hält uns eine Besucherin auf und meint, ob wir denn wohl die Gepardenmama mit ihren Jungen gesehen haben. Was, wie, wo? Schnell drehen wir den Amigo und brausen die Piste entlang mit 40km/h, so wie es innerhalb des Parks erlaubt ist. 2 Autos parken bereits und wir stellen uns hinzu. Die Gepardenmama sitzt im Schatten vom Busch, während die vier Jungen herumtollen. Nach einiger Zeit steht die Gepardin auf und marschiert langsam zwischen dem hohen Gras der Piste entlang, immer den langen Schwanz mit der weißen Spitze nach oben. Es ist das "Follow me sign" für ihre Jungen. Ein elegantes Tier. Fasziniert beobachten wir die drei und folgen ihnen parallel der Piste. Ca. 1km später schlägt sie eine andere Richtung ein und entfernt sich von uns.

Giraffen, Warzenschweine, Hyppos, Zebras... immer wieder laufen uns Tiere über den Weg. Mittagspause machen wir auf einem der vorgesehenen Picknickplätze, an denen man auch aussteigen darf. Mit unserem Kartoffelgratin setzen wir uns auf die Bänke unter dem Sonnendach und beobachten die Elefantenherde am Damm, die sichtlich Spaß am Baden hat.
Ein Buschbrand - Qualm steigt auf und die Vögel fliegen alle eifrig herum auf der Suche nach aufgeschreckten Insekten.
Die Sonne geht ca. um 17.45 unter und spätestens um 18.00 Uhr muss man im Camp sein, denn dann schließen sich die Tore. Wir verbringen die erste Nacht im Lower Sabi Camp. Extrem müde fallen wir bereits um 20.00 Uhr ins Bett.
Um 6.00 Uhr klingelt der Wecker. Motorenlärm dringt an unsere Ohren, wau die Leute sind schon unterwegs. 5 Minuten später wir auch - und zwar die letzten, die das
Camp verlassen. Frühstück gibt es an irgendeiner Wasserstelle später.


Eine Ansammlung an Autos, ok das ist gut und bedeutet Tiersichtung. Ein Löwe liegt im Sand und scheint müde zu sein von seinem nächtlichen Streifzug. Ob er erfolgreich war? Kurz darauf sitzt eine Löwin am Weg. 2 Youngsters spielen im hohen Gras und schau, da hinten, da ist noch eine weitere Löwin. Eilig haben sie es nicht und die Autos dürften sie auch nicht weiter stören.

Die Paviangruppe wandert umher. Ganz hinten beobachten wir ein kleines Pavianjunges, das etwas hinkt und Schwierigkeiten hat, mit dem Tempo der Gruppe mitzukommen. Die Mutter dreht um, schlingt den Arm um den Bauch ihres Jungen und zieht es für ein paar Meter mit. Bald darauf fällt es wieder zurück und die besorgte Mutter kommt abermals angerannt und zieht das Kleine mit. Wie sozial die Affen doch reagieren!

Heute ist unser Glückstag, direkt vor uns schleicht eine Leopardin über die Straße, gefolgt von ihren 2 Jungen. Unter der Brücke im Sand vom Flussbett machen sie es sich bequem. Die Leopardenmama will schlafen, die Jungs sind putzmunter und tollen herum. Immer wieder kehren sie zur Mutter zurück und hüpfen auf ihrem Bauch oder Kopf herum. Liebevoll gibt sie den beiden kontra und weist sie ab und zu in die Schranken. Fast eine Stunde schauen wir ihnen zu, dann machen wir Platz für die inzwischen anstehenden Autos.

Frühstückszeit am N`watimhiri Damm: Beim 5. Schluck Kaffee hören wir plötzlich platsch, platsch, platsch. Was ist das? Nein, wir glauben es kaum, wir haben einen Krokodilkill verpasst. Hat dieses immense Kroko doch wirklich ein Gnu beim Wasser saufen gerissen, nun kämpft es sich mit seiner Beute ab. Die spitzen Zähne in das Fleisch gekrallt, dreht er sich um seine eigene Achse, um das erlegte Tier auseinanderzureißen. Es bleiben noch immer große Stücke übrig - die sollen nun wirklich Platz in seinem Maul und Bauch haben? Der kleine Neffe schaut ihm hungrig zu.

Am frühen Nachmittag fahren wir im Skukuza Camp ein, wo wir die nächste Nacht gebucht haben. Eine Stadt im Nationalpark, mit Krankenhaus, 3 Restaurants, 2 Swimmingpools und noch vieles mehr. Wir nehmen von den ganzen Annehmlichkeiten nichts wahr, denn Verena braucht Bewegung und so joggt sie, während Wolfi das wöchentliche Sauerteigbrot bäckt. Abends fallen wir wieder mal todmüde ins Bett. Auf Safari gehen ist wunderschön, aber auch ziemlich anstrengend. Die ganze Zeit ist man hochkonzentriert und scannt die Landschaft auf alle möglichen Tiere ab, schließlich könnte ja hinter jedem Buschen ein Leopard oder Löwe hocken.

 

6.00 Uhr und wir sind wieder unterwegs. Obwohl wir heute nochmals die gleiche Strecke wie tags zuvor fahren, laufen uns keine Großkatzen vor den Lkw. Giraffen und Zebras blockieren uns die Weiterfahrt. Es ist der Tag der kleinen five. Wir bremsen für die kleine Landschildkröte, die anstatt weiterzulaufen, nur ihren Kopf unter dem Panzer steckt. Ein grünes Irgendwas vor uns - ein Chamäleon - auch das Vieh hat keine Eile. Die Gabelracke macht sich mit ihrer Beute am Ast gemütlich, eine kleine Schlange ist ihr Mittagessen. Der Fleckenadler hingegen hat eine Vorliebe für Hasen. Oder was ist das fleischige Etwas zwischen seinen Krallen?

Der Löwe, der im Gras pennt, hat einen Bauch - unglaublich. Der müsste doch bald platzen? Kein Wunder, dass er sich nicht vom Fleck rührt. Er sieht schon etwas alt und abgekämpft aus und als er beim Gähnen sein Maul öffnet, sehen wir, dass er nur noch einen Reisszahn im Unterkiefer hat.

Der Büffel hinter dem Busch beäugt uns ganz skeptisch, sie sind eine der gefährlichsten Tiere im Park. Sie geben keine Vorwarnung, sondern greifen plötzlich an. Dieses Exemplar belässt es beim Schauen.
Die haarigen Elipsenböcke haben zurecht ihren Namen, rund um ihren Allerwertesten haben sie ein weißes Ringerl.

Als wir unterwegs zum Camp sind, stoppen wir aus einiger Entfernung, denn vor uns sind 2 Impalaböcke mitten am Asphalt am Kräfte messen. Immer wieder stoßen sie mit ihren Hörnern zusammen. Sie leben in Junggesellengruppen und müssen kämpfen üben, damit sie eines Tages einen älteren und nicht mehr so starken Kontrahenten seinen Harem abspenstig machen können. Wir sitzen ganz gemütlich im Amigo und schauen ihnen zu, als plötzlich irgendetwas von rechts aus dem Gebüsch rennt und mit einem Satz auf das Hinterteil eines der Impalaböcke springt. Unsere Kinnlade ist nun heruntergefallen, der Mund steht offen und wir haben noch nicht richtig realisiert, was sich da vor unseren Augen abgespielt hat. Was war das? Definitiv ein Angriff, aber wir haben das Tier nicht erkannt. Alles ging so schnell. Wir rollen mit dem Amigo vor und sehen, dass der Impalabock aufspringt und davonläuft. Auf dem Hals sind einige Kratzspuren zu erkennen, sonst scheint er unverletzt zu sein, denn im Nu ist er wieder bei seinem Kollegen und sie setzen ihre Rangelei fort.
Im Gras liegt der Angreifer - ein Leopard. Das gibt es doch nicht, wir waren Zeuge eines fast Leopardenkills. Doch der Leopard muss noch jung und unerfahren im Jagen sein. Von hinten anzugreifen, ist viel zu gefährlich. Wahrscheinlich hat er sogar etwas von den spitzen Hörnern abbekommen, denn nur langsam steht er auf und verschwindet zwischen den Büschen. Was für eine Tierbeobachtung! Wir sind ganz aus dem Häuschen.

Heute quartieren wir uns im Berg en Dal Camp ein. Sue & Marco haben gebucht und wir teilen uns den Platz für die nächsten Tage. Wir freuen uns, die beiden wieder zu sehen. Der Stellplatz ist direkt am Zaun. Keinen halben Meter entfernt sitzen wir gemütlich in unseren Campingsesseln, als eine Tüpfelhyäne hinter dem Zaun an uns vorbeimarschiert. Nicht nur einmal sondern auf und ab, immer wieder ist sie auf Futterpatroille.
Obwohl das Füttern der Wildtiere strengstens verboten ist, werden es dennoch welche machen, denn sonst würde die Hyäne nicht jeden Abend hier patrouillieren, bis die Campingbesucher ins Bett gehen. Bereits um 20.30 Uhr werden unsere Augenlieder schwer und wir ziehen uns zurück.

Unsere heutige Safari führt uns am Crocodile River entlang. Ein Gelbsattelstorch steht in der Wasserpfütze, hinter dem Baum kommt ein Prachtexemplar von einem Kudubock hervor. Seine gedrehten Hörner sind lang und sehen sehr schön aus. Die Madenpicker sind fleißig im Fell am Ungeziefer suchen und die Kududamen verstecken sich zwischen den Büschen.

Endlich - unsere ersten Breitmaulnashörner. Ihre Latrinen (ein Berg an Exkrementen, immer an der selben Stelle) haben wir schon des öfteren gesehen, aber die Tiere selbst noch nicht und nun stehen sie direkt neben uns. 2 ausgewachsene Tiere und ein Junges. Irgendwie sehen sie aus, als ob sie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit wären. Die Nashörner sind vom Aussterben bedroht. Sie werden gewildert, denn ihr Horn ist mehr Geld wert als Gold. In Asien wird ihr Horn zermalen und als Aphrodisiakum verwendet.
Erst gestern haben wir in der Zeitung gelesen, dass 3 Wilderer im Krüger auf Nashörner unterwegs waren. Als sie von den Ranchern entdeckt wurden, sind sie geflüchtet, mitten in eine Elefantenherde. Einer von den dreien wurde von einem aufgeschreckten Elefanten zu Tode getrampelt. Jede Nacht ist es ein Katz und Maus Spiel zwischen den Rangern und den Wilderern.
Wir freuen uns über den Anblick der nicht unbedingt hübschen, aber dennoch respekteinflössenden Tieren.

Die Phyton in der Astgabel des Marulabaumes bewegt sich nicht. Wir sehen nur ein kleines Stück von ihr und leider bleibt es auch dabei, denn sie hat keine Lust sich zu bewegen. Sie schläft gut und rührt sich nicht mal einen Zentimeter. Die Streifengnus treten meistens in der Gruppe auf und sind oft mit den Zebras gemeinsam unterwegs.
Der Waran liegt am Ufer und wartet auf die vorbeifliegenden Libellen. Geschickt und flink streckt er seine lange Zunge heraus und schwups ist sie auch schon im Bauch verschwunden. Seine Dame bewacht derweilen das Gehege.
Der Grau Kingfisher wartet auf den richtigen Zeitpunkt, um nach einem Fisch zu tauchen, während das Kroko daneben schnell mit dem Kopf auf Tauchgang geht, als wir näherkommen. Die kleinen Dikdiks scannen ewig lange ihre Umgebung ab, bevor sie sich runter an den Fluss wagen. Es könnte ja ein Jäger auf den Leckerbissen warten.

Am Abend auf dem Weg ins Camp liegen seelenruhig 2 Löwen neben und auf der Straße. Der eine hat seinen Kopf an das Hinterteil des Vordermanns gekuschelt. Auch wenn die Autos vorbeifahren, sie machen keinen Mucks. Der Motorenlärm und auch das Blitzlicht der Kameras scheint sie überhaupt nicht zu stören. Wie Stars auf der Bühne scheinen sie den Rummel um sich sichtlich zu genießen oder vielleicht auch nur einfach zu ignorieren. Ihnen ist alles egal, Hauptsache schlafen.

4 Elefanten haben sich vor unserem Zaun am Camping eingefunden. Es gibt einen Wandertrail rund um den Zaun, den Verena nun läuft. Beim vielen Sitzen kommt die Bewegung fast zu kurz. Bei der 3. Runde bewundert Verena den Elefanten, der sich gerade die besten Äste vom Baum holt, sprich auf die Vorderfüße stellt, mit dem Rüssel den Ast umschlingt und daran zieht, bis er mit Karacho auf dem Boden stürzt. Den anderen Elefanten mit den großen Stoßzähnen übersieht sie einfach, bis sie neben ihm steht. Es ist nur noch der Stromzaun dazwischen. Vor lauter Schreck bleibt sie abrupt stehen und auch der Elefant dürfte sich erschrocken haben, denn er rutscht den Abhang hinunter. Mit einer joggenden Verena dürfte er nicht gerechnet haben.
Tschüss Sue und Marco, tschüss Lucy, so haben wir die Hyäne getauft, die hier jeden Abend den Zaun entlangmarschiert ist. Morgen ist unser letzter Tag im Krüger NP. Zumindest voraussichtlich, denn nächste Woche sind Schulferien und der Park ist voll mit südafrikanischen Besuchern. Also werden wir die Urlaubszeit draußen abwarten, um dann abermals in den Park zurückzukehren.

Beim Gardenia Hideout sitzen wir hinter den Holzbalken und beobachten die fleißigen Vögel beim Nestbau. Kaum ist ein Zweigerl verbaut, wird Nachschub geholt. Ein Hyppo kommt von seiner nächtlichen Fresstour zurück und sucht seine bevorzugte Tagesdestination auf - das Wasserloch.
Beim Überqueren des Flusslaufes sprintet ein Leopard von rechts nach links, direkt vor uns über die Schotterstraße . Er drosselt sein Tempo erst, als er die schroffen Felsbrocken erreicht hat. Wir verfolgen ihn mit unseren Augen und übersehen fast den zweiten Leoparden, der aus der gleichen Richtung kommt, aber ganz gemächlich dahintrottet. Er bleibt sogar noch vor dem Amigo stehen und posiert für uns. Cool! Sind Leoparden nicht Einzelgänger?

Das Giraffenbaby sieht aus wie ein Stofftier, ist ja süß. Und gar nicht scheu, die ganze Zeit blickt es in unsere Richtung. Die hungrige Mama lässt immer wieder von den köstlichen Blättern ab und schaut, was ihr Junges macht.
Die Großfamilie der Mungos zischt durch das Unterholz. Kurz vor dem Pretoriuskop Camp wird der Wald immer dichter. Sogar die großen Elefanten sind nur schwer zwischen den Bäumen auszumachen. Die Vervet Affenfamilie hängt am Baum. Der Patriach sitzt daneben auf einem seperaten. Es ist ein paarungsbereites Männchen - das sieht man an den blitzblauen Genitalien.


Dunkle Wolken rollen heran. Die Blitze gehen schon hernieder. Schauen wir, dass wir den Park noch verlassen, bevor der große Regen kommt.
Die Woche im Krüger ist schon ein Highlight und mit Sicherheit ein gutes Argument für eine Südafrikareise!

 

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